Frankfurt am Main. Die aktuelle AGF-Plattformstudie 2025 II zeigt, dass der internetbasierte Fernseh Empfang in deutschen Haushalten weiter wächst und traditionelle Empfangswege an Bedeutung verlieren. Mit modernen, internetfähigen Fernsehern und veränderten Bedienkonzepten entwickeln sich neue Zugangsformen zum Fernsehen stetig weiter.
TV-Empfang im Wandel: internetbasierter Fernseh Empfang im Fokus
Ausbau der internetbasierten Empfangswege
Die Studie dokumentiert einen deutlichen Anstieg des internetbasierten Fernseh Empfangs auf 17,7 Prozent der deutschen TV-Haushalte im Herbst 2025, nachdem dieser Wert im Frühjahr 2025 noch bei 11,3 Prozent lag. Gleichzeitig verlieren klassische Empfangswege Anteile: Kabel sinkt auf 36,2 Prozent, terrestrische Empfangsanteile gehen auf 2,8 Prozent zurück. Auch der Satellitenempfang, der mit 43,4 Prozent weiter am meisten genutzt wird, verzeichnet einen leichten Rückgang.
Diese Entwicklung spiegelt den Trend wider, dass immer mehr Haushalte auf IP-basierte Empfangswege setzen, die den Einstieg in die TV-Nutzung durch Apps und Benutzeroberflächen erleichtern.
Connected TV als Standard in deutschen Haushalten
Mindestens ein internetfähiges Fernsehgerät besitzt inzwischen mehr als 70 Prozent der Haushalte. Davon sind fast 58 Prozent direkt mit dem Internet verbunden, weitere knapp 15 Prozent über Zusatzgeräte wie Streaming-Sticks. Die Modernisierung der Gerätebasis wird durch die Tatsache gestützt, dass rund die Hälfte aller genutzten Fernsehgeräte jünger als fünf Jahre ist und über zeitgemäße Betriebssysteme verfügt.
Durch diese technische Ausstattung gewinnt der internetbasierte Fernseh Empfang weiter an Bedeutung und verändert die Art und Weise, wie Inhalte ausgewählt und konsumiert werden.
Neue Bedien- und Navigationsmöglichkeiten
Die Studie zeigt, dass rund 30 Prozent der Nutzer beim Einschalten des Fernsehers eine Benutzeroberfläche sehen statt direkt eines laufenden Programms. Bei internetbasiertem Empfang ist dies in fast 70 Prozent der Fälle der Fall. Inhalte werden hier über Kacheln, Empfehlungen und Apps gewählt, eine wesentliche Veränderung gegenüber der klassischen TV-Navigation.
Dennoch bleibt die Fernbedienung weiterhin ein wichtiges Steuerungsinstrument: 77 Prozent der Befragten nutzen den klassischen Ziffernblock, und knapp die Hälfte verfügt über Plattformtasten, die für direkte Zugriffe auf Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder YouTube programmiert sind.
Streamingangebote und Videoportale im Aufwind
Die Nutzung von Video-on-Demand-Angeboten steigt auf 75,6 Prozent. Am stärksten wächst die Nutzung von YouTube (61 Prozent) und Social-Media-Plattformen (42,5 Prozent). Die Angebote der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender bleiben mit 44,7 Prozent ebenfalls relevant und verbinden lineares Fernsehen mit Streamingmediatheken. Netflix und Amazon Prime Video steigern ihre Nutzerzahlen ebenfalls.
„Die Bedeutung des TV-Geräts als zentraler Screen der Videonutzung bleibt dabei unbestritten – die Nutzung findet heute unter veränderten strukturellen Rahmenbedingungen statt,“ sagte Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF.
Bedeutung des internetbasierten Fernseh Empfangs für die Zukunft
Die wachsende Verbreitung internetbasierter Empfangswege und die Verfügbarkeit moderner Smart-TV-Geräte prägen die Mediennutzung in deutschen Haushalten nachhaltig. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies, dass neben klassischem linearen Fernsehen vermehrt Streaming- und On-Demand-Angebote genutzt werden. Die Bedienung wird dabei zunehmend über intuitive Benutzeroberflächen und Apps realisiert.
Für die Medienbranche zeigt die AGF-Plattformstudie, dass Sender und Streaminganbieter ihre Angebote weiterhin kombinieren müssen, um Nutzerinnen und Nutzer zu erreichen. Praktisch betroffen sind alle Haushalte, gerade bei der Umstellung nach der Abschaffung des Nebenkostenprivilegs, die einen neuen Kabelvertrag abschließen oder auf alternative Empfangsarten umstellen müssen.
Aktuell zeigt sich, dass rund drei Viertel der betroffenen Haushalte bereits einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen haben, weitere 15 Prozent haben ihre Empfangstechnik geändert. Die AGF wird die Entwicklung des internetbasierten Fernseh Empfangs kontinuierlich beobachten und die Datenbasis für Marktpartner aktuell halten.
Weitere Informationen zur AGF-Plattformstudie und Monitoring der Bewegtbildnutzung in Deutschland finden Sie auf der AGF-Webseite. Allgemeine Hintergründe zur Digitalisierung von Medienangeboten erläutert die Bundeszentrale für politische Bildung, die fundierte Informationen zum Medienwandel liefert.
Für die Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland bedeutet der zunehmende internetbasierte Fernseh Empfang vor allem mehr Flexibilität und Auswahl bei der Nutzung von Bewegtbildinhalten. Neben klassischen Programmen können Streamingdienste, Mediatheken und Online-Plattformen leichter und komfortabler zugänglich gemacht werden. Die Fernsehtechnik der Zukunft wird weiterhin auf die Integration von internetbasierten Technologien setzen, um den veränderten Sehgewohnheiten gerecht zu werden und neue Nutzererlebnisse zu ermöglichen.