Hungersnotähnliche Zustände in Nord-Darfur: Akute Mangelernährung bei Kindern steigt

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Berlin. In Nord-Darfur leiden immer mehr Kinder unter schwerer Mangelernährung. Die Fokus-Keyphrase hungersnot nord-darfur kinder beschreibt die kritische Lage, bei der in den Distrikten Um Baru und Kernoi über ein Drittel der Kinder akut mangelernährt sind.

Dringende Hilfe jetzt

Lage in Um Baru und Kernoi

In Um Baru sind fast 53 Prozent der Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt, in Kernoi sind es rund 34 Prozent. Diese Werte erfüllen laut der von Save the Children zitierten Integrated Food Security Phase Classification (IPC) bereits die Voraussetzungen für die höchste Stufe einer Hungersnot, Stufe 5. Die Ernährungskrise breitet sich damit auf weitere Regionen in Nord-Darfur aus. Bereits im vergangenen Jahr wurden Hungersnöte in anderen Teilen der Region bestätigt, unter anderem in den Flüchtlingscamps Zamzam, Al-Fashir und Kadugli.

Ursache und Auswirkungen

Viele Familien in Nord-Darfur verkaufen ihr gesamtes Hab und Gut, um sich und ihre Kinder ernähren zu können. Andere müssen Nahrung verwenden, die eigentlich für die Aussaat bestimmt war. Die Folge ist eine dramatische Zunahme von Fällen akuter Mangelernährung, insbesondere bei Kindern, schwangeren und stillenden Frauen. Schwere akute Mangelernährung, der schlimmste Gesundheitszustand infolge von Hunger, wird auf etwa 800.000 Fälle prognostiziert. Gleichzeitig ist das Gesundheitssystem in vielen Konfliktgebieten zusammengebrochen.

Forderungen und Hilfsmaßnahmen

Mohamad Abdiladif, Länderdirektor von Save the Children im Sudan, appelliert an die internationale Gemeinschaft:

„In vielen Teilen des Sudans hängt das Leben von Kindern am seidenen Faden, und einige sterben bereits an den Folgen des Hungers. Familien, die vor den Kämpfen geflohen sind, und diejenigen, die in schwer zugänglichen Gebieten leben, sind nun mit extremer und lebensbedrohlicher Nahrungsmittelknappheit konfrontiert. Wir brauchen dringend die Unterstützung der Geberländer, um die Versorgung wiederherzustellen, und um starken, anhaltenden diplomatischen Druck auf die Konfliktparteien auszuüben.“

Er fordert zudem einen ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe und den Schutz der Zivilbevölkerung. Die Organisation Save the Children, die seit 1983 im Sudan aktiv ist, unterstützt vor Ort mit Programmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung und Kinderschutz.

Folgen für die betroffenen Kinder

Die Auswirkungen der Mangelernährung reichen weit über akute Gesundheitsprobleme hinaus. Kinder, die unter Mangelernährung leiden, sind anfälliger für Krankheiten, zeigen Wachstumsstörungen und leiden häufiger unter kognitiven Entwicklungsstörungen. Diese Schäden können dauerhaft sein und das Risiko für chronische Erkrankungen im späteren Leben erhöhen.

  • Etwa 53 Prozent der Kinder in Um Baru sind akut mangelernährt.
  • Rund 34 Prozent der Kinder in Kernoi sind betroffen.
  • Prognostizierter Anstieg der betroffenen Kinder und Frauen 2026 um 13,5 Prozent auf fast 4,2 Millionen.
  • Schwere akute Mangelernährung soll auf 800.000 Fälle anwachsen.

Für weiterführende Informationen empfiehlt sich die Einsicht in den Bericht der IPC auf ReliefWeb sowie die Webseite von Save the Children Deutschland.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Einordnung und Ausblick

Die aktuelle Ernährungskrise in Nord-Darfur verschärft die humanitäre Lage in dieser sudanesischen Region drastisch. Für die Menschen vor Ort, insbesondere die Kinder, bedeuten die Mangelernährung und der Zusammenbruch des Gesundheitssystems eine lebensbedrohliche Situation. Die Versorgungslage ist eng mit den andauernden Konflikten verbunden, die nicht nur zu Vertreibung führen, sondern auch den Zugang zu Hilfsleistungen stark einschränken.

Für betroffene Bürgerinnen und Bürger bedeuten diese Entwicklungen eine zunehmende Unsicherheit und die Notwendigkeit externer Hilfe. Geplante internationale Unterstützung und diplomatische Bemühungen zielen darauf ab, den Zugang zu humanitären Maßnahmen zu sichern und die Ernährungssituation zu verbessern. Organisationen wie Save the Children spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Mehr zur humanitären Lage und Hilfsangeboten in der Region finden Leserinnen und Leser auf regionalupdate.de.

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