Häufigste Mängel HU

Die zehn häufigsten Mängel bei der Hauptuntersuchung

Berlin. Die „häufigen Mängel Hauptuntersuchung“ haben die TÜV-Prüfer bei 9,5 Millionen PKW genauer analysiert. Der TÜV-Report 2026 offenbart, dass insbesondere Scheinwerfer, Bremsanlagen, Federn und Reifen oft beanstandet werden. Fahrzeughalter erhalten praxisnahe Hinweise, wie sie solche Mängel vermeiden und die Verkehrssicherheit erhöhen können.

TÜV Mängel erkennen: Die häufigsten Probleme bei der Hauptuntersuchung

Abblendlicht als Spitzenreiter der Mängelliste

Der mit Abstand häufigste Mangel betrifft die Scheinwerfer, insbesondere das Abblendlicht. Viele Fahrzeuge weisen Ausfälle, falsche Einstellungen oder unzulässige Modifikationen auf. Diese Defekte können im Straßenverkehr die Sicht erheblich beeinträchtigen und bei anderen Verkehrsteilnehmern Blendwirkung auslösen. Ein funktionierendes Licht ist zentral für die Verkehrssicherheit.

Fahrzeughalter sollten alle Leuchten einschließlich der Kennzeichenbeleuchtung vor dem HU-Termin kontrollieren. Bei vielen Fahrzeugen gibt die Instrumententafel Hinweise auf defekte Lampen. Ein einfacher Rundgang um das Auto kann Schwachstellen schnell offenbaren. Das Wechseln von Leuchtmitteln erfordert meist nur etwas Geschick und Orientierung im Bordbuch. Für eine exakte Einstellung empfiehlt sich der Werkstattbesuch, der oft im Rahmen des kostenlosen „Aktion Lichttest“ im Herbst angeboten wird.

Bremsanlage: Ein sicherheitskritischer Bereich

Nach den Scheinwerfern sind die Bremsteile die häufigsten Defektherde. Mängel an Bremsscheiben und Bremsbelägen – beispielsweise Riefen, Korrosion, Brüche oder falsche Montage – führen zu erheblichen Beanstandungen. Besonders bedenklich sind undichte oder beschädigte Bremsleitungen, die im schlimmsten Fall zum Bremsversagen führen können. Bremssysteme müssen regelmäßig bei Service-Terminen kontrolliert werden.

Warnzeichen wie ungewöhnliche Geräusche, Ruckeln bei der Bremsung oder ein Seitenzug sollten ernst genommen und zeitnah in der Fachwerkstatt überprüft werden. Flugrost auf Bremsscheiben ist bei Standzeiten normal und lässt sich durch kräftiges Bremsen entfernen.

Federn und Dämpfer als unterschätzte Schwachstellen

Federn und die dazugehörigen Schwingungsdämpfer belegen den fünften Platz der Mängelstatistik. Gebrochene oder zu stark verschlissene Federn schwächen die Fahrzeugstabilität und erhöhen den Bremsweg um bis zu 20 Prozent. Defekte Dämpfer verlieren Öl und beeinträchtigen das Fahrverhalten erheblich – Sicherheitsrisiko und Komfortverlust sind die Folgen.

Indizien für Schäden sind beispielsweise Vibrationen am Lenkrad, fahrdynamische Auffälligkeiten oder Ölspuren an den Dämpfern. In solchen Fällen ist ein Werkstattbesuch unverzüglich notwendig.

Reifen: Vielfältige Mängel führen zur Abwertung

Die Reifen stehen mit Platz sechs ebenfalls häufig im Fokus. Kritische Mängel sind unter anderem zu geringe Profiltiefe, Risse, Beulen, unzulässige Größen oder Mischbereifung. Die Experten empfehlen mindestens vier Millimeter Profiltiefe vor der HU zu gewährleisten, obwohl die gesetzliche Mindestanforderung bei 1,6 Millimetern liegt. Reifen altern zudem und sollten nach sechs bis acht Jahren ersetzt werden.

„Fahrzeughalter sollten sich vor der Hauptuntersuchung einen Eindruck vom Zustand ihres Fahrzeugs verschaffen“, sagte Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband.

Übersicht der zehn häufigsten Mängel bei der HU

  • Abblendlicht: Ausfall, falsche Einstellung, unzulässige Modifikationen
  • Bremsscheiben: Verschleiß, Korrosion, Riefen, Brüche
  • Bremsbeläge: Unsachgemäße Montage, Verschleiß, Brüche
  • Bremsleitungen: Undichtigkeiten, Korrosion, Beschädigungen
  • Federn: Brüche, Verschleiß, falsche Montage
  • Reifen: Schäden, geringe Profiltiefe, falsche Größe, Mischbereifung
  • Fahrtrichtungsanzeiger: Defekte Leuchtmittel, Feuchtigkeit, Befestigungsprobleme
  • Motorumweltbelastung: Ölverlust undicht
  • Schweller: Korrosion und Beschädigungen
  • Schwingungsdämpfer: Ölverlust, Befestigungs- und Lagerungsprobleme

Für weiterführende Details zur Methodik und Auswertung verweisen wir auf den aktuellen TÜV-Report 2026, der in Kooperation mit der Zeitschrift AutoBild erscheint. Zahlreiche nützliche Tipps zur Vorbereitung auf die Hauptuntersuchung und zur Mängelvermeidung sind dort ebenfalls zu finden.


Weitere Schritte und Ausblick für Fahrzeughalter

Die Vorbereitungen auf die Hauptuntersuchung sind entscheidend für eine bestandene Prüfung und tragen zur Verkehrssicherheit bei. Fahrzeughalter sollten regelmäßig selbst oder durch Fachwerkstätten prüfen lassen, besonders bei älteren Fahrzeugen. Frühzeitige Erkennung und Behebung der häufigen Mängel schützt vor Nachprüfungen, Bußgeldern und erhöht die eigene Sicherheit im Straßenverkehr.

Nützliche Informationsangebote wie der „Aktion Lichttest“ und die Empfehlungen des TÜV-Verbandes sind wichtige Unterstützung. Weitere hilfreiche Tipps zu Fahrzeugchecks und Themen rund um die Verkehrssicherheit finden Sie auf regionalupdate.de in unserem Bereich zur Fahrzeugtechnik sowie auf der offiziellen Seite des TÜV-Verbandes.

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