Köln. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte im Jahr 2025 insgesamt 321 Verdachtsfälle von Sabotage. Die Zahlen zu den „BKA Sabotage Verdachtsfällen 2025“ zeigen, dass Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die meisten Vorfälle meldeten.
BKA Sabotage Verdachtsfälle 2025: BKA registriert Vorfälle
Die Aufteilung der Sabotageverdachtsfälle im Jahr 2025 zeigt eine regionale Konzentration in Nordrhein-Westfalen mit 88 Fällen, gefolgt von Niedersachsen mit 51 Fällen. Bayern und Sachsen meldeten jeweils 30 Vorfälle, während in weiteren Bundesländern wie Hessen (21), Baden-Württemberg (19) und Rheinland-Pfalz (18) weniger Fälle erfasst wurden. Die Zahl verteilt sich zudem auf Regionen von Berlin bis Thüringen mit jeweils geringeren Fallzahlen.
Kategorien der Sabotagevorfälle
Das BKA erfasst die Vorfälle in verschiedenen Bereichen der kritischen Infrastruktur:
- Bahnanlagen und -schienen
- Bundeswehr
- Kraftwerke und Betriebe der Öl-, Gas- und Kohleversorgung
- Polizei
- Funkmasten und Relaisstationen
- Umspannwerke und Stromleitungen
- Wasserwerke und Wasserversorgung
- Flughäfen und Flugverkehr
- Sonstige Behörden und Verwaltungen
- Sonstige Infrastruktur
Diese Aufteilung soll die Analyse der Bedrohungslagen präzisieren und die jeweiligen Schutzmaßnahmen verbessern.
Verdächtige Drohnenüberflüge
Neben der Sabotage wurden 2025 auch 1289 verdächtige Drohnenüberflüge gemeldet, bei denen insgesamt 2310 Drohnen beobachtet wurden. Die Sicherheitsbehörden werten diese Überflüge teilweise als Ausspähaktionen. In mehreren Fällen wurden mehrere Drohnen gleichzeitig gesichtet.
„Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass hinter einigen dieser Vorfälle russische staatliche Stellen stecken könnten“, heißt es in der Analyse.
Dem Bericht zufolge werben russische Geheimdienste über das Internet sogenannte „Wegwerf-Agenten“ an, um Spionage und Sabotage zu betreiben. Die russische Seite bestreitet eine Beteiligung.
Maßnahmen und Organisation
Im Oktober 2025 richtete das BKA die Informationssammelstelle „Zeitenwende“ ein, die Meldungen zu mutmaßlichen Sabotagehandlungen aus den Bundesländern systematisch erfasst. Parallel dazu treffen sich seit Oktober 2025 Vertreter der Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern wöchentlich beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln, um die Vorfälle zu besprechen.
Darüber hinaus plant das Bundesinnenministerium die Gründung eines Abwehrzentrums gegen hybride Bedrohungen, das ebenfalls beim BfV angesiedelt werden soll. Dieses Zentrum soll ähnlich wie das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) in Berlin als Austauschplattform für Polizei, Nachrichtendienste, Zoll und Justiz dienen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Die hohe Anzahl der „BKA Sabotage Verdachtsfälle 2025“ in Nordrhein-Westfalen verdeutlicht die besonderen Herausforderungen für die Sicherheit kritischer Infrastruktur in der Region. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass Sicherheitsbehörden verstärkt Maßnahmen gegen mögliche Sabotageaktionen ergreifen und die Überwachung ausweiten.
Die Einrichtung der Sammelstelle „Zeitenwende“ und die geplante Gründung des Abwehrzentrums gegen hybride Bedrohungen zeigen, dass Bund und Länder die Lage ernst nehmen und die Zusammenarbeit verbessern wollen. Weitere Entwicklungen und Behördenmeldungen dazu werden auf regionalupdate.de fortlaufend berichtet.
Zusätzlich gibt das Bundesamt für Verfassungsschutz ausführliche Informationen zur Gefahrenlage und Präventionsmaßnahmen auf seiner offiziellen Webseite www.verfassungsschutz.de heraus.