Niedersachsen. Die Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)“ verdeutlicht das große Ausmaß partnerschaftlicher, sexualisierter und digitaler Gewalt. Vor dem Hintergrund fordert Niedersachsens Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi, das Gewaltschutzsystem auszubauen und Betroffene besser zu unterstützen.
Gewaltschutz jetzt stärken: gewaltschutzsystem ausbauen niedersachsen
Die Studie, die das Bundesfrauenministerium und das Bundesinnenministerium gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) vorgestellt haben, zeigt erhebliche Dunkelziffern bei Gewalt in verschiedenen Lebensbereichen. Besonders betroffen sind Frauen, Kinder, Jugendliche und in geringerem Maße auch Männer.
Gewalt betrifft jede Altersgruppe
Fast jede zweite Person hat im Laufe des Lebens sexuelle Belästigung erlebt. Rund ein relevanter Anteil der Bevölkerung wurde bereits in Kindheit und Jugend Opfer von Gewalt durch Eltern oder Erziehungsberechtigte. Junge Menschen sind dabei häufiger betroffen als Ältere. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Gewalt viel häufiger auftritt, als bislang angenommen wurde.
Wichtigkeit von Prävention und Unterstützung
Die Studie unterstreicht den großen Bedarf an Präventionsmaßnahmen und Aufklärungsarbeit, damit Gewalt aus dem Dunkelfeld geholt wird. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen, unter 10 Prozent, zeigt die Taten tatsächlich an. Minister Philippi betont:
„Opfer müssen gestärkt und die Täter in die Verantwortung genommen werden. So werden die Voraussetzungen geschaffen, dass erlebte Gewalt auch angezeigt wird.“
Niedersächsische Initiativen gegen Gewalt
In Niedersachsen wird das Gewaltschutzsystem ausgebaut, um Betroffenen besseren Schutz und Beratung zu bieten. Die flächendeckende Einführung der App „Gewaltfrei in die Zukunft“ ermöglicht Opfern häuslicher Gewalt, Vorfälle digital zu dokumentieren und als Beweismittel zu sichern. Zusätzlich bietet das Netzwerk ProBeweis eine anonyme und vertrauliche Möglichkeit, Beweismaterial für spätere Strafanzeigen zu sammeln.
„Das niedersächsische Gewaltschutzsystem bietet eine gute Basis, um partnerschaftliche und sexualisierte Gewalt weiter zu bekämpfen“, so Philippi.
Diese Angebote sollen einen niedrigschwelligen Zugang zu Schutzleistungen erleichtern und dazu beitragen, dass mehr Betroffene Hilfe suchen und Gewalt zur Anzeige bringen.
Ausblick auf den Ausbau des Gewaltschutzsystems in Niedersachsen
Niedersachsen plant, das bereits vorhandene Gewaltschutzsystem weiter auszubauen und nachhaltige Strukturverbesserungen vorzunehmen. Ziel ist es, Opfer sichtbarer zu machen, sie zu stärken und die gesellschaftliche Anerkennung des Problems zu erhöhen. Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie werden dabei als wichtige Orientierung für weitere Maßnahmen herangezogen.
Für Betroffene und Interessierte stehen Informationen und Beratungsstellen bereit, zum Beispiel bei den lokalen Beratungsstellen sowie Angeboten wie „Gewaltfrei in die Zukunft“. Nähere Details zum Schutzangebot in Niedersachsen finden Sie auf der offiziellen Seite des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.
Weiterführende Informationen zur Dunkelfeldstudie LeSuBiA sind beim Bundeskriminalamt erhältlich.
Mehr zu Hilfs- und Präventionsangeboten in der Region finden Sie auch auf regionalupdate.de.
Niedersachsens Weg zu mehr Sicherheit für Opfer
Der Ausbau des Gewaltschutzsystems in Niedersachsen ist ein zentraler Schritt, um Gewaltopfern umfassenden Schutz zu gewährleisten. Geplante Maßnahmen zielen darauf ab, Beratungs- und Unterstützungsangebote auszubauen, die digitale Dokumentation von Gewalthandlungen zu fördern und das Bewusstsein für Prävention zu stärken. Die Landesregierung setzt damit ein deutliches Signal, Gewalt nachhaltig zu reduzieren und Betroffene umfassend zu stärken.