Münster. Am 27. Januar, dem 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, gedachte die Stadt Münster gemeinsam mit Schulen, Kirchen und weiteren Institutionen der Opfer des Nationalsozialismus. Im Fokus der Veranstaltung stand das Gedenken Opfer Nationalsozialismus sowie die Mahnung für Freiheit und Demokratie.
Erinnerung verbindet Münster: Gedenken Opfer Nationalsozialismus
Die zentrale Gedenkveranstaltung fand im Rathausinnenhof statt, bei der Oberbürgermeister Tilman Fuchs zusammen mit Schülerinnen und Schülern, Kirchenvertretern und Behördenangehörigen der Opfer der nationalsozialistischen Diktatur gedachte.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Vorfeld intensiv mit Lebensgeschichten von NS-Opfern auseinandergesetzt. Sie besuchten Gedenkstätten, erforschten lokale Bezüge, insbesondere Stolpersteine in der Nähe ihrer Schulen, und präsentierten ihre Erkenntnisse in Ausstellungen, Podcasts und Filmbeiträgen.
Vielfalt der Opfer im Fokus
Das Gedenken bezog sich auf die mehr als sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden sowie weitere Opfergruppen wie politische Gegner und Angehörige von Minderheiten. Oberbürgermeister Tilman Fuchs betonte die Bedeutung des Erinnerns:
„Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus macht deutlich, dass Freiheit, Demokratie und Mitmenschlichkeit nicht selbstverständlich sind. Wer die Geschichte kennt, schützt unsere Gesellschaft vor Hass, Rassismus und Antisemitismus. Umso wichtiger ist es, dass wir alle diese Verantwortung weitertragen.“
Kranzniederlegung am Zwinger und ökumenischer Gottesdienst
Am Nachmittag folgte eine Kranzniederlegung am Zwinger an der Promenade durch Oberbürgermeister Fuchs, Vertreterinnen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie dem polnischen Generalkonsulat. Im Anschluss wurde in der St.-Lamberti-Kirche ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten.
Pfarrer Martin Mustroph von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erinnerte dabei an den Ursprung des Holocaust und die Bedeutung des Erinnerns:
„Der Holocaust begann nicht mit Auschwitz. Die Shoah begann damit, dass Menschen für minderwertig erklärt und ausgegrenzt wurden, dass Jüdinnen und Juden die Menschenwürde abgesprochen wurde. Deshalb gilt es angesichts der Wahlerfolge rechtsextremer, demokratiefeindlicher Parteien, die Erinnerung an das Geschehene wach zu halten.“
An öffentlichen Gebäuden in Münster wehten die Flaggen von Europa, Bund und Land Nordrhein-Westfalen am Gedenktag auf Halbmast oder mit Trauerflor.
Weitere Initiativen und Informationsangebote zum Gedenken
Die Gedenkveranstaltung in Münster stellt Teil einer traditionsreichen Erinnerungskultur dar, die lokale Schulen und kirchliche Gruppen aktiv einbezieht. Wer sich vertieft informieren möchte, kann Projekte und Materialien zum Thema „Heimat, Flucht und Exil“ an den Schulen verfolgen.
Eine detaillierte Übersicht über die Gedenkorte in Münster bietet die Stadtverwaltung auf ihrer offiziellen Website. Hintergrundinformationen zum Holocaust und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft sind gefördert und geprüft durch Anbieter wie die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.
Weitere Berichte zur regionalen Erinnerungskultur finden sich auf regionalupdate.de.
Ausblick auf kommende Erinnerungsarbeiten in Münster
Die Stadt Münster plant, die jährlichen Gedenkveranstaltungen weiterhin mit Schulen und Kirchen fortzuführen und das Bewusstsein für die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten. Perspektivisch sind auch neue Projekte und Ausstellungen zum Thema geplant, die sowohl historische Fakten als auch lokale Bezüge noch stärker in den Fokus rücken sollen.
Die Zusammenarbeit der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in Münster soll das Engagement für Demokratie, Toleranz und Menschenrechte langfristig stärken.