Hydrologisches Jahr 2025 in Niedersachsen bleibt unter dem Mittel

Anzeige

Niedersachsen. Das hydrologische Jahr 2025 weist in Niedersachsen eine deutlich unterdurchschnittliche Grundwasserneubildung auf. Ursache sind deutlich weniger Niederschläge sowie steigende Temperaturen, die die potenzielle Verdunstung erhöhen und so die wasserverfügbare Bilanz weiter verschlechtern. Die grundwasserneubildung niedersachsen 2025 bleibt damit auf einem seit rund 25 Jahren dauerhaft niedrigen Niveau.

Niederschlag in Niedersachsen sinkt

Wesentliche Daten zum Wasserdefizit im Jahr 2025

Im Zeitraum vom 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025 fiel in Niedersachsen insgesamt 129 Millimeter Niederschlag weniger als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 17 Prozent. Die Auswertungen des Niedersächsischen Kompetenzzentrums Klimawandel (NIKO) in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zeigen zudem eine deutliche Verschlechterung der klimatischen Wasserbilanz.

„Das beides zusammengenommen ergibt für Niedersachsen eine Klimatische Wasserbilanz von minus 50 Millimetern in 2025“, sagte Gabriele Ertl, Hydrogeologin im LBEG.

Diese negative Wasserbilanz bedeutet, dass im vergangenen hydrologischen Jahr über 140 Prozent weniger Wasser zur Verfügung stand als im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. Haupttreiber sind nicht nur reduzierte Niederschläge, sondern auch höhere Temperaturen, die eine potenziell stärkere Verdunstung verursachen.

Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung

Die geringe Niederschlagsmenge und das ausgeprägte Wasserdefizit wirken sich direkt auf die Grundwasserneubildung aus. Die Messungen des LBEG zeigen, dass der Wert der Grundwasserneubildung in Niedersachsen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau verharrt, das seit etwa 25 Jahren im Mittel besteht. Dabei sind vor allem die Monate Dezember und Januar normalerweise von einer besonders starken Grundwasserneubildung geprägt. Im Winterhalbjahr 2025/2026 konnten jedoch keine Anzeichen einer Trendwende durch Winterniederschläge festgestellt werden.

„So wenig Niederschlag wie im März 2025 hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie gegeben“, ergänzte Mithra Hajati, Hydrologin im LBEG.

Zwar gab es im Oktober 2025 überdurchschnittliche Niederschläge, vor allem im Norden Niedersachsens, diese konnten jedoch das Wasserdefizit im Landesdurchschnitt nicht ausgleichen.

Weitere Hintergrundinformationen zur klimatischen Wasserbilanz sowie zu den Verfahren der Grundwasserüberwachung finden sich auf den Seiten des LBEG unter Auswirkungen des Klimawandels auf das Grundwasser.

Bedeutung für Niedersachsen und Ausblick

Die anhaltend niedrige grundwasserneubildung niedersachsen 2025 hat weitreichende Folgen für die Verfügbarkeit von Trinkwasser, Landwirtschaft und Naturhaushalt im Bundesland. Das Defizit erfordert eine verstärkte Aufmerksamkeit seitens der Wasserwirtschaft und eine Anpassung der Nutzungsstrategien.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie stellt weiterhin wichtige Planungsgrundlagen für Politik, Behörden und die Privatwirtschaft bereit, um auf diese Veränderungen reagieren zu können. Es nutzt dabei das Wasserhaushaltsmodell mGROWA, das klimatische sowie boden- und landnutzungsspezifische Faktoren berücksichtigt.

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies unter anderem, dass auch zukünftig mit Einschränkungen bei der Wasserverfügbarkeit und möglichen Auswirkungen auf Ökosysteme und Landwirtschaft gerechnet werden muss. Weitere Informationen und aktuelle Daten zum Thema erhalten Interessierte über regionalupdate.de sowie direkt beim LBEG.

Die Entwicklung der Grundwasserneubildung in Niedersachsen wird kontinuierlich beobachtet, um rechtzeitig auf sich verändernde klimatische Bedingungen reagieren zu können. Neue Daten und Auswertungen zum hydrologischen Jahr 2025 werden zeitnah veröffentlicht.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel