bad e.V. kritisiert Teilzeitänderung in der Pflege

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Essen. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V. warnt davor, den Teilzeitanspruch in der Pflege einzuschränken oder abzuschaffen. Laut bad hat dies keine nennenswerten Auswirkungen auf die Anzahl der Vollzeitstellen. Stattdessen fordert der Verband steuerliche Anreize, um die Arbeitszeitaufstockung in der Pflege attraktiver zu machen. Die Fokus-Keyphrase „Teilzeitanspruch Pflege Essen“ ist in der Thematik zentral.

Flexibel arbeiten jetzt: Teilzeitanspruch Pflege Essen im Fokus

Der bad e. V. mit Sitz in Essen weist darauf hin, dass Pflegebetriebe trotz Teilzeitrecht flexibel auf die Arbeitszeitwünsche ihrer Mitarbeitenden eingehen. Jasmin Arbabian-Vogel, 2. Bundesvorsitzende des Verbandes, betont, dass viele Teilzeitmodelle auf gesundheitlichen oder familiären Gründen beruhen. Eine Veränderung des rechtlichen Teilzeitanspruchs führe daher nicht zu einer signifikanten Erhöhung der Vollzeitarbeit in der Pflegebranche.

Praxisnahe Flexibilität in der Pflege

Die Arbeitszeitgestaltung orientiere sich schon heute an den individuellen Bedürfnissen der Pflegekräfte. Arbeitgeber setzten auf Flexibilität, um Personal zu halten und Abwanderungen zu verhindern. Diese Praxis werde auch ohne rechtliche Vorgaben fortgeführt. Das Teilzeitrecht selbst habe somit nur begrenzten Einfluss auf die Arbeitszeitausgestaltung.

Eine Veränderung des Teilzeitanspruchs könnte folglich das vorhandene Personalproblem in der Pflege nach Einschätzung des bad e. V. nicht lösen.

Steuerliche Hürden dämpfen Arbeitszeitaufstockung

Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e. V., macht auf steuerliche Problematiken aufmerksam. Teilzeitbeschäftigte Pflegekräfte würden durch ungünstige Steuerklassen und Verdienstgrenzen bei der Aufstockung ihres Stellenumfangs finanziell kaum profitieren. Dies führe dazu, dass Mehrarbeit oft unattraktiv erscheint. Auch Lohnsteigerungen durch Tarifverträge ermöglichen teilweise sogar eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne Einkommenseinbußen.

„Viele Pflegekräfte haben eine Steuerklasse, die zur Folge hat, dass der Mehrverdienst durch Stellenaufstockung unattraktiv erscheint“, so Kapp.

Der Verband fordert daher eine direkte steuerliche Entlastung der Pflegekräfte, um freiwillige Mehrarbeit zu fördern.

Perspektiven für eine wirksamere Personalpolitik in der Pflege

Der bad e. V. appelliert an politische Entscheidungsträger, den Teilzeitanspruch in der Pflege nicht zu verändern, da dies die Fachkräftesicherung nicht verbessern werde. Stattdessen sollte steuerlich angesetzt werden, um die Arbeitszeitaufstockung zu erleichtern und zu belohnen. Nur so werde die Pflegebranche eine nachhaltige Personalstärkung erreichen können.

Geplante Schritte in der politischen Debatte bleiben abzuwarten. Der Verband bietet seine Expertise an, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.

Für weitere Informationen rund um Pflegepolitik lesen Sie auch unsere Beiträge auf regionalupdate.de. Um mehr über steuerliche Regelungen zu Arbeitszeit und Einkommen zu erfahren, empfiehlt sich ein Blick auf das Bundesfinanzministerium.

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