LKA Niedersachsen warnt vor Violence-as-a-Service

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Hannover. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen beobachtet das Phänomen „violence as a service“, bei dem kriminelle Netzwerke Gewalttaten als bestellbare Dienstleistung anbieten. Besonders besorgniserregend ist die gezielte Anwerbung von Kindern und Jugendlichen, vor allem über soziale Medien, wobei das LKA auf Prävention und Aufklärung setzt.

Gefahr für Jugend stoppen: „violence as a service“ als neue Form der Kriminalität

Was ist „violence as a service“?

Das Phänomen „violence as a service“ (VaaS) beschreibt kriminelle Netzwerke, die Gewalttaten wie einen Dienst anbieten. Die Auftraggeber treten im Hintergrund auf, während die tatsächlich agierenden Täter, häufig junge Menschen, rekrutiert und eingesetzt werden. Diese Strukturen ähneln der Organisation von Online- oder Lieferdiensten, wo Gewaltanwendung bestellt und vermittelt wird. Besonders alarmierend ist die Rekrutierung von Jugendlichen ohne Vorstrafen, da diese schwerer durch Ermittlungsbehörden zu identifizieren sind.

Internationale Erkenntnisse und Fälle

Obwohl in Niedersachsen derzeit keine konkreten Fallzahlen vorliegen, zeigen internationale Daten die Bedrohung durch VaaS. So gab es unter anderem im Mai 2025 in Baden-Württemberg einen versuchten Mord, bei dem Tatverdächtige in den Niederlanden festgenommen wurden. Europol hat eine Task Force eingerichtet, die bereits 63 Täter sowie zahlreiche Mittelsmänner und Anstifter festnahm und Gewalttaten verhindern konnte. Das LKA Niedersachsen steht im engen Austausch mit internationalen Partnern, insbesondere den Niederlanden, um dieses Kriminalitätsphänomen einzudämmen.

Rekrutierung von Jugendlichen

Kriminelle Netzwerke nutzen gezielt die Lebenssituation und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Versprechen von schnellem Geld, sozialem Status und Zugehörigkeit machen die Angebote attraktiv. Die Anwerbung geschieht oft über soziale Medien, aber auch direkt in Schulen, Jugendzentren oder Sportvereinen. Zunächst werden Betroffene in scheinbar harmlose Gefälligkeiten eingebunden, bevor es zu schwerwiegenden Straftaten kommt.

Warnsignale erkennen

Das LKA Niedersachsen ruft Eltern, Lehrkräfte und Fachkräfte zu Achtsamkeit auf. Typische Warnzeichen könnten sein:

  • Verstärkte Nutzung verschlüsselter Messenger-Dienste sowie ausweichende oder widersprüchliche Antworten

  • Plötzlicher Besitz neuer, unerklärlicher Gegenstände oder Geld

  • Wechsel im Freundeskreis, insbesondere zu älteren Jugendlichen oder unbekannten Erwachsenen

  • Rückzug aus Alltag, Schulschwänzen und Verlust von Interesse an bisherigen Aktivitäten

Wer solche Veränderungen bei jungen Menschen beobachtet, sollte das Gespräch suchen und gegebenenfalls professionelle Unterstützung durch Polizei, Schulsozialarbeit oder Jugendhilfe in Anspruch nehmen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass kriminelle Netzwerke auch hier in Niedersachsen Kinder und Jugendliche als Werkzeuge für ihre Gewalt missbrauchen. Prävention beginnt mit Aufmerksamkeit und dem Mut, hinzusehen“, sagte Kriminaloberrätin Julia Arndt vom LKA Niedersachsen.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Abschluss: Schutz der Jugendlichen in Niedersachsen vor „violence as a service“

In Niedersachsen gilt es, die Bevölkerung frühzeitig für das Thema „violence as a service“ zu sensibilisieren, um die Sicherheit junger Menschen zu gewährleisten. Das LKA setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Eltern und sozialen Einrichtungen, um Warnsignale zu erkennen und der Rekrutierung entgegenzuwirken. Informationen und Hilfsangebote dazu sind auf der Website des Landeskriminalamts Niedersachsen verfügbar. Die intensive internationale Kooperation, etwa mit den Niederlanden, wird fortgeführt, um grenzüberschreitende Kriminalität wirksam zu bekämpfen.

Weiterführende Informationen sind unter anderem hier erhältlich: LKA Niedersachsen – Prävention „violence as a service“ und Europol Task Force Grün – Pressemitteilung. Weitere regionale Beiträge finden Sie auch auf regionalupdate.de.

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