Bauernverband fordert Anerkennung der Sonderrolle der Landwirtschaft im Klimaschutzplan 2026

Bonn. Der Deutsche Bauernverband fordert eine Anerkennung der Sonderrolle der Landwirtschaft im kommenden Klimaschutzplan 2026. Die Branche betont, bereits auf einem nachhaltigen Pfad zu sein und weist darauf hin, dass Klimaschutz und Produktivität miteinander vereinbar sein müssen.

Klimaschutz und Landwirtschaft

Landwirtschaft erfüllt Klimaziele und geht voran

Der Deutsche Bauernverband unterstreicht, dass die Landwirtschaft die gesetzlichen Klimaziele für die Jahre 2021 bis 2030 voraussichtlich deutlich unterschreiten wird. Die Branche ist bereits auf dem Zielpfad und hat in den vergangenen Jahren messbare Fortschritte erzielt. Insbesondere die Herstellung von Milch erfolgt in Deutschland mit einem vergleichsweise niedrigen CO2-Fußabdruck, was den landwirtschaftlichen Sektor als Vorreiter in Sachen Klimaeffizienz positioniert.

Innovative Maßnahmen und Methanreduktion

Als wichtige Zukunftsstrategie betrachtet der Bauernverband innovative Ansätze zur Reduzierung von Methanemissionen, etwa durch Futterzusatzstoffe und gezielte Tierzucht. Gleichzeitig fordert er eine Neubewertung der Klimawirkung von Methan, da dieses in der aktuellen Bewertung des Klimaschutzplans unter Umständen unzureichend berücksichtigt werde.

„Maßnahmen, die auf innovative Lösungen im Bereich der Methanreduktion abzielen, wie im Bereich der Futterzusatzstoffe oder Tierzucht, sind zwar der richtige Weg, es fehlt aber eine Neubewertung der Klimawirkung von Methan“, erklärte Stefanie Sabet, Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes.

Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit als Prioritäten

Eine zentrale Forderung des Verbands ist, dass Klimaschutzmaßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft nicht beeinträchtigen dürfen. Maßnahmen, die auf Bestandsreduzierung oder Verlust bei der Produktivität abzielen, lehnt der Verband ab. Stattdessen sollten Investitionsförderungen in Technik und die Umstellung auf Biokraftstoffe weiter unterstützt werden.

Kohlenstoffsenken: Wirtschaftliche Anreize nötig

Kritisch wird im Klimaschutzplan die mangelnde Berücksichtigung eines produktionsorientierten Ansatzes bei den Kohlenstoffsenken bewertet. Insbesondere die Erhöhung des Kohlenstoffspeicherpotenzials in Mineralböden sieht der Verband als wichtigen Hebel, der jedoch nur mit wirtschaftlichen Anreizen für die Betriebe voll ausgeschöpft werden kann.

„Maßnahmen, wie z. B. die Erhöhung des Kohlenstoffspeicherpotenzials in Mineralböden, müssen mit wirtschaftlichen Anreizen für die Betriebe einhergehen. Nur so wird es möglich sein, das volle Potential zu heben“, betonte Sabet.

Nächste Schritte im Klimaschutzplan

Der Deutsche Bauernverband erwartet, dass der endgültige Klimaschutzplan 2026 die Rolle der Landwirtschaft als essentielle Säule der Ernährungssicherung und als Teil der Lösung im Klimaschutz klar hervorhebt. Die Unterstützung von Technologieinvestitionen und umweltverträglichen Kraftstoffalternativen soll weiter ausgebaut werden. Zudem bleibt die Forderung nach ökonomischen Anreizen für landwirtschaftliche Betriebe im Bereich Kohlenstoffsenken ein wichtiges Thema für kommende politische Entscheidungen.

Mehr Informationen zum Thema Landwirtschaft und Klimaschutz finden Sie auf regionalupdate.de in der Rubrik Umwelt & Energie sowie beim Deutschen Bauernverband unter bauernverband.de.

Weiterführende offizielle Informationen zum Klimaschutzplan 2026 bietet das Bundesumweltministerium unter bundesumweltministerium.de.

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