Einer der spektakulärsten Betrugsfälle der jüngeren deutschen Geschichte: Mit dem Verkauf von gefälschten Windpark-Genehmigungen verdiente Hendrik Holt ein Vermögen.
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„Holt – Der Windkraft-Schwindler“ ab 27.03. in ARD Mediathek

Baden-Baden. Ein neuer Dokumentarfilm mit dem Titel Holt – Der Windkraft-Schwindler beleuchtet den Aufstieg und Fall von Hendrik Richard Holt, einem Unternehmer aus Haselünne, der zunächst als Hoffnungsträger der deutschen Energiewende galt, später jedoch wegen Milliardenbetrugs verurteilt wurde. Der windkraft schwindler film wird ab dem 27. März 2026 in der ARD Mediathek und im Ersten zu sehen sein.

Windkraft Betrug enthüllt

Aufstieg eines Energieunternehmers

Hendrik Holt wurde als charismatischer Visionär gefeiert. Mit seiner Firma Holt Holding, die als modernes Familienunternehmen dargestellt wurde, plante er große Windkraftprojekte in Deutschland. Insbesondere Energiekonzerne investierten aufgrund der scheinbar genehmigungsreifen Vorhaben in das Unternehmen. Holt war gut vernetzt und verfügte über politische Beziehungen, die seine Rolle als Treiber der Energiewende untermauerten.

Das betrügerische System

Tatsächlich basierten viele der angepriesenen Projekte auf gefälschten Dokumenten. Unterschriften, Zustimmungen und Bestätigungen von Gemeinden, Behörden und Eigentümern waren oftmals am Computer erstellt oder erfunden. Durch diese Täuschungen entstanden scheinbar realisierte Windkraftanlagen, was Grundlage für Milliardeninvestitionen war. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück deckte das System auf, nachdem eine Kommunalbeamtin Anzeige erstattet hatte.

Ermittlungen und Urteil

Die Ermittlungen führten schließlich zur Festnahme von Hendrik Holt im April 2020 im Berliner Hotel Adlon. 2022 wurde er gemeinsam mit weiteren Beteiligten wegen bandenmäßigen Betrugs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Verstrickung von Familienmitgliedern, die in die Geschäfte eingebunden waren, unterstreicht die komplexe Struktur des Betrugs. Holt befindet sich derzeit im offenen Vollzug.

„Der Fall Hendrik Holt eröffnete uns die Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, die weit über einen Wirtschaftsskandal hinausgeht. Dieser Betrug funktionierte nicht im Verborgenen – er funktionierte, weil alle hinsahen und trotzdem glaubten“, sagte Alexander Bickenbach, Produzent des Films.

„Nicht der spektakuläre Betrugsfall an sich hat uns interessiert, sondern die Frage, warum er möglich war – und warum so viele bereit waren, ihm zu glauben“, ergänzt Sandra Naumann, Co-Autorin.

Filmische Umsetzung

Der Dokumentarfilm von Jan Peter und Sandra Naumann ist eine Produktion von Frisbeefilms in Zusammenarbeit mit SWR, HR und NDR. Die Filmemacher zeigen verschiedene Perspektiven: von Holt selbst, seinem familiären Umfeld über Ermittler bis hin zu Journalisten, die den Fall begleitenden haben. Die Ausstrahlung im Ersten steht noch aus, der Film ist jedoch ab dem 27. März 2026 in der ARD Mediathek verfügbar.

Weitere Informationen zu Dokus und regionalen Wirtschaftsthemen finden Sie auf regionalupdate.de.

Mehr zur sicheren Geldanlage und Betrugsprävention bietet die Webseite der Verbraucherzentrale: verbraucherzentrale.de.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung für die Region und Ausblick

Der Fall um Hendrik Holt hat nicht nur bundesweite Aufmerksamkeit erregt, sondern wirft auch Fragen zur Kontrolle großer Energieprojekte in der Region Emsland auf. Für Bürgerinnen und Bürger ist die Aufklärung eines solchen Betrugs wichtig, um das Vertrauen in die Energiewende und regionale Investitionen zu stärken. Kommunen und Landesbehörden sind aufgefordert, Genehmigungsverfahren zukünftig noch genauer zu prüfen.

Der Film trägt dazu bei, die Mechanismen wirtschaftlicher Täuschung sichtbar zu machen und sensibilisiert für die Risiken unkontrollierter Großprojekte. Geplante Diskussionen und Begleitveranstaltungen rund um die Dokumentation könnten weitere Erkenntnisse zum Umgang mit solchen Fällen liefern.

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