Weltkrebstag: Schmerzen bleiben bei Krebspatienten

Berlin. Eine aktuelle Patientenbefragung mit über 12.000 Krebspatienten zeigt große Defizite in der Versorgung von Tumorschmerzen. Die Ergebnisse unterstreichen, wie häufig langanhaltende Schmerzen trotz moderner Therapieformen auftreten und mahnen eine verbesserte schmerzmedizinische Behandlung an. Die Fokus-Keyphrase tumorschmerzen schmerzmedizin patienten steht dabei im Zentrum der Untersuchung.

Schmerzen bei Krebs

Chronische Tumorschmerzen nur unzureichend behandelt

Fast die Hälfte der befragten Krebspatienten leidet seit mehr als fünf Jahren an Tumorschmerzen, der Durchschnitt liegt bei über drei Jahren. Circa 45 Prozent berichten von neuropathischen Schmerzanteilen, die häufig durch Chemotherapie, Bestrahlung oder Operationen entstehen. Ein Drittel klagt über unzureichend kontrollierte Dauerschmerzen, und beinahe die Hälfte erfährt extreme Durchbruchschmerzen. Trotz dieser Belastungen erhält nur etwa jeder dritte Betroffene eine adäquate Notfallbehandlung.

Die anhaltenden Schmerzen führen bei mehr als der Hälfte der Patienten zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Probleme wie Schlafstörungen, soziale Isolation und depressive Symptome sind häufige Begleiterscheinungen.

Forderungen der Experten für eine bessere Versorgung

PD Dr. med. Michael A. Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, betont die Notwendigkeit eines strukturierten Umgangs mit Langzeit-Tumorschmerzen. Er fordert eine routinemäßige Schmerzerfassung in der Onkologie auch bei Langzeitüberlebenden, eine verbesserte Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten in moderner Schmerztherapie sowie einen leichteren Zugang zu wirksamen Medikamenten, insbesondere zur Behandlung von Durchbruchschmerzen.

„Tumorschmerz ist kein vorübergehendes Symptom, sondern für viele ein chronisches Langzeitproblem. Gerade bei Langzeitüberlebenden fehlen strukturierte Konzepte“, sagte PD Dr. med. Michael A. Überall.

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) unterstützt diese Forderungen und fördert mit Fortbildungen und Kongressen wie den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen den fachlichen Austausch.

Weitere Informationen zur Versorgung von Schmerzpatienten finden Sie auf regionalupdate.de in unserem Fachbereich Gesundheit. Zudem bietet die offizielle Seite der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin detaillierte Informationen unter dgschmerzmedizin.de.

Perspektiven und Entwicklungen in der Schmerzmedizin für Krebspatienten

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin sowie die Deutsche Schmerzliga planen, das Thema auf den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen vom 19. bis 21. März 2026 in Frankfurt/Main intensiv zu diskutieren. Dort werden mehr als 2.000 Fachleute in über 90 Sitzungen unter anderem zu Prävention, Therapie chronischer Schmerzen sowie Einsatz von Cannabinoiden und Opioiden sprechen. Eine Pressekonferenz findet am 19. März um 13 Uhr statt.

Zukünftig wird eine bessere Integration schmerzmedizinischer Maßnahmen in der Onkologie angestrebt, insbesondere für Langzeitüberlebende von Krebserkrankungen. Dabei spielen auch digital unterstützte Ansätze wie Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. Die Veranstaltung dient dazu, innovative Versorgungsmodelle und neue Therapieansätze voranzubringen und die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern.

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