Bonn. Der Personalberatungsbranche Geschäftsklimaindex für das vierte Quartal 2025 verzeichnet eine Seitwärtsbewegung mit 83,4 Punkten. Die Stimmung in der Branche bleibt gedämpft, da Neugeschäft nur langsam anläuft, während laufende Projekte das Geschäft stabil halten.
Branche zeigt Spreizung im Personalberatungsbranche Geschäftsklimaindex
Der aktuelle Geschäftsklimaindex des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmensgrößen innerhalb der Personalberatung. Während die Top-25 Personalberatungen mit 102,6 Punkten (+14,1) den höchsten Wert erreichen, ist die Lage bei kleineren Beratungen und Boutiquen ernster. Hier bewerten 35 bis 39 Prozent die derzeitige Geschäftslage als schlecht.
Auch die Geschäftsaussichten unterscheiden sich stark: Bei den großen und mittelgroßen Beratungen haben mehr als ein Drittel eine positive Erwartung für die kommenden sechs Monate, während bei den kleinen Firmen ein Drittel negative Zukunftsaussichten sieht. Im Vergleich zum dritten Quartal 2025 hat sich die Stimmung bei kleinen Beratungen dagegen verschlechtert.
Geschäftsdynamikindex weist eine stärkere Abschwächung auf
Neben dem Geschäftsklimaindex wird seit dem zweiten Quartal 2025 der Geschäftsdynamikindex (GDI) erhoben. Dieser sank im vierten Quartal von 99,6 auf 96,5 Punkte und signalisiert, dass die operative Aktivität in der Branche abnimmt. Die Diskrepanz zwischen Geschäftsstimmung und tatsächlicher Geschäftsdynamik verdeutlicht, dass die aktive Auftragslage noch stärker zurückgeht als die Wahrnehmung.
Mandatsentwicklung und Kandidatenverfügbarkeit
Die Akquisition neuer Suchmandate bleibt weiterhin schwach; der negative Trend zieht sich durch das gesamte Jahr. Dem stehen jedoch bessere Chancen bei der Verfügbarkeit qualifizierter Kandidaten gegenüber, die sich gegen Ende des Jahres 2025 verbessert hat. Arne Adrian, Vorsitzender des Fachverbandes Personalberatung im BDU, kommentiert:
„Wir sehen hier einen positiven Trend, der Hoffnung macht. Aber bis jetzt kann die negative Mandatsentwicklung von der positiven Kandidatenverfügbarkeit noch nicht ausgeglichen werden.“
- 232 Personalberater beteiligten sich an der Befragung.
- 12 davon stammen aus den Top-25, 120 aus mittelgroßen Unternehmen, 100 aus kleinen und Boutique-Beratungen.
- Der Geschäftsklimaindex misst seit 2015 die Stimmung im Executive-Search-Geschäft (Basisjahr 2015 = 100).
- Der Geschäftsdynamikindex verbindet Lage, Erwartungen und Mandatslage und zeigt die operative Marktaktivität.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Entwicklung der Personalberatungsbranche: Bedeutung für Bonn und Umgebung
Für die Region Bonn und angrenzende Gebiete bedeutet das gedämpfte Geschäftsklima in der Personalberatungsbranche eine vorsichtige Auftragslage. Unternehmen, die auf externe Berater setzen, rechnen mit einer moderaten Entwicklung und stellen sich möglicherweise auf längere Suchzeiten für Führungskräfte ein. Die positive Entwicklung der Kandidatenverfügbarkeit kann für Arbeitssuchende und Fachkräfte interessant sein, da die Chancen auf Vermittlung steigen.
Der BDU plant, die Entwicklung der Branche weiter zu beobachten. Die nächste Geschäftsklimaerhebung wird zeigen, ob sich die aktuellen Trends fortsetzen oder neue Impulse entstehen. Interessierte können sich auf der Website des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen über detaillierte Ergebnisse informieren.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite des BDU Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen.