Jugendstudie enthüllt Lücken in Berufsorientierung

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Hamburg. Die aktuelle Jugendstudie Berufsorientierung MINT von NORDMETALL, NORDAKADEMIE und ifaa offenbart signifikante Defizite im Übergang von Jugendlichen in technische Berufe. Befragt wurden über 2.700 Abiturientinnen und Abiturienten sowie 200 Unternehmensleitungen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Jetzt Fachkräfte sichern: entscheidende Ergebnisse der Jugendstudie Berufsorientierung MINT

Die Studie zeigt drei zentrale Herausforderungen für die Fachkräftesicherung im Metall- und Elektrobereich auf, die insbesondere die MINT-Kompetenzen betreffen.

1. Unrealistische Gehaltsvorstellungen und geringe Berufswahlpräferenzen

Abiturienten unterschätzen ihre zukünftigen Gehälter in der Industrie um etwa 800 bis 1.100 Euro monatlich. Gleichzeitig bevorzugen sie eher Tätigkeiten im Management oder Marketing gegenüber gewerblich-technischen Berufsfeldern wie Montage oder Instandhaltung. Dieses Ungleichgewicht erschwert die Gewinnung von Nachwuchskräften für technische Berufe.

2. Die MINT-Lücke bei Jugendlichen – insbesondere bei Mädchen

Nur 9 Prozent der Jugendlichen nennen MINT-Fächer (Mathematik, Physik, Informatik) als ihre Lieblingsfächer, Jungen sind dabei dreimal häufiger MINT-Begeisterte als Mädchen. Zudem beschäftigt sich die Hälfte der Mädchen und ein deutlich geringerer Anteil der Jungen kaum mit Computertechnologie, was für die zunehmende Technologisierung der Arbeitswelt problematisch ist.

3. Diskrepanz bei Berufsorientierung und Bewerbungsanforderungen

Die Berufsorientierung an Schulen wird von den Unternehmen schlechter bewertet (Durchschnittsnote 3,2) als von den Jugendlichen selbst (Note 2,6). Für Bewerbungen legen Unternehmen besonderen Wert auf Fachnoten, besonders in Mathematik, auf IT-Kenntnisse und absolvierte Praktika, während der allgemeine Notendurchschnitt weniger bedeutend ist.

„Berufsorientierung ist wichtig, weil sie jungen Menschen praktische Perspektiven eröffnet und weil sie Schule und Wirtschaft miteinander verbindet“, erklärte Thomas Küll von NORDMETALL.

Förderung der MINT-Kompetenzen als Schlüssel für die Zukunft

Prof. Dr. Stefan Wiedmann von der NORDAKADEMIE betont die Bedeutung der frühzeitigen MINT-Förderung: „Deutschlands Zukunft hängt davon ab, junge Menschen früh für MINT zu begeistern – denn hier ist der Fachkräftemangel am größten.“ Nachhaltige Bildungsmaßnahmen entlang der gesamten Bildungskette sind daher notwendig.

„Wenn wir heute nicht in die berufliche Orientierung und Ausbildung junger Menschen investieren, wird uns morgen die Fachkräftelücke mit voller Wucht treffen“, warnte Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser vom ifaa.

Generation Z zeigt hohe Leistungsbereitschaft und Zukunftsoptimismus

Die Studie widerspricht gängigen Klischees. Zwei Drittel der Jugendlichen streben eine Vollzeitbeschäftigung an, über die Hälfte ist bereit, situativ Überstunden zu leisten und fast die Hälfte sieht sich in Führungspositionen. 87 Prozent blicken zuversichtlich in ihre berufliche Zukunft.

Konkrete Impulse für Unternehmen

Unternehmen sollten den Wunsch der Jugendlichen nach sicheren Arbeitsplätzen, Freude an der Arbeit und Aufstiegsmöglichkeiten stärker berücksichtigen. Der direkte, frühzeitige Austausch mit jungen Menschen, beispielsweise über Schulkooperationen, wird als wichtiger Schlüssel empfohlen, um das Interesse an MINT-Berufen zu stärken und Fachkräfte langfristig zu sichern.

Weitere Informationen und die vollständige Broschüre finden Interessierte auf der Webseite von NORDMETALL: Jugendstudien 2022 – 2024 | Jugendumfrage.

Lesen Sie auch Artikel zu Berufsausbildung und Karrierechancen auf regionalupdate.de.

Ausblick und weitere Schritte zur Fachkräftesicherung

Die Ergebnisse der Jugendstudie verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Berufsorientierung und Förderung von MINT-Kompetenzen bei Jugendlichen. Aufbauend auf den Studienergebnissen sind verstärkte Bildungskooperationen zwischen Schulen und Unternehmen sowie ein umfassendes gesellschaftliches Engagement geplant, um das Potenzial der Generation Z gezielt zu unterstützen.

Die NORDMETALL-Stiftung und NORDAKADEMIE setzen hierbei auf ganzheitliche Bildungsansätze, um den Fachkräftenachwuchs für die Metall- und Elektroindustrie nachhaltig zu sichern. Weitere Studien und Förderprogramme werden in den kommenden Jahren folgen, um den Wandel zu begleiten.

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