EKD bedauert Rückzug von Betroffenen-Sprecherin Nancy Janz

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Hannover. Die Ankündigung des Rückzugs der Betroffenen Sprecherin Nancy Janz aus dem Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sorgt für Veränderung in der kirchlichen Aufarbeitung. Der „Rückzug Betroffenen Sprecherin EKD“ markiert einen Wendepunkt in der Arbeit des Forums, das Betroffene systematisch in Entscheidungsprozesse einbindet.

Engagement bleibt wertvoll: Rückzug Betroffenen Sprecherin EKD

Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der EKD wurde mit dem Ziel gegründet, Betroffene in die Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie einzubeziehen. Nancy Janz, langjährige Sprecherin der Betroffenengruppe, hat das Forum von Beginn an maßgeblich mitgestaltet und dabei sowohl Konzeption als auch Umsetzung geprägt. Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst würdigte ihr Engagement, das trotz persönlicher Belastungen stets offen und konstruktiv war.

Kritik und Fortschritt im Dialog

Janz äußerte Kritik an Tempo und Einheitlichkeit der Umsetzungsmaßnahmen der Landeskirchen. Kirchenpräsidentin Wüst bestätigte diese Kritik, betonte jedoch zugleich den bedeutenden Wandel, der unter Beteiligung des Forums bereits angestoßen wurde. „Dass Betroffene dennoch mehr Tempo einfordern, nehmen wir sehr ernst und verstehen dies als klaren Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen“, so Wüst.

Im Beteiligungsforum selbst wird über den Rückzug Janz’ offen gesprochen. Die Nachfolge im Sprecherinnenamt soll von der Betroffenengruppe geregelt werden. Bis zur Neuwahl bleibt Janz weiterhin im Amt. Die EKD setzt auf Transparenz, Dialog sowie die ständige Verbesserung der Strukturen.

Struktur und Aufgaben des Beteiligungsforums

Das Beteiligungsforum setzt sich aus Betroffenenvertreterinnen, kirchlichen und diakonischen Beauftragten zusammen. Es behandelt Fragestellungen zum Thema sexualisierte Gewalt innerhalb der Evangelischen Kirche und Diakonie. Die Mitglieder bringen Anfragen aus EKD-Gremien ein und erarbeiten gemeinsam Beschlussvorschläge, die sowohl von der Betroffenenvertretung als auch von den kirchlichen Beauftragten angenommen werden müssen. Abschließend werden die Vorschläge im Rat der EKD, in der Kirchenkonferenz oder der Synode beschlossen. So wird sichergestellt, dass die Beteiligung von Betroffenen in allen kirchenpolitischen Entscheidungen zur Thematik verankert ist.

  • Zusammensetzung: Betroffene, kirchliche und diakonische Beauftragte
  • Erarbeitung von Beschlussvorschlägen
  • Einbindung in EKD-Gremien
  • Sicherstellung der Beteiligung Betroffener

Diese Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zum Kulturwandel im Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie.

„Nancy Janz hat das Beteiligungsforum geprägt, von Anfang an und entscheidend. Sie hat die Konzeption mitentwickelt und hat als Sprecherin der Betroffenengruppe eine besondere Verantwortung übernommen, die auch mit persönlicher Belastung verbunden war. Vor diesem großen Engagement habe ich höchsten Respekt und ich danke ihr persönlich für die offene, ehrliche und konstruktive Zusammenarbeit als Sprecherinnen!“, sagte Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst.

Bezogen auf den anstehenden Wandel in der EKD-Arbeit im Bereich sexualisierte Gewalt, bleibt das Engagement der Betroffenen unverzichtbar.

Im Bereich der Unterstützung für Betroffene verweist die EKD auf Beratungs- und Hilfsangebote, beispielsweise die Zentrale Anlaufstelle.help und landeskirchliche Ansprechpartnerinnen. Weitere Informationen stehen auf der offiziellen Webseite der EKD zum Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt zur Verfügung.

Für weiterführende Hintergrundinformationen zur Arbeit gegen sexualisierte Gewalt können sich Interessierte auch an die unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs wenden.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Konsequenzen des Rückzugs für Region, Kirche und Betroffene

Für die Region Hannover und die evangelische Gemeinde bedeutet der „Rückzug Betroffenen Sprecherin EKD“ einen Moment der Neuausrichtung innerhalb des Beteiligungsforums. Die Nachfolge wird innerhalb der Betroffenengruppe bestimmt, um eine kontinuierliche Vertretung sicherzustellen. Für Betroffene sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie bleibt die Beteiligung an Entscheidungsprozessen zentral, ebenso wie der Zugang zu Beratungsangeboten.

Die EKD wird den Prozess des Wechsels transparent begleiten und den Dialog mit Betroffenen intensiv fortführen. Damit soll die Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt gestärkt und weiterentwickelt werden.

Interessierte können sich regelmäßig auf regionalupdate.de über weitere Entwicklungen im Bereich Prävention und Aufarbeitung informieren.

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