Niedersachsen. Das Land Niedersachsen startet mit dem Projekt „Arbeit bewegen!“ ein neues, sozialpartnerschaftlich organisiertes job to job netzwerk, um Beschäftigte frühzeitig und systematisch von Arbeit zu Arbeit zu begleiten. Ziel ist es, Arbeitslosigkeit im Strukturwandel zu vermeiden und die Beschäftigungssicherung zu stärken.
Jetzt Arbeit sichern – das neue job to job netzwerk in Niedersachsen
Das Projekt „Arbeit bewegen!“ wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen mit rund 530.000 Euro gefördert und läuft von 2026 bis 2028. Ausgangspunkt ist eine Modellregion in Hildesheim, deren Erkenntnisse auf weitere Regionen übertragen werden sollen. Kern des Netzwerkes ist ein frühzeitiger, strukturierter Austausch zwischen Unternehmen, die Personal abbauen müssen, und solchen, die Fachkräfte suchen. So soll ein nahtloser Übergang der Beschäftigten in neue Arbeitsverhältnisse ermöglicht werden.
Zusammenarbeit der Akteure im job to job netzwerk
Die Transformationsagentur Niedersachsen GmbH übernimmt als Projektträger die Kernrolle bei der Vernetzung regionaler Arbeitsmarktakteure. Sie moderiert die Prozesse zwischen Unternehmen, Sozialpartnern und der Arbeitsverwaltung, bündelt Wissen über Bedarfe und Erwartungen und unterstützt den Aufbau von Arbeitsmarktdrehscheiben. Dabei bleibt die Arbeitsvermittlung weiterhin Aufgabe der bestehenden Institutionen, insbesondere der Bundesagentur für Arbeit.
„Job-to-job-Prozesse sind ein zentraler Schlüssel, um Wertschöpfung zu sichern, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und den Strukturwandel sozial verantwortlich zu gestalten“, betont Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne.
Sozialpartnerschaftlicher Ansatz mit Industrie und Gewerkschaften
Beim Projekt wirken Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen gleichberechtigt mit. Die Bundesagentur für Arbeit bringt arbeitsmarktpolitische Expertise ein. Weitere Partner wie Bildungsträger, Kammern und Kommunen werden eingebunden, um eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit zu gewährleisten. So sollen betriebliche Realitäten ebenso berücksichtigt werden wie die Interessen der Beschäftigten.
Thorsten Gröger, IG Metall Niedersachsen, erklärt: „Strukturwandel darf nicht mit dem Verlust von Sicherheit für die Beschäftigten einhergehen. Unser Anspruch ist eindeutig: von guter Arbeit in gute Arbeit.“
Regionale Bedeutung und Wirkung auf den Arbeitsmarkt
Insbesondere der Strukturwandel in der Automobil- und Zulieferindustrie macht funktionierende Übergänge von Arbeit zu Arbeit in Niedersachsen notwendig. Die Sozialpartner übernehmen gemeinschaftlich Verantwortung, damit Unternehmen kurzfristig auf motivierte Fachkräfte zugreifen können. „Industrielle Kompetenz bleibt im Land erhalten, und der Industriestandort wird nicht zusätzlich geschwächt“, so Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall.
Die Bundesagentur für Arbeit ergänzt: „Wir vernetzen abgebende und suchende Betriebe, begleiten Beschäftigte bei der Umorientierung und qualifizieren sie, wenn nötig, für neue Jobs in der gleichen oder anderen Branche.“ (Johannes Pfeiffer, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen)
Weiterer Ausblick zur Entwicklung des job to job netzwerks in Niedersachsen
Das Projekt „Arbeit bewegen!“ soll in der Modellregion Hildesheim 2026 starten und bis 2028 laufen. Die gewonnenen Erfahrungen werden ausgewertet und schrittweise auf weitere niedersächsische Regionen übertragen. Ziel ist eine langfristige Verankerung des Netzwerks zur Stärkung der Resilienz des Arbeitsmarktes in Niedersachsen. Dabei steht die Sicherung von Fachkräften, die Entlastung von Unternehmen und die Zukunftsfähigkeit regionaler Wirtschaftsräume im Fokus.
Weitere Informationen zum Projekt sind bei der Transformationsagentur Niedersachsen verfügbar. Details zur wirtschaftspolitischen Förderung bietet das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen.
Lesen Sie auch mehr über Arbeitsmarktinitiativen in Niedersachsen auf regionalupdate.de in unserer Rubrik zu Wirtschaft und Arbeit.