Stuttgart. Die geplante Verschärfung der Mietpreisbremse möblierter Wohnraum steht in der Kritik bei Vermietern in der Region Stuttgart. Eine Umfrage der agent home GmbH unter 3.000 privaten Vermietern zeigt, dass vor allem die Deckelung des Möblierungszuschlags das Angebot an möblierten Wohnungen auf Zeit gefährden könnte.
Mietpreisbremse bedroht Wohnraum
Hohe Investitionen und wirtschaftliche Unsicherheit
Möblierte Wohnungen auf Zeit erfordern laut Umfrage hohe Anfangsinvestitionen in Ausstattung und Instandhaltung sowie laufenden Verwaltungs- und Serviceaufwand. 85 Prozent der befragten Vermieter sehen durch eine geplante Deckelung des Möblierungszuschlags ihr Geschäftsmodell wirtschaftlich gefährdet, da die vorgesehenen Obergrenzen die tatsächlichen Kosten nicht abdecken würden.
Risiko eines Rückzugs vom Markt
73 Prozent der Vermieter geben an, dass sie bei einer Verschärfung der Mietpreisbremse weniger oder keine Investitionen mehr in Wohnimmobilien tätigen wollen. Investitionen könnten verschoben oder in andere Anlageklassen verschoben werden. Ohne wirtschaftliche Tragfähigkeit drohe ein Rückzug aus dem Markt oder eine Verringerung des Wohnungsangebots.
Möblierter Wohnraum als wichtige Alternative
Möblierte Wohnungen gelten als bezahlbare Alternative zu Hotels, insbesondere für internationale Fachkräfte oder Projektmitarbeitende, die temporär in der Region Stuttgart tätig sind. Dieses Segment erweitert das Wohnungsangebot und trägt zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts bei.
Forderung nach differenzierter Regulierung
Die Umfrage zeigt, dass viele Vermieter eine klare Unterscheidung zwischen Missbrauchsfällen und legitimen zeitlich befristeten Mietangeboten fordern. Eine pauschale Regulierung würde vor allem kleine private Vermieter benachteiligen und große Wohnungsunternehmen bevorzugen. Stattdessen sollten gezielte Maßnahmen gegen Missbrauch ergriffen werden.
Ausbau des Wohnungsangebots als Ausweg
Als sinnvollste Lösung sehen die Vermieter nicht weitere Preisregulierungen, sondern den Ausbau des Wohnungsangebots durch schnellere Genehmigungsverfahren und sinkende Baukosten. Die Mietpreisbremse wird als symptomorientiertes Instrument bewertet, das die strukturellen Probleme des Wohnungsmarkts nicht löst.
„Ohne wirtschaftliche Tragfähigkeit wird Wohnraum entweder nicht mehr vermietet oder gar nicht erst geschaffen“, so ein Ergebnis der Umfrage.
Weiterführende Informationen zur Mietpreisbremse bietet das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Für weitere regionale Entwicklungen zum Wohnungsmarkt besuchen Sie gerne regionalupdate.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung der Mietpreisbremse möblierter Wohnraum für Stuttgart
Die Ergebnisse der Umfrage aus Stuttgart zeigen die Herausforderungen, mit denen Vermieter im Bereich möblierter Wohnungen konfrontiert sind. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet dies, dass ein enger regulierter Möblierungszuschlag die Verfügbarkeit von zeitlich befristeten und kurzfristigen Wohnangeboten einschränken könnte. Gerade Fachkräfte und Projektmitarbeitende, die auf flexible Wohnformen angewiesen sind, könnten betroffen sein.
Politische Entscheidungen bezüglich der Mietpreisbremse sollten daher sowohl die Interessen der Vermieter als auch die der Mieter in Einklang bringen. Geplante Änderungen werden in Stuttgart aufmerksam verfolgt, da sie das Wohnungsangebot nachhaltig beeinflussen könnten. Die agent home GmbH und weitere Anbieter streben an, der Nachfrage in der Region auch künftig gerecht zu werden und appellieren an eine differenzierte und praxisnahe Gesetzgebung.