Düsseldorf. Der Ingenieurarbeitsmarkt Fachkräftemangel Deutschland betrifft aktuell viele Branchen unterschiedlich stark. Laut dem VDI/IW-Ingenieurmonitor Q3 2025 stieg die Arbeitslosigkeit in IT- und Ingenieurberufen um 17,6 Prozent, während Fachkräftemangel besonders im Bauingenieurwesen weiter verschärft ist.
Ingenieurmarkt unter Druck
Der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor zeigt eine deutliche Veränderung am Ingenieurarbeitsmarkt. Insgesamt sank die Zahl der offenen Stellen um 23 Prozent auf 99.470. Besonders betroffen sind die IT-Berufe mit einem Rückgang von 37,7 Prozent bei den offenen Stellen, sowie die Kunststoff- und chemische Industrie mit einem Rückgang von 25,1 Prozent. Einzig in der Metallverarbeitung stiegen die offenen Stellen geringfügig um 3,6 Prozent.
Branchen mit unterschiedlichen Entwicklungen
Während IT und Kunststoffproduktion Stellen abbauen, gibt es in der Metallverarbeitung leichte Zuwächse. Beim Bauingenieurwesen sind hingegen die Engpässe besonders hoch. Mit 306 offenen Stellen pro 100 Arbeitslosen ist dieser Bereich am stärksten von Fachkräftemangel betroffen, gefolgt von Energie- und Elektrotechnik mit 271 offenen Stellen pro 100 Arbeitslosen.
„In den kommenden Jahren ist durch Digitalisierung, Klimaschutz, demografischen Wandel sowie Investitionen in Infrastruktur zu erwarten, dass der Bedarf an Beschäftigten in den Ingenieur- und Informatikberufen wieder zunehmen wird“, sagte VDI-Arbeitsmarktexperte Maximilian Stindt.
Ursachen des Fachkräftemangels
Der Fachkräftemangel wird durch den Renteneintritt vieler Babyboomer, sinkende Studienzahlen und mangelnde Technik- und Mathematikkompetenzen bei Schülern verschärft. So sank die Zahl der Studierenden in Ingenieurwissenschaften zwischen 2016 und 2023 um über 11 Prozent.
„Der drohende Fachkräftemangel gefährdet die Umsetzung von Infrastrukturprogrammen und die Zukunft des Technologiestandorts Deutschland“, ergänzte VDI-Direktor Adrian Willig.
- Arbeitslosigkeit in IT- und Ingenieurberufen stieg um 17,6 Prozent
- Offene Stellen insgesamt um 23 Prozent gesunken
- Engpass im Bauingenieurwesen besonders hoch
- Zahl der Ingenieurstudierenden um mehr als 11 Prozent gesunken
Integration ausländischer Fachkräfte als Lösungsansatz
Ein wichtiger Schlüssel gegen den Fachkräftemangel ist die Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte. Der Anteil ausländischer Beschäftigter in Ingenieurberufen stieg seit 2012 von 6 Prozent auf 11,4 Prozent. Besonders viele Fachkräfte kommen aus Indien, der Türkei und Italien. Bayern profitiert dabei stark vom Zuzug ausländischer Ingenieure. Mentoring-Programme wie VDI-Xpand unterstützen die Integration und ermutigen zur Nutzung von potentialorientierten Maßnahmen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Fachkräftemangel am Ingenieurarbeitsmarkt – Bedeutung für die Region und Ausblick
Für Deutschland und insbesondere Regionen mit hoher Technologiedichte wie Bayern ist der Fachkräftemangel am Ingenieurarbeitsmarkt eine große Herausforderung. Bürgerinnen und Bürger spüren die Auswirkungen in verzögerten Projekten und eingeschränkter Innovationskraft. Eine praxisorientierte Ingenieurausbildung von der Kita bis zur Weiterbildung wird vom VDI als notwendig erachtet, ebenso die gezielte Förderung von Mädchen und jungen Frauen für technische Berufe.
Zukünftig setzt der VDI auch auf die stärkere Unterstützung ausländischer Fachkräfte und den Abbau bürokratischer Hürden. Weitere Initiativen und Programme wie die High-Tech-Agenda der Bundesregierung sollen die Lage langfristig verbessern. Informationen zur Entwicklung am Ingenieurarbeitsmarkt finden Interessierte auch auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite des VDI VDI Ingenieurmonitor.
Eine nachhaltige Sicherung von Fachkräften ist entscheidend, um Deutschlands technologischen Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
