Ostfriesland/Emsland. Der NABU hat in einem Workshop über die Auswirkungen des geplanten Net Zero Valley Nordwest Deutschland informiert und zugleich vor möglichen Umweltdefiziten gewarnt. Die Diskussion rund um die NABU Umwelt Net Zero Pläne betrifft vor allem den Schutz der Natur bei der Umsetzung der EU-Verordnung zur Förderung klimafreundlicher Industrie.
Klima und Natur schützen: NABU Umwelt Net Zero im Fokus
Ziele der EU-Verordnung und das Net Zero Valley
Die EU verfolgt mit der Netto-Null-Industrie-Verordnung das Ziel, klimafreundliche Produktion zu fördern. Ein Kernelement ist die Einrichtung von sogenannten Beschleunigungstälern, in denen Genehmigungsverfahren für entsprechende Projekte vereinfacht werden sollen. Für das Gebiet, das sich vom südlichen Emsland über Ostfriesland bis zum Landkreis Stade erstreckt, ist die Anerkennung als solches Beschleunigungstal geplant.
Dr. Steffi Ober vom NABU-Bundesverband erläuterte den Workshop-Teilnehmern die Details der Verordnung und wies auf den Vorteil schnellerer Abläufe hin, betonte aber gleichzeitig die Herausforderungen beim Umweltschutz in diesem Kontext.
Kritik und Forderungen des NABU
Katja Hübner vom NABU Emsland/Grafschaft Bentheim kritisierte die mangelnde Transparenz der Planung. Das Großprojekt umfasst 31 Maßnahmenpakete und eine Fläche von 6.400 Hektar für den Industriestandort. Trotz dieser Dimensionen sei die Öffentlichkeit bisher unzureichend informiert.
„Insbesondere wie die Belange des Naturschutzes dabei angemessen berücksichtigt werden sollen, ist nicht klar definiert. Wir fordern deshalb alle beteiligten Kommunen auf, die Öffentlichkeit intensiver über das Gesamtvorhaben, die einzelnen Teilprojekte und die Maßnahmen zum Schutz der Natur zu informieren und den Dialog mit Bürger*innen und Naturschutzverbänden zu suchen“, sagte Hübner.
Der NABU befürchtet, dass im Zuge der beschleunigten Genehmigungsverfahren Umweltstandards geschwächt werden könnten, was langfristige Auswirkungen auf die Region haben wird.
Ausblick auf das weitere Verfahren und Beteiligungsmöglichkeiten
Die Verfahren zur Anerkennung des Net Zero Valley als Beschleunigungstal sind aktuell im Gang und beinhalten auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung. Der NABU rät dazu, diese Möglichkeit zu nutzen, um Fragen des Naturschutzes offen anzusprechen. Die beteiligten Kommunen müssen nach Auffassung des NABU künftig verstärkt für Transparenz sorgen und den Austausch mit der Bevölkerung intensivieren.
Weitere Informationen zum NABU Emsland/Grafschaft Bentheim und ihre Aktivitäten finden Sie auf NABU Emsland. Offizielle Details zu den EU-Richtlinien stellt die Europäische Kommission bereit unter ec.europa.eu.
Weiteres Vorgehen und Beteiligung
Die nächsten Schritte im Verfahren umfassen die Beurteilung der geplanten Industrieansiedlungen sowie die Definition von Schutzmaßnahmen für Flora und Fauna. Der NABU setzt sich dafür ein, dass Umweltbelange bei diesen Entscheidungen zentral berücksichtigt werden. Bürgerinnen und Bürger können sich weiterhin an der Öffentlichkeitsbeteiligung beteiligen und ihre Fragen und Anregungen einbringen. Die Entwicklungen werden die industrielle und ökologische Zukunft der Region maßgeblich beeinflussen.