Rede zur Senkung der Schulabbrecherquote in Niedersachsen

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Niedersachsen. Die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss ist in Niedersachsen weiterhin besorgniserregend hoch. Das Kultusministerium hat daher ein umfassendes Maßnahmenpaket angekündigt, um die Schulabbrüche zu reduzieren und die schulabschlüsse in Niedersachsen nachhaltig zu verbessern.

Bildungschancen verbessern – schulabschluesse in niedersachsen

Ursachen für Schulabbrüche und Herausforderungen

Die gestiegene Zahl von Schülerinnen und Schülern ohne Abschluss wird unter anderem auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückgeführt. Schulschließungen hatten negative Auswirkungen auf die Lernfortschritte, insbesondere bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Zudem kommen viele Schülerinnen und Schüler erst im Laufe der Schulzeit aus unterschiedlichen Gründen nach Niedersachsen, wie beispielsweise Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Laut dem Kultusministerium hemmt der Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg den allgemeinen schulischen Erfolg; daher ist die Förderung von Bildungsgerechtigkeit ein zentrales Ziel.

Breites Maßnahmenpaket statt Einzellösung

Das Ministerium setzt nicht auf ein einzelnes Konzept, sondern hat bereits mit vielfältigen Maßnahmen begonnen, denn die Gründe für das Scheitern in der Schule sind vielschichtig. Um Bildungserfolge besser zu nachvollziehen, wird ein durchgängiges Bildungsmonitoring eingeführt. Es umfasst Lernstanderhebungen, Vergleichsarbeiten sowie eine Schüler-ID, um individuelle Verläufe transparent zu machen und gezielte Unterstützung zu ermöglichen.

Frühzeitige Förderung in den Grundschulen

Ein Schwerpunkt liegt auf der frühzeitigen Förderung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Dafür wurde die zusätzliche Lernzeit „Sichere Basis“ eingeführt, die Grundschulen drei weitere Unterrichtsstunden gewährt. Programme wie „Lesen macht stark“ und „Mathe macht stark“ unterstützen dabei, Defizite frühzeitig zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es Fortbildungen für Lehrkräfte und digitale Tools zur Lernstandsdiagnostik. Das Ziel ist es, die Anzahl der Jugendlichen, die die Mindeststandards nicht erreichen, deutlich zu senken und so die Schulabschlussquoten zu steigern.

Unterstützung junger Menschen auf dem Weg zum Abschluss

Das Startchancenprogramm verfolgt das Ziel, die Zahl der Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch nicht erfüllen, bis zum Ende der Programmlaufzeit zu halbieren. In Pilotprojekten wie der „Erweiterten Ausgangsstufe“ wird an ausgewählten Schulen die Unterrichtszeit verlängert, um mehr Hauptschulabschlüsse zu ermöglichen. Berufliche Orientierung soll praxisnäher und individueller werden, etwa durch verpflichtende Betriebspraktika auch an Gymnasien in der Sekundarstufe I.

Besonderer Fokus auf Sprachförderung und soziale Unterstützung

Besonderer Wert wird auf die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund gelegt. Bereits vom ersten Tag an sollen diese ein Recht auf Schulbildung und integrative Sprachförderung erhalten. Ein individuell abgestimmter Förderplan soll helfen, leistungsschwächere und unterstützungsbedürftige Kinder besser zu fördern. Zudem wird die schulische Sozialarbeit ausgebaut, um die emotional-soziale Stabilität von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

„Wir wollen Schule so gestalten, dass junge Menschen bestmögliche Leistungen erbringen können! Unsere Gesellschaft verändert sich, daher muss auch Schule sich verändern und weiterentwickeln“, sagte die Niedersächsische Kultusministerin Hamburg.

Weitere Schritte zur Verbesserung der Schulabschlüsse in Niedersachsen

Das Kultusministerium plant die Weiterentwicklung der Förderkonzepte und den Ausbau umfassender Unterstützungsangebote. Der sogenannte Freiräume-Prozess soll neue Lernkonzepte etablieren und langfristig dazu beitragen, dass weniger Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Ziel ist eine nachhaltige und wirksame Senkung der Schulabbrecherquote. Weitere Detailinformationen und Entwicklungen sind über die Website des Niedersächsischen Kultusministeriums abrufbar.

Für weiterführende Informationen zum Bildungsmonitoring und schulischen Förderprogrammen in Niedersachsen besuchen Sie die offizielle Seite des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Mehr allgemeine Bildungsthemen finden Sie ebenfalls unter regionalupdate.de/bildung.

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