Bonn. Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnt vor einer schleichenden Strukturkrise im Öko-Landbau in Deutschland. Laut DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet sind überzogene Auflagen und fehlende Alternativen bei der Kreislaufwirtschaft verantwortlich für den Rückgang vieler Öko-Milchviehbetriebe. Die Forderungen des DBV zielen auf eine Kurskorrektur Öko-Landbau Deutschland, um die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern.
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Herausforderungen im Öko-Landbau
Der ökologische Landbau steht vor erheblichen Problemen, die sich vor allem in der Tierhaltung widerspiegeln. Die strengen Auflagen führen dazu, dass immer mehr Öko-Milchviehbetriebe ihre Zertifizierung aufgeben müssen. 2025 waren es laut Deutschem Bauernverband nahezu zehn Prozent in Deutschland. Ähnliche Trends zeigen sich auch in Ländern wie Frankreich, Österreich und Dänemark mit Rückgängen bis zu 15 Prozent.
Ein weiterer Risikofaktor ist die geplante Verschärfung der EU-Regelungen, die ab 2030 insbesondere die Geflügelhaltung betreffen könnte. Die Folgen dieser Entwicklungen gefährden laut DBV auch das politische Ziel, den Öko-Landbau auf mehr als 20 Prozent der Agrarfläche auszudehnen.
Forderungen des Deutschen Bauernverbandes
Der DBV fordert eine flexible und praxisnahe Anpassung der bestehenden Regelungen. Im Fokus steht die Weidepflicht, die laut Verband zielorientierter ausgestaltet werden sollte. Moderne Tierwohlkonzepte wie Laufhöfe kombiniert mit Außenklimaställen sollten als gleichwertige Alternativen anerkannt werden, wenn sie das artgerechte Verhalten der Tiere gewährleisten.
Zudem wird eine Erweiterung der Kreislaufwirtschaft angeregt. Neben der Tierhaltung sollen auch die Biogaserzeugung und regionale Nährstoffkooperationen zwischen ökologischen und konventionellen Betrieben stärker gefördert werden. Die Stärkung der Forschung ist ein weiterer zentraler Punkt, insbesondere für angepasste Sorten, biologischen Pflanzenschutz und effiziente Düngestrategien.
„Der ökologische Landbau kann seine Versprechen halten: Artenvielfalt, Bodenschutz, geschlossene Kreisläufe. Aber das geht nur mit Pragmatismus, nicht mit starren Dogmen“, sagte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet.
Bedeutung der Kurskorrektur für den Öko-Landbau
Die geforderte Kurskorrektur ist nach Ansicht des Bauernverbands entscheidend, um die ökologischen und wirtschaftlichen Potenziale des Öko-Landbaus in Deutschland zu erhalten und auszubauen. Nur mit flexiblen und praxisgerechten Lösungen lasse sich die Branche stabilisieren und weiterentwickeln.
Eine erfolgreiche Umsetzung könnte die Bodenfruchtbarkeit sichern und den Marktanteil des Öko-Landbaus langfristig steigern. Ohne Veränderungen droht laut DBV eine negative Entwicklung mit weiter sinkenden Betriebszahlen und eingeschränkten Produktionsmöglichkeiten.
Für vertiefende Informationen und aktuelle Entwicklungen zur Agrarpolitik und dem Öko-Landbau empfehlen wir den Besuch der Seite des Deutschen Bauernverbandes sowie der offiziellen EU-Informationsseite zum Ökologischen Landbau.
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Ausblick und nächste Schritte
Der DBV sieht die BIOFACH-Messe vom 10. bis 13. Februar in Nürnberg als wichtigen Anlass, um die notwendigen Anpassungen des Öko-Landbaus öffentlich zu diskutieren. Die Branche sowie politische Entscheidungsträger sind aufgefordert, die Weichen für eine flexible und zukunftsfähige Ausgestaltung des ökologischen Landbaus zu stellen.
Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen sollen die Weidepflicht moderner gestaltet, Innovationen in der Tierhaltung anerkannt und vielfältige Kreislaufwirtschaftskonzepte gefördert werden. Zugleich soll die Forschung intensiviert werden, um nachhaltige und ökonomisch sinnvolle Lösungen für den Öko-Landbau zu entwickeln.
Die nächsten Jahre sind entscheidend, um den ökologischen Landbau in Deutschland stabil zu gestalten und seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu sichern.