CARE-Krisenreport: 2025 vergessene humanitäre Krisen

Bonn. Die vergessene humanitaere krisen weltweit waren Thema des aktuellen CARE-Krisenreports 2025. Der Bericht macht deutlich, dass insbesondere die humanitäre Krise in der Zentralafrikanischen Republik mit nur 1.532 Online-Artikeln die am wenigsten beachtete Krise darstellt, obwohl Millionen Menschen in Not sind.

Vergessene Krisen aufdecken

Der zehnten Ausgabe des CARE-Krisenreports liegt eine umfangreiche Analyse von über fünf Millionen Online-Artikeln zugrunde. Dabei wurden 43 humanitäre Krisen mit mindestens einer Million Betroffenen untersucht. Die Zentralafrikanische Republik führt die Liste der am geringsten beachteten Krisen an. Dort sind 2,4 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, etwa jeder fünfte ist auf der Flucht. Trotz dieses langanhaltenden Konflikts fand die Krise kaum mediale Beachtung.

Krisen in Afrika dominieren

Acht der zehn am wenigsten berichteten Krisen befinden sich in Afrika. Namibia, Sambia, Malawi, Angola, Burundi, Simbabwe und Madagaskar sind ebenfalls auf der Liste. Die häufigen Wetterextreme durch den Klimawandel verschärfen dort die Situation mit Ernteausfällen, Wasserknappheit und Nahrungsmittelmangel. In Simbabwe gefährdet beispielsweise die durch El Niño ausgelöste Dürre umfangreich die Ernährungssicherheit, besonders in ländlichen Gebieten.

„Die geringe internationale Aufmerksamkeit ist nicht gerade hilfreich, wenn notleidende Familien dringend auf Unterstützung hoffen“, sagte Charlene Pellsah Ambali, stellvertretende CARE-Länderdirektorin in Simbabwe.

Globale Vernachlässigung trotz hoher Betroffenheit

Auch außerhalb Afrikas zählen die Krisen in Honduras und Nordkorea zu den vergessenen Notlagen. In Nordkorea leiden schätzungsweise fast 11 Millionen Menschen unter Unterernährung. Die Europäische Union betont die Dringlichkeit, diese Krisen sichtbar zu machen und humanitäre Hilfe zu stärken.

„Für die notleidenden Menschen sind diese Krisen keineswegs ‚vergessen'“, sagte Hans Das von der Europäischen Kommission (DG ECHO). „CAREs jährlicher Bericht über vergessene Krisen ist ein wertvolles Instrument, um zumindest etwas Licht ins Dunkel zu bringen.“

  • Zentralafrikanische Republik: 2,4 Millionen Menschen in Not, 20 % auf der Flucht
  • Namibia: 1,3 Millionen Menschen mit Ernährungsunsicherheit
  • Sambia: 5,5 Millionen Menschen auf Hilfsgüter angewiesen
  • Weitere Krisen in Malawi, Honduras, Nordkorea, Angola, Burundi, Simbabwe und Madagaskar

Mehr zum Thema und zur Methodik des Berichts finden Sie auf der Webseite von CARE Deutschland sowie ausführliche Informationen zur humanitären Situation bei UNOCHA.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung vergessener humanitärer Krisen für Deutschland und die Welt

Die im CARE-Krisenreport aufgeführten Krisen haben global weitreichende Auswirkungen. Für Deutschland und die europäische Gemeinschaft ist es wichtig, eine informierte Öffentlichkeit und Politik zu fördern, die vergessene humanitäre Krisen nicht außer Acht lässt. Die mangelnde Berichterstattung führt häufig zu einer geringer finanziellen Förderung für die Hilfsprogramme vor Ort. CARE setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, auf diese Notlagen aufmerksam zu machen und nachhaltige Unterstützung zu leisten.

Bürgerinnen und Bürger können das Thema durch gezielte Informationsbeschaffung und Engagement unterstützen. Geplante weitere Ausgaben des Krisenreports sollen helfen, das Bewusstsein für diese humanitären Herausforderungen zu stärken und konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft zu liefern.

Weitere aktuelle Beiträge zu regional und global relevanten Themen finden Interessierte auf regionalupdate.de.

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