Nürnberg. Anlässlich der Biofach 2026 warnt der Deutsche Bauernverband (DBV) vor den Risiken einer unklaren Förderung des ökologischen Landbaus durch die geplante Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU ab 2028. Für den Oeko Landbau Planungssicherheit zu schaffen, ist nach Ansicht des DBV entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung und Wachstum.
Mehr Planungssicherheit jetzt
Risiken durch EU-Kommissionsvorschläge für den ökologischen Landbau
Die aktuelle Vorschläge der EU-Kommission zur GAP ab 2028 sehen den Wegfall der sogenannten 2. Säule vor, die bisher einen wichtigen Fördermechanismus für den Öko-Landbau darstellte. Diese Veränderung sowie erhebliche Budgetkürzungen und unklare Förderstrukturen zwischen EU, Bund und Ländern könnten die bisher bewährten Länderprogramme gefährden. Betriebe, die auf ökologischen Landbau setzen, sehen sich dadurch einer großen Unsicherheit gegenüber.
Forderungen des Deutschen Bauernverbands
DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet unterstreicht:
„Der ökologische Landbau ist ein langfristiges Systemverfahren – er braucht mehrjährige Planungssicherheit, keine kurzzyklischen Ausschreibungen oder nationale Ungewissheit bei der Förderung.“
Der Verband fordert deshalb ein eigenständiges, zweckgebundenes EU-Agrarbudget mit einem verlässlichen Fundament für die Öko-Prämie. Eine Unterstützung, die allein von nationalen Haushalten abhängt, erachtet der DBV als riskant für die Entwicklung des Öko-Landbaus.
Agrarpolitik für verschiedene Betriebsformen
Der DBV setzt sich für eine GAP ein, die sowohl konventionelle Betriebe als auch ökologisch wirtschaftende Landwirte anspricht. Gemeinsames Ziel müsse sein, Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen ökonomisch tragfähig und praxisnah zu gestalten, ohne zusätzliche Bürokratie zu schaffen. Dies soll freiwillige Umweltleistungen auf allen Betriebsebenen fördern.
Appell an die Bundesregierung
Der DBV fordert von der Bundesregierung eine starke Position in Brüssel für:
- ein inflationsbereinigtes GAP-Budget,
- ein zweckgebundenes Budget für die ländliche Entwicklung,
- den Abbau von Bürokratie und Konditionalitäten.
Gleichzeitig lehnt der Verband eine obligatorische Degression und Kappung der Fördermittel ab, da diese pauschalen Eingriffe negative Auswirkungen auf Beschäftigung, Kooperationen und Investitionen haben könnten.
Ausblick auf die GAP ab 2028
Die Positionen des Deutschen Bauernverbands zur künftigen Agrarpolitik sind im 10-Punkte-Katalog des Präsidiums zusammengefasst. Dieser Plan soll als Grundlage für eine stabile, verlässliche Förderung dienen, die dem ökologischen Landbau dringend notwendige Planungssicherheit bietet.
Landwirte und Interessierte können sich auf der Webseite des Deutschen Bauernverbands ausführlich informieren. Für weiterführende Informationen zur Gemeinsamen Agrarpolitik verweist regionalupdate.de auf die offiziellen EU-Seiten zur Gemeinsamen Agrarpolitik.
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