Aachen. Der erste wasserstoffbasierte Setra Reisebus wurde von FEV in Zusammenarbeit mit Daimler Buses entwickelt. Das Fahrzeug basiert auf einem herkömmlichen Setra-Reisebus und ist für Erprobungszwecke mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattet, der emissionsfreie Langstreckenfahrten ermöglichen soll.
Innovativer Wasserstoffbus Start
Der neu entwickelte Reisebus mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb zeichnet sich durch mehrere technische Besonderheiten aus. Unter anderem verfügt der „H2 Coach“ über ein Cellcentric-Brennstoffzellenaggregat mit 300 kW elektrischer Leistung, zwei Wasserstofftanks mit einer Gesamtkapazität von 46 Kilogramm sowie einen Zentralmotor, der dauerhaft 320 kW bzw. maximal 400 kW Leistung bereitstellt. Ein integriertes Batteriesystem sorgt für die Speicherung von Zwischen- und Spitzenlasten. Damit erreicht das Fahrzeug Reichweiten von mindestens 800 Kilometern pro Tankfüllung.
Integration verschiedener Komponenten
Die Zusammenarbeit zwischen FEV und Daimler Buses umfasste die vollständige Umrüstung eines Diesel-Reisebusses zu einem Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug. Interessant ist, dass die eingesetzten Einzelkomponenten aus unterschiedlichen Technologieplattformen von Daimler Buses und Daimler Truck stammen. FEV übernahm die mechanische Konstruktion sowie die elektrische und elektronische Integration (E/E-Integration). Dabei wurden auch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für Crash-Szenarien, Hochvolt- und Wasserstoffsysteme berücksichtigt.
Sicherheitsaspekte und Zulassung
Ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt lag auf der Sicherheitstechnik. Das Projektteam entwickelte Sicherheitsvorkehrungen für verschiedene Crash-Lastfälle und überprüfte die funktionale Sicherheit des Antriebssystems. Der Bus durchlief erfolgreich TÜV-Abnahmen sowie elektromagnetische Verträglichkeitsprüfungen (EMV). Nach rund zwei Jahren Projektlaufzeit erfolgte im Sommer 2025 die Übergabe des Prototyps an Daimler Buses.
„Der ‚H2 Coach‘ demonstriert eindrucksvoll, wie sich komplexe Subsysteme zu einem erprobungsfähigen, sicheren Gesamtfahrzeug integrieren lassen, wenn Fahrzeug-, Powertrain und E/E-Kompetenz aus einer Hand kommen“, sagte Klaus Wolff, Vice President Project Management bei FEV.
Vorteile des wasserstoffbasierten Antriebs
Der neue Brennstoffzellen-Reisebus bietet folgende Vorteile:
- Lokale Emissionsfreiheit im Fahrbetrieb
- Kurze Betankungszeiten
- Reichweiten von mindestens 800 Kilometern pro Tankfüllung
- Geräuscharmer Betrieb für mehr Fahrkomfort
Diese Merkmale unterstreichen die Praxistauglichkeit der Technologie, die insbesondere für Langstreckenfahrten von Reisebussen relevant ist.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Ausblick und Bedeutung für die Region Aachen
Die Entwicklung des wasserstoffbasierten Setra Reisebusses ist ein wichtiger technologischer Fortschritt für die Mobilitätsbranche in der Region Aachen, einem Zentrum der Fahrzeugentwicklung und des Antriebstechnologie-Innovations. Für Bürgerinnen und Bürger könnte dies langfristig eine umweltfreundlichere und leisere Mobilitätsalternative im Regionalverkehr bedeuten.
Daimler Buses plant weitere Erprobungen mit dem „H2 Coach“, um die Brennstoffzellentechnologie unter Alltagsbedingungen zu testen und für den Serieneinsatz vorzubereiten. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit FEV zeigt das Potenzial regionaler Entwicklungsnetzwerke. Aktuelle Informationen zur Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen finden sich unter anderem auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Weitere Beiträge der regionalen Fahrzeugentwicklung veröffentlicht das Online-Magazin regionalupdate.de.