Halle. Der hallesche Wirtschaftsforscher Reint Gropp warnt vor Gefahren für die AfD Wissenschaftsfreiheit Sachsen-Anhalt, falls die Partei bei den bevorstehenden Landtagswahlen siegt. Er sieht insbesondere Risiken für eine unabhängige wissenschaftliche Forschung in der Region.
Wissenschaftsfreiheit in Gefahr
Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), betont, dass die AfD eine auffällige Skepsis gegenüber der Wissenschaft zeige. Zwar strebe die Partei nicht offen eine Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit an, jedoch zweifle sie an der Unabhängigkeit von Forschungsergebnissen. Dies offenbare sich insbesondere bei kontroversen Themen wie dem Klimawandel.
Kritik an wissenschaftlichen Erkenntnissen
Neben der Ablehnung des menschengemachten Klimawandels kritisiert Gropp, dass auch in der Wirtschaftsforschung belegte Erkenntnisse, etwa zur positiven Wirkung von Einwanderung auf das Wirtschaftswachstum, von der AfD eher nicht anerkannt würden. Dies könne die Forschungsfreiheit und die Offenheit des wissenschaftlichen Diskurses beeinträchtigen.
Vorbereitungen beim IWH
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat laut Gropp bereits interne Vorkehrungen diskutiert, um im Fall eines Wahlsiegs der AfD auf mögliche Einschränkungen angemessen reagieren zu können. Über Details dieser Maßnahmen machte Gropp keine Angaben.
„Die AfD zeichnet sich durch eine gewisse Wissenschaftsfeindlichkeit aus. Sie sagt zwar nicht explizit, sie will die Wissenschaftsfreiheit einschränken, aber sie glaubt auch nicht wirklich an eine unabhängige Wissenschaft“, sagte Gropp.
Beispielsweise bietet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle regelmäßig unabhängige Analysen zur regionalen wirtschaftlichen Lage, wie auf regionalupdate.de zu lesen ist. Weitere Informationen zur Wissenschaftsfreiheit und deren Bedeutung für Gesellschaft und Politik finden Interessierte bei Deutscher Hochschulverband.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für Sachsen-Anhalt und Ausblick
Die Diskussion um AfD Wissenschaftsfreiheit Sachsen-Anhalt unterstreicht die Bedeutung einer eigenständigen und frei zugänglichen Forschung für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt in der Region Halle und Sachsen-Anhalt insgesamt. Für die Bürgerinnen und Bürger ist dies relevant, da wissenschaftliche Erkenntnisse Grundlage für fundierte politische Entscheidungen und nachhaltige Entwicklung sind. Die kommende Landtagswahl am 6. Juni 2021 wird daher mit besonderem Augenmerk verfolgt, wie sich die politischen Kräfte zum Thema Wissenschaftsfreiheit positionieren.
Das IWH plant, seine Arbeit auch unter veränderten politischen Rahmenbedingungen fortzusetzen und steht im Austausch mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zum Schutz der unabhängigen Forschung in der Region.
