Ifo-Experte warnt vor übertriebenen Erwartungen an Mercosur-Handelsabkommen

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München. Das Mercosur Handelsabkommen Deutschland eröffnet neue Perspektiven für den Export deutscher Industriezweige. Auch wenn die Zölle anfangs hoch bleiben, bestehen langfristig Chancen besonders für die Autoindustrie, den Maschinenbau sowie Chemie und Pharma.

Chancen des Mercosur-Abkommens

Perspektiven für deutsche Branchen

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay wurde unterzeichnet und schafft neue Rahmenbedingungen für den Handel. Laut Andreas Baur, stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft, ergeben sich insbesondere für die deutsche Industrie mittel- bis langfristig positive Entwicklungen. Die Automobilindustrie, der Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmabranchen könnten von erhöhten Exportmöglichkeiten profitieren. Die Umsetzung des Abkommens sehe allerdings einen langsamen Abbau der Zölle vor, der bis zu 15 Jahre dauern kann. Deshalb seien kurzfristige Wachstumseffekte nicht zu erwarten.

Agrarwirtschaft zwischen Chancen und Herausforderungen

Der Bereich der Landwirtschaft steht laut Baur vor differenzierten Veränderungen. Es gebe für Milchwirtschaft und Weinexporte aus Deutschland überdurchschnittliche Chancen, während die Fleisch- und Zuckerproduktion mit steigendem Wettbewerbsdruck aus den Mercosur-Ländern rechnen müsse. Um eine Marktüberflutung in Europa zu vermeiden, wurden Schutzklauseln im Vertrag festgeschrieben. Insgesamt bewertete Baur das Abkommen mit den vier südamerikanischen Ländern als positives Signal für den regelbasierten Welthandel.

„Umso wichtiger ist es, dass heute ein klares Signal für den regelbasierten offenen Welthandel von der EU und von Seiten des Mercosur gesendet wird“, sagte Baur.

Politische Einordnung und weitere Handelspartner

Josef Janning von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik hob hervor, dass die EU durch die jüngsten globalen politischen Entwicklungen ihre Handelsbeziehungen neu ausrichten müsse. Regionale Abkommen wie mit Mercosur seien zentral, um für wirtschaftliche Stabilität und Planbarkeit in Europa zu sorgen. Auch Verhandlungen mit anderen Staaten wie Indien und Australien laufen derzeit, um alternative Partnerschaften zu stärken.

  • Vertragsparteien: EU und Mercosur-Länder Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay
  • Zölle werden schrittweise über 10 bis 15 Jahre abgebaut
  • Schutzklauseln gegen Überflutung europäischer Agrarmärkte
  • Schwerpunktbranchen für Exportchancen: Automobil, Maschinenbau, Chemie, Pharma

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und Verbraucher

Das Mercosur Handelsabkommen Deutschland kann die Exportmöglichkeiten deutscher Unternehmen erweitern und so langfristig Arbeitsplätze und Wachstum fördern, insbesondere in Schlüsselindustrien. Verbraucher könnten von einem breiteren Angebot und stabileren Lieferketten profitieren. Die schrittweise Umsetzung bedeutet, dass sich wirtschaftliche Effekte über mehrere Jahre entfalten. Für die Landwirtschaft gilt es, sich auf mehr Wettbewerbsdruck einzustellen und Chancen für bestimmte Sektoren zu nutzen. In den kommenden Jahren werden weitere Verhandlungen zu weiteren Handelspartnern voraussichtlich die außenwirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands und der EU weiter gestalten.

Mehr Informationen zum Freihandelsabkommen finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission sowie auf regionalupdate.de.

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