Mönchengladbach. Die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) präsentiert am 5. Februar 2026 die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts sexualisierte Gewalt. Die Studienergebnisse werden im Rahmen einer Pressekonferenz in Köln vorgestellt und zeigen erstmals umfassend auf, wie sexualisierte und spirituelle Gewalt innerhalb der größten deutschen Pfadfinderorganisation strukturell entstand und gehandhabt wurde.
Ergebnisse jetzt entdecken: Forschungsprojekt sexualisierte Gewalt
Hintergrund und Untersuchungsrahmen
Das Forschungsprojekt sexualisierte Gewalt wurde von den Philipps-Universitäten Marburg und Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt. Seit Ende 2023 beschäftigten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Vorkommen, den Ursachen sowie dem Umgang mit sexualisierter und spiritueller Gewalt in der DPSG. Die Untersuchung erstreckt sich über den Zeitraum von 1929 bis 2022 und beruht auf Interviews mit Betroffenen und Fachpersonen, quantitativen Befragungen sowie Aktenanalysen.
Die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg verfügt über rund 83.000 Mitglieder in etwa 1.100 Ortsgruppen und engagiert sich seit 2019 aktiv in der Aufarbeitung dieser Thematik.
Vorstellung der Ergebnisse und Beteiligte
Die Pressekonferenz findet am 5. Februar 2026 um 11:00 Uhr im Mediapark Köln sowie online via Zoom statt. Die Leitung des Forschungsprojekts liegt bei Prof.in Dr.in Sabine Maschke (Philipps-Universität Marburg) und Prof. Dr. Ludwig Stecher (Justus-Liebig-Universität Gießen). Neben der Präsentation der Studienergebnisse berichten auch Betroffene und Vertreterinnen und Vertreter der DPSG.
„Unser Ziel ist es, ein systemisches Verständnis dafür zu entwickeln, wie es innerhalb unseres Verbandes zur sexualisierten und spirituellen Gewalt kommen konnte und kann“, sagte Prof.in Dr.in Sabine Maschke.
Die DPSG möchte mit diesem Projekt Verantwortung übernehmen und die Organisation sicherer für alle Mitglieder gestalten.
Anmeldung und weitere Informationen
Eine Teilnahme an der Pressekonferenz vor Ort oder online ist nur nach vorheriger Anmeldung bis zum 4. Februar 2026 um 14 Uhr möglich. Fragen während der Online-Veranstaltung können im privaten Chat gestellt werden, werden aber nicht alle garantiert beantwortet. Einzelinterviews sind ausschließlich vor Ort möglich.
Die vollständigen Ergebnisse der Studie werden nach der Konferenz auf der Webseite der DPSG veröffentlicht (DPSG Aufarbeitungsstudie) sowie weitere Materialien und eine Pressemappe stehen bereit.
Weitere regionale Neuigkeiten finden Sie auf regionalupdate.de. Für ergänzende Informationen zum Thema sexualisierte Gewalt bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine umfangreiche Übersicht an (BMFSFJ – Schutz vor sexualisierter Gewalt).
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für Mönchengladbach und die Region
Die Veröffentlichung der Studienergebnisse durch die DPSG stellt einen wichtigen Schritt für die Aufarbeitung sexualisierter und spiritueller Gewalt in der Jugend- und Bildungsarbeit dar. Für die über 83.000 Mitglieder im Bundesgebiet, darunter auch viele in der Region Mönchengladbach, soll die Organisation dadurch transparenter und sicherer werden. Die Studie liefert Erkenntnisse, die als Grundlage für Präventionsmaßnahmen und verbesserte Schutzkonzepte dienen können.
Die DPSG plant, die Ergebnisse für zukünftige Entwicklungen zu nutzen, um das Bewusstsein für diese Problematik zu erhöhen und nachhaltige Veränderungen in ihrer Struktur und Kultur umzusetzen. Die Ergebnisse fördern nicht nur die betroffenen Mitglieder, sondern ermöglichen auch anderen Institutionen wertvolle Einsichten in den Umgang mit komplexen Gewaltfragen.
Bürgerinnen und Bürger in der Region können sich über die Online-Angebote der DPSG oder die anstehenden lokalen Veranstaltungen weiter informieren und bei Bedarf Kontakt zu Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Organisation aufnehmen.
