Bensheim. Das BUND-Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ startet im Februar mit der praktischen Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in struktureichen Waldrändern. Ziel ist es, die Wälder widerstandsfähiger gegen die Klimakrise zu machen und durch die Gestaltung von wildkatzen naehrreiche walder Lebensräume für die Europäische Wildkatze sowie weitere Arten zu schaffen.
Jetzt Wälder schützen: Maßnahmen für wildkatzen naehrreiche walder
Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ legt seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung strukturreicher Waldränder als zentrale Rückzugs- und Jagdgebiete für die Europäische Wildkatze. Diese Waldränder bieten nicht nur der Wildkatze Lebensraum, sondern fördern zugleich die Artenvielfalt insgesamt und erfüllen wichtige Schutzfunktionen für die Wälder. Bislang wurden über 17.000 Meter solcher Waldränder beispielsweise in Niedersachsen, Thüringen, Hessen und im Saarland neu angelegt.
Zusammenarbeit mit Waldbesitzenden und Landesforsten
Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit Landesforsten, privaten Waldbesitzenden und zunehmend auch engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Laut Pauline Münchhagen, Koordinatorin für Naturschutz beim BUND, sei die Beteiligung bereits in zehn Bundesländern gewachsen, wobei viele Partner auch eigene Projekte für den Wildkatzenschutz umsetzen. Das gemeinsame Vorgehen zeigt, dass Naturschutz und nachhaltige Waldwirtschaft Hand in Hand gehen können.
Vielfalt und Funktion der Waldränder
Strukturreiche Waldränder sind stufig aufgebaut mit heimischen Sträuchern und Bäumen. Sie bilden natürliche Pufferzonen zwischen Wald und Offenland, die Wind bremsen, das Waldinnere vor Stürmen und Bodenerosion schützen und Schadstoffe aus benachbarten Flächen abfangen. Neben der Anpflanzung umfasst das Maßnahmenpaket auch den Abbau alter Zäune und den Bau von „Wildkatzenburgen“ aus Totholz, die der Wildkatze sichere Rückzugsorte bieten.
„Naturschutz gelingt nur gemeinsam. Die meisten Flächen, auf denen wir aktiv sind, gehören nicht uns. Umso wichtiger ist die enge Zusammenarbeit mit Landesforsten und privaten Waldbesitzenden“, sagte Pauline Münchhagen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Nachhaltiger Naturschutz für die Region und ihre Wälder
Das bundesweite Projekt wird vom Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und verbindet praktischen Artenschutz mit Klimaanpassung sowie nachhaltiger Waldnutzung. Für die Bürgerinnen und Bürger der Region bedeutet dies einen Beitrag zum Erhalt der heimischen Tierwelt und stabilere, klimaresistente Wälder. Der BUND lädt Waldbesitzende, Forstbetriebe und kommunale Verantwortliche ein, sich zu beteiligen und eigene Flächen naturnah und wildkatzengerecht zu gestalten.
Von Pflanzaktionen bis zu Informationsveranstaltungen wie Online-Seminaren und Exkursionen bietet das Projekt zahlreiche Möglichkeiten zur Mitwirkung. Weitere Details und Termine finden Interessierte auf der Webseite des BUND (bund.net) sowie beim Bundesamt für Naturschutz (bfn.de).
