Osnabrück. Die Unternehmensinsolvenzen im Wirtschaftsraum Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sind im Jahr 2025 weiter gestiegen. Der Anstieg um 5,9 Prozent auf insgesamt 307 Fälle markiert den höchsten Stand seit 2011. Die Fokus-Keyphrase „Unternehmensinsolvenzen Osnabrück Emsland“ beschreibt das zentrale Thema dieses Anstiegs.
Insolvenzen steigen erneut: Ursachen und Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen Osnabrück Emsland
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim berichtet, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Region 2025 mit 307 Fällen um 5,9 Prozent höher lag als im Vorjahr. Niedersachsenweit stieg die Zahl um 4,7 Prozent. Die Entwicklung ist vor allem bei größeren Unternehmen besorgniserregend: Die Anzahl insolventer GmbHs nahm um 10,3 Prozent auf 203 Fälle zu. Dies deutet darauf hin, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten zunehmend Betriebe mit mehr Beschäftigten und höherem Kapitalbedarf treffen.
Branchenentwicklung und regionale Unterschiede
Die Insolvenzzahlen entwickeln sich unterschiedlich in den einzelnen Branchen. Das Gastgewerbe verzeichnet mit einem Anstieg von 25 Prozent den stärksten Zuwachs. Auch im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Fälle um 7,7 Prozent, im Handel um 3,4 Prozent. Das Baugewerbe hingegen verzeichnete einen Rückgang um 6,5 Prozent. Regional zeigt die Stadt Osnabrück einen Rückgang der Insolvenzen um 8,2 Prozent. Im Landkreis Osnabrück stiegen sie jedoch um 32,4 Prozent, im Landkreis Emsland um 4,1 Prozent, während die Grafschaft Bentheim einen Rückgang von 5,9 Prozent meldet.
„Die Insolvenzzahlen bewegen sich auf einem hohen Niveau und zeigen, dass viele Unternehmen erheblich unter Druck stehen“, sagte Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim.
Gründe für die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen Osnabrück Emsland
Als Ursachen für die steigende Insolvenzzahl nennt die IHK erhöhte Energie- und Lohnkosten, eine schwache Nachfrage sowie anhaltende politische Unsicherheiten. Besonders auffällig ist der Anstieg der mangels Masse abgewiesenen Verfahren um 19,7 Prozent auf 91 Fälle. Dies weist auf eine starke wirtschaftliche Schwächung vieler Unternehmen hin, bei denen ein reguläres Insolvenzverfahren nicht mehr möglich ist.
„Die Unternehmen brauchen jetzt vor allem eines: Luft zum Atmen. Dafür braucht es spürbare Entlastungen bei der Stromsteuer und den Energiepreisen, wieder stabile Sozialabgaben und einen Bürokratieabbau, der diesen Namen auch verdient“, betonte Marco Graf.
IHK-Unterstützung für betroffene Unternehmen
Die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim bietet Unternehmen, die sich in wirtschaftlicher Schieflage befinden, Unterstützung an. Ein nächster Sprechtag zu Restrukturierung und Sanierung findet am 18. März 2026 im IHK-Regionalbüro Lingen statt. Interessierte Unternehmen können sich telefonisch oder per E-Mail informieren oder die Webseite der IHK besuchen.
Weitere Informationen zur allgemeinen Wirtschaftslage in der Region sind unter regionalupdate.de erhältlich. Zudem bietet das Landesamt für Statistik Niedersachsen umfangreiche Daten zu Insolvenzen und Wirtschaftsentwicklungen auf statistik.niedersachsen.de.
Zukunftsaussichten und geplante Maßnahmen für Unternehmensinsolvenzen Osnabrück Emsland
Die IHK fordert kurzfristige steuerliche und politische Maßnahmen, um die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zu entlasten. Die für 2028 vorgesehenen Steuererleichterungen bei Körperschaftsteuer und Thesaurierung werden als zu spät angesehen. Ein Vorziehen der Entlastungen soll ein Zeichen für investitionsfreundliche Bedingungen in der Region sein. Der offene Dialog und die Unterstützung durch Beratungstermine sollen den betroffenen Firmen kurzfristig Hilfe ermöglichen. Weitere Sprechtage sind geplant, um Unternehmen durch die schwierige wirtschaftliche Phase zu begleiten.