BDEW prognostiziert Netzausbaubedarf bis 2045

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Bonn. Die Stromverteilnetzbetreiber haben ihre regionalen Prognosen zur künftigen Anschlussleistung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen bis 2045 vorgelegt. Die Netzausbau Regionalszenarien 2045 zeigen eine erhebliche Steigerung der installierten Leistungen, vor allem bei Photovoltaik, Windenergie und Großbatteriespeichern, was eine umfassende Netzausbautätigkeit und verbesserte Rahmenbedingungen für Investitionen erfordert.

Netzausbau notwendig jetzt: Analysen und Prognosen aus den Regionalszenarien 2045

Umfassende Prognosen der Verteilnetzbetreiber

Die 82 großen Verteilnetzbetreiber in Deutschland haben gemeinsam mit kleineren Betreibern umfassende Regionalszenarien entwickelt, die bis zum Jahr 2045 eine starke Zunahme der Netzanschlussleistungen prognostizieren. Die Daten dienen als Fundament für die Netzausbaupläne, die alle zwei Jahre erstellt werden. Einbezogen sind jetzt auch Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden, was die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Vorhersagen deutlich erhöht.

Die Prognosen ergeben eine Vervierfachung der aktuell installierten Photovoltaik-Leistung auf 425 Gigawatt peak (GWp) sowie eine Verdreifachung der Windenergie an Land auf circa 175 GW. Besonders auffällig ist der erwartete Anstieg von Großbatteriespeichern im Verteilnetz von aktuell etwa zwei GW auf etwa 68 GW im Jahr 2045. Auch die Anschlussleistung eigenständiger Rechenzentren soll von weniger als zwei GW auf knapp 37 GW ansteigen.

Herausforderungen und finanzielle Rahmenbedingungen

Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, betont die enorme Herausforderung, die mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Elektrifizierung von Wärme, Mobilität und weiteren Bereichen einhergeht. Die Netzbetreiber stehen vor einer „Herkulesaufgabe“, die erhebliche Investitionen erfordert. Laut Andreae handelt es sich um ein historisches Investitionsprogramm in Milliardenhöhe, für das verstärkt privates Kapital gewonnen werden muss.

Für die erfolgreiche Umsetzung des Netzausbaus sind nach Aussage des BDEW wettbewerbsfähige finanzielle Anreize sowie eine Verbesserung der regulatorischen Bedingungen unabdingbar. Die aktuelle Verschlechterung der Anreizregulierung durch die Ergebnisse von NEST müsse korrigiert werden, um höhere Verzinsungen für Investoren zu ermöglichen und damit den Netzausbau zu beschleunigen.

„Die Elektrifizierung von Energie, Wärme und Mobilität hat zu einer massiven Zunahme von Netzanschlussbegehren geführt. Mit den Regionalszenarien wird diesen Anforderungen netzplanerisch entsprochen. Denn klar ist, dass langfristig nur der Netzausbau helfen kann, die Netzanschlusskapazitäten zu verbessern“, erklärte Kerstin Andreae.

Für weiterführende Informationen und die detaillierten Regionalszenarien steht das gemeinsame Netzportal der Verteilnetzbetreiber VNBdigital zur Verfügung. Ergänzend bietet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fundierte Einblicke und politische Positionen unter bdew.de.

Ausblick Netzausbau Regionalszenarien 2045

Die Verteilnetzbetreiber werden im Oktober 2026 ihre nächsten Netzausbaupläne veröffentlichen, die auf den aktuellen Regionalszenarien basieren. Diese Pläne werden konkrete Maßnahmen zur Verstärkung, Modernisierung und zum Ausbau der Netze enthalten. Derzeit ist geplant, den Netzausbau intensiv voranzutreiben und die regulatorischen Rahmenbedingungen gemeinsam mit politischen Instanzen weiter zu optimieren, um die Finanzierung der notwendigen Infrastruktur sicherzustellen.

Die Netzausbau Regionalszenarien 2045 sind somit eine wichtige Grundlage für die Energiewende und die Modernisierung der Stromverteilnetze in Deutschland bis Mitte dieses Jahrhunderts.

Mehr zu den Themen rund um Energiewende und Netzplanung lesen Sie auf regionalupdate.de.

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