In Kolumbien führen die Streichungen von US-Entwicklungsgeldern zu massiven Einschnitten bei der Humanitären Hilfe, der Drogenbekämpfung und Friedensförderung. Esteban Reyes, Nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Kolumbien sagt: "Seit Anfang 2025 schrumpft unser Sicherheitsnetz. Die Humanitäre Hilfe ist vielerorts ins Stocken geraten, jetzt kämpfen wieder mehr Familien mit Lebensmittel- und Wasserknappheit. Für Jugendliche fallen Förderprogramme weg. Die Folge: Die Zahl der Schulabbrecher steigt und es werden wieder mehr Jugendliche von Banden rekrutiert. Im Zentrum dieses Sturms stehen die Kinder!" / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/1658 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Stopp der US-Entwicklungshilfe trifft Kolumbien hart

Bogotá. Die Kürzungen der US-Entwicklungshilfe in Kolumbien führen zu erheblichen Einschränkungen bei humanitärer Unterstützung, Drogenbekämpfung und Friedensförderung. Die US Entwicklungshilfe Kolumbien war bislang eine bedeutende Säule für zahlreiche Programme, deren Ausfall Kinder und Familien stark belastet.

Kinder in Gefahr durch Stopp der US Entwicklungshilfe Kolumbien

Die Streichung zentraler Förderprogramme durch die US-Entwicklungsbehörde USAID hat in Kolumbien gravierende Folgen. 2024 flossen noch rund 400 Millionen US-Dollar in die Unterstützung, wovon zahlreiche Projekte in den besonders konfliktreichen Pazifik- und Grenzregionen abhingen. Dort sind viele Einsatzteams der humanitären Hilfe inzwischen abgezogen, wie Esteban Reyes, Nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Kolumbien, berichtet.

Rückgang humanitärer Hilfen

Mindestens acht Millionen Kolumbianer benötigen Hilfe, darunter Geflüchtete aus Venezuela und Ecuador. Aufgrund des Wegfalls der Hilfsprogramme verschärfen sich ihre Versorgungsprobleme, insbesondere bei Nahrungsmitteln und Wasser. Ebenso fallen Bildungsangebote und Schutzräume für Kinder und Jugendliche weg.

Zunahme von Kinder- und Jugendgefährdung

Die Region ist geprägt von bewaffneten Gruppen, die etwa 70 Prozent des Staatsgebiets kontrollieren. Die Auflösung der psychosozialen Förderprogramme führt zu einer steigenden Zahl von Schulabbrechern und einer wachsenden Gefahr der Rekrutierung von Jugendlichen durch Banden.

„Seit Anfang 2025 schrumpft unser Sicherheitsnetz. Die Humanitäre Hilfe ist vielerorts ins Stocken geraten, jetzt kämpfen wieder mehr Familien mit Lebensmittel- und Wasserknappheit. Für Jugendliche fallen Förderprogramme weg“, sagte Esteban Reyes.

Neben der humanitären Krise verschärft sich auch die Situation der knapp 3,5 Millionen Migranten in Kolumbien, darunter 1,8 Millionen Kinder. Die Abschmelzung der US-Unterstützung, einschließlich der ab 2026 geplanten vollständigen Abzugs des US-Außenministeriums, hinterlässt eine erhebliche Finanzierungslücke.

  • Rückgang der humanitären Hilfe vor allem in Pazifik- und Grenzregionen
  • Wegfall von Schutz- und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche
  • Zunahme von Gewalt, Zwangsrekrutierung und Perspektivlosigkeit jungendlicher Menschen
  • Große Zahl von Geflüchteten und Migranten mit ansteigendem Unterstützungsbedarf

Die SOS-Kinderdörfer versuchen mit Überbrückungsfinanzierungen, die Auswirkungen auf bedürftige Kinder und Jugendliche abzumildern. Beispiele sind die Projekte „Childhood Matters“ in Bogotá und Soacha sowie „Together We Rise for Youth“ in fünf Regionen.

Beispielhafte Informationen zu humanitärer Hilfe und Geflüchtetenhilfe finden sich auf den Seiten des UNHCR (UNHCR Deutschland).

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung der US Entwicklungshilfe Kolumbien für die lokale Bevölkerung und Perspektiven

Die Kürzungen der US-Finanzierung treffen eine der vulnerabelsten Gruppen in Kolumbien besonders hart: Kinder, Jugendliche sowie Migrantenfamilien. Die Herausforderung liegt dabei nicht nur in der unmittelbaren Versorgung, sondern auch in der langfristigen Stabilisierung und Prävention von Gewalt und Kriminalität.

Die Region kämpft mit der Kontrolle durch bewaffnete Gruppen, die illegale Kokainproduktion und daraus resultierende soziale Probleme verstärken. Die fehlende psychosoziale Betreuung jugendlicher Risikogruppen erhöht die Gefahr von Perspektivlosigkeit und Kriminalität.

Praktisch bedeutet das für die Bevölkerung eine reduzierte Verfügbarkeit sozialer Angebote, steigende Unsicherheit sowie wachsenden Druck auf lokale Behörden und Hilfsorganisationen. Die SOS-Kinderdörfer fordern deshalb, dass andere Länder wie Deutschland eine Überbrückungsfinanzierung leisten, um die entstandene Lücke zu schließen.

Weitere Entwicklungen könnten sich durch den verstärkten Einsatz lokaler und internationaler Partner abzeichnen. Langfristig hängt die Situation jedoch auch von politischen Entscheidungen und neuen Förderzusagen ab.

Lesen Sie weitere regionale Berichte und Hintergründe zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit auf regionalupdate.de.

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