Berlin. Im Rahmen des 19. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung diskutierten Experten Strategien gegen den zunehmenden Antifeminismus und betonten die Notwendigkeit, das weibliche Engagement ländliche Räume besser zu schützen und zu unterstützen. Mit Blick auf steigende Bedrohungen gegenüber Frauen fordern Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sichere Räume als Grundlage für gleichberechtigtes gesellschaftliches Engagement.
Schutz für Frauen stärken
Antifeministische Angriffe haben 2024 in Deutschland ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Pro Woche werden mehr als zehn Vorfälle wie Bedrohungen, Sachbeschädigungen und Gewalt gegen Frauen registriert. Diese Entwicklungen führen dazu, dass insbesondere weibliches Ehrenamt unter verstärktem Druck steht.
Herausforderungen für weibliches Engagement
Nach Angaben der Bundesstiftung Gleichstellung erschweren Shitstorms, sexistische Kommentare und direkte Angriffe die Sichtbarkeit und aktive Teilhabe von Frauen im gesellschaftlichen Leben. In ländlichen Regionen verschärft sich die Situation durch das Fehlen von Rückzugsräumen und unterstützenden Infrastrukturen. Die Kommunen stehen hierbei in der Verantwortung, Räume zu schaffen, die Frauen nicht nur schützen, sondern auch stärken.
Wissenschaftliche Perspektive auf Regionalplanung
Prof. Dr. Brigitte Wotha, Mitglied der Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht, erläuterte beim Forum Ansätze einer geschlechtergerechten Regionalentwicklung. Sie hob die Bedeutung von Möglichkeitsräumen hervor, welche Erwerbs- und Sorgearbeit besser vereinbar machen, kürzere Wege ermöglichen und Netzwerke für alle Geschlechter stärken. Solche Konzepte sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige Förderung des weiblichen Engagements in ländlichen Räumen.
„Antifeminismus ist bei weitem kein Randthema, sondern wirkt mitten in die Demokratie hinein“, sagte Sabine Herberth von der Amadeu Antonio Stiftung.
Forderungen an Politik und Gesellschaft
Die Veranstaltung zeigte klare Erwartungen seitens der Beteiligten: Die Politik muss eine verlässliche, langfristige Finanzierung sowie ausreichend zeitliche Ressourcen sicherstellen, damit bestehende Strukturen über Förderzeiträume hinaus Bestand haben können. Gleichstellung soll dabei als Querschnittsaufgabe verbindlich in Verwaltung und Regierung verankert werden.
Kommunalpolitische Multiplikatorinnen wie Elke Quandt betonten die gesellschaftliche Verantwortung, Räume als Willkommensorte für Frauen zu gestalten und geschlechtersensible Bildung früh zu fördern. Neben politischer Unterstützung sind also auch gesellschaftliche Maßnahmen gefragt, um das Engagement von Frauen in ländlichen Regionen zukunftsfähig zu machen.
Beispielhafte Initiativen und weitere Informationen zu Geschlechtergerechtigkeit in ländlichen Gebieten finden Interessierte auf regionalupdate.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Die Ergebnisse des Zukunftsforums verdeutlichen, wie eng die Förderung des weiblichen Engagements ländliche Räume mit der demokratischen Teilhabe und sozialen Stabilität verbunden ist. Für Bürgerinnen und Bürger in ländlichen Gebieten bedeutet dies konkret, dass sie zukünftig besser unterstützte und geschützte Beteiligungsmöglichkeiten vorfinden sollen.
Geplante Schritte beinhalten die Entwicklung nachhaltiger Förderprogramme sowie vernetzte Angebote, die Erwerbstätigkeit, familiäre Sorgearbeit und gesellschaftliches Engagement kombinieren können. Kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen erhalten verstärkte Bedeutung als Anlaufstellen für Betroffene und engagierte Frauen.
Weitere Informationen zur Bundesstiftung Gleichstellung und zum Thema Antifeminismus finden Sie auf der Webseite der Bundesstiftung Gleichstellung sowie Inhalte zum ländlichen Engagement auf regionalupdate.de.