Düsseldorf. Eine aktuelle Analyse führender Herz-Kreislauf-Experten im European Heart Journal zeigt, dass Nikotin Herz Gefäße schädigt – unabhängig von der Konsumform. E-Zigaretten, Shishas und andere nikotinhaltige Produkte sind demnach keineswegs harmlos, besonders bei Jugendlichen wächst der Konsum besorgniserregend.
Nikotin schadet Herz
Eine Forschungsarbeit von Prof. Thomas Münzel und weiteren Experten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fasst den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Einfluss von Nikotin auf das Herz-Kreislauf-System zusammen. Demnach wirkt Nikotin als kardiovaskuläres Toxin, das auch ohne Verbrennungsprodukte die Herzfrequenz erhöht, Gefäße schädigt und die Entstehung von Atherosklerose beschleunigt.
Wirkung von Nikotin ohne Rauch
Obwohl E-Zigaretten und Vapes keinen klassischen Rauch erzeugen, löst der inhalierten Dampf eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems aus. Das führt unter anderem zu Blutdruckanstiegen und Gefäßverengungen. Auch orale Nikotinprodukte, Nikotinbeutel und andere Formen bergen ähnliche Risiken. Prof. Münzel betont:
„Nikotin ist kein harmloser Begleitstoff. Wir wissen, dass er auch die Herzfrequenz in die Höhe treibt, Gefäße schädigt und die Entstehung von Atherosklerose beschleunigt.“
Risiken beim Shisha-Rauchen
Das Rauchen von Wasserpfeifen verbreitet sich insbesondere bei Jugendlichen als Social-Media-taugliches Event. Eine 45-minütige Shisha-Session erzeugt allerdings so viel Rauch wie etwa 100 Zigaretten. Der enthaltene Rauch umfasst Kohlenmonoxid, Schwermetalle und weitere Schadstoffe in Konzentrationen, die mit klassischen Zigaretten vergleichbar oder höher sind. Auswirkungen sind u. a. eine gestörte Gefäßfunktion und erhöhte Entzündungswerte im Körper.
Nikotin Herz Gefaesse: Jugendlicher Konsum steigt besorgniserregend
Die Deutsche Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA-Studie) zeigt, dass etwa 34 % der 25- bis 64-Jährigen und 9,5 % der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland rauchen. Seit 2024 ist bei Jugendlichen ein Anstieg des Konsums zu beobachten, besonders von E-Zigaretten.
Einfluss von Social Media und Aromen
Aromatisierte Nikotinprodukte, auffällige Designs und gezielte Werbung in sozialen Medien senken die Einstiegshürden für junge Menschen. Influencer tragen zur Verbreitung eines harmlosen Images bei. Prof. Münzel warnt vor einer „globalen pädiatrischen Suchtkrise“:
„Viele junge Menschen kommen erstmals über E-Zigaretten in Kontakt.“
Politischer Handlungsbedarf
Die Experten fordern ein umfassendes Regelwerk für alle nikotinhaltigen Produkte, das bestehende Werbeverbote konsequent durchsetzt, Aromen einschränkt und einheitliche Nutzungsregeln etwa für Innenräume entwickelt. Bereits vorhandene Altersgrenzen und Warnhinweise reichen demnach nicht aus.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Fazit: Bedeutung für Düsseldorf und Umgebung
Für die Bürgerinnen und Bürger in Düsseldorf und der weiteren Region bedeutet die aktuelle Analyse eine Warnung vor vermeintlich harmlosen Nikotinprodukten wie E-Zigaretten oder Shishas. Insbesondere Jugendliche sollten vor den Risiken geschützt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit Sitz in Düsseldorf unterstützt den Wissenstransfer und setzt sich für bessere politische Maßnahmen ein. Weitere Informationen und wissenschaftliche Leitlinien stehen auf Herzmedizin.de bereit.
Zudem ist es ratsam, offizielle Quellen wie die World Health Organization zur Tabakprävention zu nutzen. Zukünftig wird die Entwicklung strengerer Regulierungen beobachtbar bleiben, um den Trend zu einem gestiegenen Nikotinkonsum bei Jugendlichen einzudämmen und die kardiovaskuläre Gesundheit in Deutschland zu schützen.

