Eschborn. Die aktuelle Randstad-ifo-HR-Befragung aus dem vierten Quartal 2025 zeigt, dass sich die Situation für Berufseinsteiger:innen in deutschen Unternehmen in den kommenden Jahren unterschiedlich entwickelt. Während viele Firmen ihre Einstiegsstellen konstant halten wollen, rechnen fast 20 Prozent mit einem Rückgang. Dabei spielen Aspekte wie Automatisierung und insbesondere der Einfluss von einstiegsjobs ki auswirkungen eine zunehmende Rolle.
KI prägt Einstiegsjobs
Entwicklung der Einstiegsstellen in Unternehmen
Die Mehrheit der befragten Unternehmen plant, die Zahl der Berufseinsteigerstellen in den nächsten drei Jahren auf gleichbleibendem Niveau zu halten. Konkret:
- 16 Prozent erwarten eine Zunahme,
- 65 Prozent eine stabile Anzahl,
- 19 Prozent einen Rückgang.
Dieser Rückgang betrifft vorrangig große Unternehmen und speziell die Industriebranche, wo 23 Prozent weniger Einstiegsstellen erwarten. Auch der Handel (20 %) und die Dienstleistungsbranche (15 %) folgen diesem Trend.
Gründe für veränderte Einstiegsstellen
Als Hauptgrund für weniger Stellen nennen 51 Prozent der Unternehmen einen geringeren Personalbedarf. Zudem beeinflussen Automatisierung und Digitalisierung, etwa durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), 38 Prozent der Betriebe. Weitere Gründe sind ein stärkerer Fokus auf erfahrene Fachkräfte (25 %), weniger Bewerbungen von Berufseinsteiger:innen (24 %) sowie fehlende Ressourcen für Einarbeitungen (15 %).
Automatisierung von Einstiegsaufgaben durch KI
Bereits heute geben 14 Prozent der Unternehmen an, dass KI klassische Aufgaben von Berufseinsteiger:innen übernimmt. In den nächsten drei Jahren planen 40 Prozent, solche Aufgaben mit KI zu automatisieren. Besonders groß ist dieser Anteil mit 63 Prozent in Großunternehmen, während kleinere Firmen mit 30 Prozent deutlich zurückliegen.
„Der Berufseinstieg ist eine Investition in die eigene Zukunftsfähigkeit. Wenn Unternehmen weniger Einstiegsstellen anbieten und gleichzeitig KI häufiger Aufgaben übernimmt, wird es umso wichtiger, dass die verbleibenden Einstiegsrollen eine klare Perspektive bieten – mit Aufgaben, die Lernen und Weiterentwicklung ermöglichen, und mit einer realistisch geplanten Einarbeitung“, sagte Verena Menne, Group Director HR bei Randstad Deutschland.
Herausforderungen für Berufseinsteiger:innen
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Stellenprofile für Berufseinsteiger:innen zunehmend über das eigentliche Einstiegsniveau hinausgehen. Ein Drittel der Unternehmen, die mit weniger Stellen rechnen, sieht darin eine Herausforderung. Dies führt dazu, dass Unternehmen häufiger auf Fachkräfte mit Berufserfahrung setzen, während die Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen oft an fehlenden Ressourcen scheitert.
„Wenn immer mehr Aufgabenprofile über dem Einstiegsniveau liegen und gleichzeitig Kapazitäten für Einarbeitung fehlen, wird der Berufseinstieg schnell zum Nadelöhr – und Unternehmen merken die Folgen oft erst später, wenn Nachwuchs für Fach- und Führungsrollen fehlt“, erläuterte Verena Menne. „Einarbeitung sollte deshalb als gezielte Investition in Fachkräfte betrachtet und genutzt werden, die immer schwieriger zu rekrutieren sind.“
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Auswirkungen auf die regionale Arbeitswelt und Zukunftsperspektiven
In der Region bedeutet die Entwicklung, dass Unternehmen ihre Personalstrategien anpassen müssen, um Nachwuchskräfte trotz steigender Automatisierung und komplexerer Aufgabenprofile zu fördern. Für Berufseinsteiger:innen heißt dies, dass sie künftig mit höheren Anforderungen konfrontiert werden und Einarbeitungsprozesse ebenso wie Weiterbildungsangebote eine zentrale Rolle spielen. Zugleich eröffnet die zunehmende Nutzung von KI-Systemen auch neue Chancen, etwa durch die Automatisierung repetitiver Aufgaben und die Unterstützung bei der Einarbeitung.
Unternehmen sind daher gefordert, klare Entwicklungswege zu gestalten und die Ausbildung von Fach- und Führungskräften langfristig zu planen. Die Randstad-ifo-HR-Befragung erscheint vierteljährlich und steht Interessierten auf der Website von Randstad Deutschland zur Verfügung. Weitere Informationen zur Rolle von KI in der Arbeitswelt sind auch auf der Seite des ifo Instituts abrufbar.
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Quellen:
