Mittelstand im Krisenmodus: Zukunftssorgen wachsen. Das Vertrauen der mittelständischen Führungskräfte in die Widerstandskraft ihrer Unternehmen schwindet spürbar. Deutlich mehr Firmen als noch vor zwei Jahren ergreifen bereits Gegenmaßnahmen, etwa bei der Mitarbeiterbindung, Digitalisierung und Cybersicherheit. Auch der Wunsch nach Hilfe von außen ist gewachsen. Das zeigt die repräsentative Studie "Fokus Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026". / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/61791 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

R+V Resilienz-Report 2026: Mittelstand im Krisenmodus

Wiesbaden. Der aktuelle mittelstand resilienz report der R+V Versicherung zeigt, dass das Vertrauen der mittelständischen Führungskräfte in die Widerstandskraft ihrer Unternehmen deutlich gesunken ist. Immer mehr Firmen ergreifen konkrete Maßnahmen in den Bereichen Mitarbeiterbindung, Digitalisierung und Cybersicherheit, während der Wunsch nach externer Unterstützung wächst.

Mittelstand in Sorge

Die Studie „Fokus Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026“ verdeutlicht, wie stark die mittelständischen Unternehmen von anhaltenden Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheit betroffen sind. Mittlerweile sorgen sich 29 Prozent der Führungskräfte um die Zukunft ihres Betriebes, eine deutliche Steigerung gegenüber 17 Prozent im Jahr 2024. Die Beschäftigten teilen diese Sorge ebenfalls, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau (22 Prozent gegenüber 20 Prozent im Vorjahr).

Wirtschaftslage bleibt angespannt

Laut dem Report betrachten 69 Prozent der Führungskräfte und 72 Prozent der Beschäftigten die deutsche Wirtschaft weiterhin als stark krisengefährdet, obwohl diese Sorge etwas zurückgegangen ist. R+V-Vorstand Jens Hasselbächer warnte, dass diese pessimistische Einschätzung Investitions- und Wachstumspläne im Mittelstand beeinträchtigen könne.

Krisenmodus bei Unternehmen nimmt zu

Das Bewusstsein für Handlungsbedarf hat sichtbare Früchte getragen: Während 2024 nur 22 Prozent der Unternehmen Gegenmaßnahmen ergriffen hatten, sind es jetzt schon 33 Prozent. Dennoch besteht ein Umsetzungsdefizit, da die Wahrnehmung der Gefährdung häufig nicht mit entsprechenden Maßnahmen einhergeht. Beschäftigte sehen dieses Defizit sogar noch ausgeprägter als ihre Vorgesetzten.

Mitarbeiterbindung als entscheidender Faktor

Die Mitarbeiterbindung gilt unter den Führungskräften als das wichtigste Element zur Stärkung der Resilienz. 87 Prozent bezeichnen sie als Schlüsselthema, noch vor Produktentwicklung (85 Prozent) und der Anpassung an den Preiswettbewerb (82 Prozent). Trotzdem haben bislang nur 60 Prozent der Unternehmen in diesem Bereich relevante Maßnahmen umgesetzt, bei kleinen Unternehmen sind es sogar nur 47 Prozent.

Geplante Maßnahmen für Mitarbeiter

Zu den bevorzugten Instrumenten gehören höhere Arbeitgeberzuschüsse zur Altersabsicherung (78 Prozent), der Ausbau der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und flexible Lebensarbeitszeitkonten (jeweils 74 Prozent) sowie die Verbesserung der Invaliditätsvorsorge (61 Prozent). Beschäftigte bewerten diese Maßnahmen durchweg als noch wichtiger und erwarten eine stärkere Arbeitgeberbeteiligung, insbesondere bei der Altersvorsorge.

Digitalisierung und IT-Sicherheit als Prioritäten

Die Bedrohungen durch Wirtschafts- und Cyberkriminalität stehen für 82 Prozent der Führungskräfte weit oben auf der Agenda. Künstliche Intelligenz rangiert mit 65 Prozent dahinter, während Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit 59 Prozent etwas weniger stark bewertet werden. Die Belegschaft sieht bei fast allen digitalen Themen einen größeren Handlungsbedarf, mit Ausnahme der KI.

„Das Thema KI ist für viele mittelständische Firmen zentral, um wettbewerbsfähig und effizient zu bleiben. Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass hier noch ein deutlicher Handlungs- und Aufklärungsbedarf besteht“, sagte Jens Hasselbächer.

Haftungsrisiken durch IT-Sicherheit

Cyberrisiken dominieren als Haftungsgefahr: 74 Prozent der Führungskräfte sehen Verletzungen von IT-Sicherheitsvorschriften als größtes Risiko, gefolgt von Datenschutz (72 Prozent) und arbeitsrechtlichen Fragen (68 Prozent). Nur 32 Prozent haben eine Cyberversicherung abgeschlossen. Laut Cyberexperte Ingo Steinwedel steigt die Bedrohung durch Cyberkriminalität in Verbindung mit fortschreitender Digitalisierung und künstlicher Intelligenz täglich.

Offenheit für externe Unterstützung wächst

71 Prozent der Firmenchefs erkennen inzwischen einen Bedarf an externer Beratung und Unterstützung, insbesondere bei künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit, Cyberkriminalität und digitaler Transformation. Dieser Wert ist deutlich höher als vor zwei Jahren (58 Prozent).

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf regionalupdate.de, die offizielle Seite der R+V Versicherung bietet detaillierte Einblicke unter www.ruv.de.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Resilienz im Mittelstand: Bedeutung für die Region

Für den regionalen Mittelstand bedeutet der mittelstand resilienz report, dass Unternehmen zunehmend aktiv werden, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und IT-Sicherheit haben hohen Stellenwert, was langfristig auch die Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität in der Region stärkt. Die gestiegene Bereitschaft, externe Expertise einzubeziehen, kann zusätzlich zur Professionalisierung und Effizienz beitragen.

Für Bürgerinnen und Bürger ergibt sich daraus eine verbesserte Sicherheit bezüglich wirtschaftlicher Stabilität und Arbeitsplatzsicherung. Unternehmen planen, verstärkt in digitale Lösungen und Mitarbeiterprogramme zu investieren, was den Sozial- und Wirtschaftsstandort stärkt. Weiterführende Ergebnisse und Handlungsempfehlungen werden in den kommenden Monaten erwartet, sodass sich mittelständische Betriebe zeitnah anpassen können.

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