Hamburg. In Hamburg und Langen (Hessen) hat ein neues Pilotprojekt begonnen, mit dem stationäre Krankenhausaufenthalte von Pflegeheimbewohner:innen durch Telemedizin in virtuellen Krankenhausstationen vermieden werden sollen. Die virtuelle krankenhausstation hamburg ermöglicht eine telemedizinische Versorgung, bei der das Bett in der Pflegeeinrichtung zum Krankenhausbett wird.
Innovative Krankenversorgung starten – Die virtuelle krankenhausstation hamburg im Einsatz
In den Asklepios Kliniken Nord – Heidberg in Hamburg sowie in Langen und einigen kooperierenden Pflegeeinrichtungen behandeln seit Kurzem multiprofessionelle Teams Patient:innen über virtuelle Krankenhausstationen, sogenannte VirtualWards. Ziel ist es, Patient:innen, die einen stationären Krankenhausaufenthalt benötigen, in der gewohnten Umgebung der Pflegeeinrichtung telemedizinisch zu versorgen. Die Versorgung umfasst regelmäßige Video-Konsultationen und die Überwachung wichtiger Vitalparameter, die in Echtzeit an die Krankenhäuser übertragen werden.
Das Projekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für zunächst zwei Jahre mit etwa 2,7 Millionen Euro gefördert. Dabei arbeitet ein Konsortium aus Asklepios Kliniken Gruppe, verschiedenen Krankenkassen wie AOK Rheinland/Hamburg, BARMER, Techniker Krankenkasse und weiteren Partnern zusammen. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird das Vorhaben vom Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav GmbH).
Die Funktionsweise der virtuellen Krankenhausstation
Die Basis der telemedizinischen Versorgung bildet eine digitale Plattform des Telemonitoring-Anbieters Doccla, über die die Vitalwerte der Patient:innen, etwa EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Temperatur, sicher an die Fachärzt:innen übermittelt werden. Mehrmals täglich finden Videovisiten statt, in denen Therapie und Gesundheitszustand besprochen werden. Die pflegerischen Fachkräfte vor Ort erfassen dabei die Messdaten und agieren als Bindeglied zwischen Patient:innen und Klinikteams.
Die Aufnahme in die virtuelle Krankenhausstation erfolgt nach einer strukturierten medizinischen Einschätzung in der Notaufnahme. Vorausgesetzt wird, dass der stationäre Versorgungsbedarf vorliegt, das Krankheitsbild für das VirtualWard-Programm geeignet ist und die Patient:innen der Behandlung zustimmen. Bei gesundheitlichen Verschlechterungen ist eine sofortige Rückverlegung ins Krankenhaus möglich.
Vorteile für Patient:innen und Gesundheitswesen
Die Entscheidung, pflegebedürftige Patient:innen in der gewohnten Umgebung statt im Krankenhaus zu behandeln, spart nicht nur Krankenhauskapazitäten, sondern verbessert auch die Lebensqualität der Betroffenen. Besonders ältere Menschen und Patient:innen mit demenziellen Erkrankungen profitieren von der vertrauten Umgebung. Gleichzeitig entlastet das Modell Pflegefachkräfte und Rettungsdienste sowie das gesamte Gesundheitssystem.
„Das VirtualWard-Programm bringt stationäre Krankenhausversorgung direkt in die Pflegeeinrichtung. Patientinnen und Patienten erhalten damit Krankenhausbehandlungen auf klinischem Niveau, ohne das Krankenhaus dauerhaft betreten zu müssen“, erklärte Dr. med. Sara Sheikhzadeh, CMO der Asklepios Kliniken.
Insgesamt könnten nach Einschätzung der beteiligten Partner bundesweit etwa 800.000 Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen von virtuellen Krankenhausstationen profitieren. Das Modell basiert auf erfolgreichen Konzepten aus Großbritannien und den USA, wo ähnliche Versorgungsformen bereits vor allem während der Corona-Pandemie erprobt worden sind.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick der virtuellen Krankenhausstation in Hamburg
Die Einführung der virtuellen krankenhausstation hamburg markiert einen wichtigen Schritt zur sektorenübergreifenden Versorgung in der Metropolregion. Für die Bürger:innen bedeutet dies eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische Betreuung, die Krankenhausaufenthalte reduziert und die Pflegeeinrichtungen digital und fachlich stärkt. Für Pflegekräfte entstehen durch die enge Zusammenarbeit mit Krankenhausärzt:innen neue Möglichkeiten, die Patientenversorgung vor Ort zu verbessern.
Für die beteiligten Kliniken und Krankenkassen ist das Projekt ein Beispiel für innovative Versorgungsformen, die Ressourcen schonen und zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen. Das zweijährige Förderprojekt läuft bis April 2027; die wissenschaftliche Auswertung soll Erkenntnisse für einen möglichen bundesweiten Transfer liefern.
Pflegeeinrichtungen in Hamburg und Umgebung, die an der Digitalisierung und besseren medizinischen Betreuung interessiert sind, können sich über das Projekt informieren und eine Teilnahme prüfen. Weitere Informationen bietet der Anbieter Asklepios auf seiner Webseite Asklepios VirtualWard. Allgemeine Informationen zur telemedizinischen Versorgung bietet das Bundesgesundheitsministerium.
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