Streichung des Altenpflegeabschlusses gefährdet Versorgungsqualität

Essen. Der eigenständige Altenpflegeabschluss steht vor dem Aus, da sich seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung immer weniger Auszubildende für die spezialisierte Altenpflege entscheiden. Der Bundesverband Ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen (bad e.V.) warnt vor einem Qualitätsverlust in der Pflege und betont, dass die Altenpflegeabschluss Versorgungsqualität Gefahr laufe.

Versorgungsqualität sichern – Altenpflegeabschluss Versorgungsqualität Gefahr

Die Bundesregierung plant, den spezialisierten Altenpflegeabschluss vollständig aus dem Gesetz zu streichen, was der bad e.V. kritisch sieht. Bereits mit der Einführung der Generalistik im Jahr 2017 hatte der Verband auf die Risiken einer Verdrängung der Altenpflegeausbildung hingewiesen. Andreas Kern, Bundesvorsitzender des bad, betont, dass die Pflege älterer Menschen ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz erfordert.

Spezialisierung in der Altenpflege als Schlüsselfaktor

Für pflegebedürftige ältere Menschen, besonders bei demenziellen Erkrankungen oder multiplen chronischen Leiden, sind spezialisierte Kenntnisse und Erfahrungen notwendig. Dies gilt auch für Palliativversorgung sowie psychosoziale Begleitung. Kern macht deutlich, dass diese speziellen Anforderungen nicht nur beiläufig in einer generalistischen Ausbildung vermittelt werden können.

Strukturelle Nachteile der Altenpflegeausbildung

Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e.V., schildert die Ursachen für den Rückgang spezialisierter Altenpflegeausbildungen: Die generalistische Pflegeausbildung fördere einseitig die Krankenpflege als attraktiveren Bereich mit besseren Rahmenbedingungen. Vor einer Streichen des Altenpflegeabschlusses fordert sie, strukturelle Nachteile zu beseitigen und gleiche Chancen für die Altenpflege zu schaffen.

„Die Pflege alter Menschen erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Erfahrung und Haltung“, sagte Andreas Kern.

Fachkräftemangel und Konsequenzen für die Pflegequalität

Der bad warnt, dass die geplante Streichung nicht nur den Fachkräftemangel in der Altenpflege verschärft, sondern auch die berufliche Identität und Motivation der Beschäftigten beeinträchtigt. Es sei entscheidend, genügend Auszubildende zu gewinnen, die auch langfristig in der Altenpflege tätig bleiben.

Auswirkungen auf die Versorgungsqualität

Eine Vernachlässigung spezieller Inhalte der Altenpflege in der Ausbildung sende ein falsches Signal und gefährde die Qualität der Versorgung älterer Menschen in Deutschland. Der Verband fordert daher Maßnahmen, um die Spezialisierung innerhalb der Pflegeausbildung zu stärken und die Altenpflege als eigenständigen Berufszweig zu erhalten.

Berufliche Identität der Altenpflegekräfte

Die Motivation in der Altenpflege tätiger Fachkräfte hänge eng mit der Wertschätzung und der Qualität der Ausbildung zusammen. Der bad e.V. sieht die Streichung des Altenpflegeabschlusses als Risiko für diese wichtige Berufsgruppe.

Für weiterführende Informationen zur Pflegeausbildung und gesetzlichen Regelungen empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Seite des Bundesministeriums für Gesundheit unter gesundheitsministerium.de.

Mehr zu pflegerischen Themen in der Region finden Sie auf regionalupdate.de.

Ausblick und weitere Entwicklungen

Eine mögliche Streichung des Altenpflegeabschlusses aus dem Gesetz steht derzeit zur Debatte. Der bad e.V. fordert zunächst eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Altenpflegeausbildung, um die Attraktivität und Fachlichkeit zu sichern. Ob und wie die Bundesregierung darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Weitere Stellungnahmen und Entscheidungen zum Thema werden in den kommenden Monaten erwartet.

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