Uni-Oldenburg-Nanoschalter

Nanospiegel erzielt Rekord im ultraschnellen Schalten

Oldenburg. Forscher der Universität Oldenburg haben mit einem Nanospiegel einen neuen Rekord im ultraschnellen Schalten aufgestellt. Die Entwicklung ermöglicht eine Lichtmodulation in weniger als 70 Femtosekunden und arbeitet damit etwa 10.000-mal schneller als herkömmliche elektronische Transistoren. Dieser Fortschritt bei nanospiegel ultraschnelles schalten könnte die Zukunft der Datenverarbeitung revolutionieren.

Ultraschnell Schalten Entdecken mit dem Nanospiegel

Nanostruktur und Arbeitsprinzip

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Nanostruktur aus einer präzise bearbeiteten Silberoberfläche und einer atomar dünnen Schicht aus dem Halbleitermaterial Wolframdisulfid. Diese Kombination erzeugt Plasmonwellen und Exzitonen, die sich quasi auf der Materialoberfläche ausbreiten und quantenmechanische Zustände schaffen, in denen Licht- und Materieeigenschaften verschmelzen. Das Besondere daran ist, dass sich durch gezielte Laserimpulse die Reflexion des Lichts extrem schnell verändern lässt – innerhalb von weniger als 70 Femtosekunden. Damit ist die Schaltgeschwindigkeit rund 10.000-mal höher als die herkömmlicher elektronischer Transistoren.

Photonen statt Elektronen als Schaltgrundlage

Das ultraschnelle Schalten beruht auf der Lichtsteuerung auf nanometrischer Skala. Während traditionelle Transistoren auf dem langsamen Fluss von Elektronen beruhen, ermöglichen Nanospiegel einen nahezu ungehinderten Energietransfer von Photonen. Die starke Kopplung zwischen Licht und den kollektiven Plasmon-Exziton-Zuständen in der Nanostruktur erlaubt die ultraschnelle Modulation optischer Eigenschaften. Dies könnte die Grundlage für eine neue Generation photonischer Prozessoren sein, die mit Lichtsignalen arbeiten und herkömmliche elektronische Komponenten in der Datenverarbeitung ersetzen.

„Die eigentliche Aufgabe besteht darin, die aktiven Metamaterialien so zu optimieren, dass funktionale Bauelemente für photonische Schaltungen entstehen“, betonten die beteiligten Forscher.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Aktuelle Prototypen zeigen zwar beeindruckende Schaltzeiten, allerdings ist die Effizienz der Lichtreflexionsänderung noch gering. Die Änderung der Lichtintensität beträgt derzeit nur einige wenige Prozent. Um praktische Anwendungen zu ermöglichen, müssen die Nanostrukturen robuster, effizienter und reproduzierbar hergestellt werden. Die Materialforschung arbeitet daran, die aktiven Metamaterialien so weiterzuentwickeln, dass sie auch in komplexen Schaltkreisen zuverlässig funktionieren und sich in größere Systeme integrieren lassen.

Für die Zukunft erwartet man Anwendungen in Bereichen wie Sensorik, integriertem optischen Routing und Quantencomputing, in denen ultraschnelle Nanospiegel bereits bald wichtige Funktionen übernehmen können.

Weitere Informationen zu Fortschritten in der physikalischen Forschung rund um optische Schalter finden sich auf der offiziellen Seite der Universität Oldenburg sowie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Photonik-Technologie BMBF Photonik.

Praktische Bedeutung und Perspektiven des nanospiegel ultraschnelles schalten

Der neuartige Nanospiegel zeigt eindrücklich das Potenzial der photonischen Technologie für die nächste Generation von Rechensystemen. Für Bürgerinnen und Bürger könnte dies langfristig effizientere und schnellere elektronische Geräte bedeuten, die weniger Energie verbrauchen. Die Forschung an nanospiegel ultraschnelles schalten läuft derzeit noch im Labor, aber die Entwicklung modulartauglicher, robuster Bauteile ist ein klar definiertes Ziel.

In Oldenburg und weltweit setzen Wissenschaftler darauf, bald erste funktionale Anwendungen zu realisieren, die sowohl die Geschwindigkeit als auch die Energieeffizienz der Informationsverarbeitung deutlich verbessern.

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