Berlin. Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth prägte mit ihrer konsequenten Haltung die deutsche HIV-Prävention maßgeblich. Ihre Werte und Strategien, verkörpert in der Fokus-Keyphrase Rita Süssmuth HIV Prävention, setzten früh auf gesellschaftlichen Dialog statt Ausgrenzung.
Rita Süssmuths Vermächtnis: Maßstäbe für erfolgreiche HIV-Prävention
Weichenstellung in der Aids-Krise
Rita Süssmuth war in den 1980er Jahren als Bundesgesundheitsministerin maßgeblich an der Gestaltung der deutschen HIV-Präventionspolitik beteiligt. Im Gegensatz zu verbreiteten Tendenzen in Teilen der damaligen Regierung zur Isolation Betroffener verfolgte sie einen auf Offenheit und Solidarität basierenden Ansatz. Ihr Leitsatz „Wir bekämpfen die Krankheit, nicht die Kranken“ unterstrich diese Haltung und legte den Grundstein für eine gesellschaftliche Lernstrategie im Umgang mit HIV/Aids.
Partnerschaftliche Präventionskonzepte
Süssmuth erkannte, dass gerade die am stärksten von HIV/Aids betroffenen Gruppen wichtige Partner in der Prävention sind. Sie förderte den Dialog auf Augenhöhe und ermöglichte staatliche Unterstützung für Selbsthilfegruppen. Das daraus entstandene Konzept der „strukturellen Prävention“ ist bis heute ein zentraler Bestandteil der deutschen HIV-Strategie. Dabei wurden auch Maßnahmen wie die Vergabe steriler Spritzen und die Substitutionstherapie etabliert, Standards, die heute als unverzichtbar gelten.
Einfluss auf Menschenwürde und gesellschaftliche Akzeptanz
Ihr Einsatz trug zur Emanzipation vulnerabler Gruppen, etwa schwuler Männer, bei und setzte klare Zeichen gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung. Ulf Kristal, Vorstandsmitglied der Deutschen Aidshilfe, betonte die herausragende Bedeutung Süssmuths:
„Rita Süssmuth war eine Ausnahmepolitikerin, die ihr Leben lang auf bewundernswerte Weise Menschlichkeit und Haltung bewiesen hat. Mutig und unbeugsam trat sie gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung ein… Ihre Bedeutsamkeit für die Erfolge der deutschen HIV-Prävention kann kaum überschätzt werden.“
Würdigung und Engagement bis zuletzt
Im Jahr 2016 wurde Süssmuth bei einem Empfang mit der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Aidshilfe ausgezeichnet. Auch noch in den letzten Jahren ihres Lebens engagierte sie sich öffentlich für die Bekämpfung von Aids und warnte vor möglichen Rückschlägen durch Kürzungen globaler Fördermittel. Im Jahr 2025 unterzeichnete sie öffentlich einen „Weckruf“ zum Welt-Aids-Tag, der zu verstärkten Maßnahmen aufrief.
Beispiel: Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Abschied mit bleibendem Einfluss auf regionale Präventionsarbeit
Die Verdienste von Rita Süssmuth hinterlassen auch in der regionalen Präventionsarbeit nachhaltige Spuren. Die integrative und auf Menschenwürde basierende HIV-Prävention ihrer „Süssmuth-Linie“ prägt noch heute lokale Strategien, auch in Hessen und angrenzenden Regionen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies weiterhin Zugang zu umfassenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie Schutzmaßnahmen gegen HIV.
Die Deutsche Aidshilfe und weitere Organisationen planen, ihr Wirken künftig verstärkt öffentlich zu würdigen und auf das Erbe Süssmuths in der Aufklärung und Prävention hinzuweisen. Weitere Informationen zur HIV-Prävention finden Sie bei der Deutschen Aidshilfe sowie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.
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