Köln. Der Kölner Karneval Dreigestirn verzichtet auch in der aktuellen Session auf den traditionellen Besuch beim Kölner Erzbischof Rainer Woelki. Stattdessen trifft sich das Dreigestirn mit dem katholischen Stadtdechanten und dem evangelischen Stadtsuperintendenten, wie Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval, bestätigte.
Verhältnis bleibt angespannt: Kölner Karneval Dreigestirn und Kardinal Woelki
Das Verhältnis zwischen dem Festkomitee Kölner Karneval und Kardinal Rainer Woelki bleibt schwierig. Die üblichen Besuche des Dreigestirns beim Erzbischof fanden zuletzt im Jahr 2020 statt. Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie und Woelkis längerer Auszeit vom Amt wurden diese Treffen nicht wiederaufgenommen. Das Dreigestirn setzt seine Begegnungen nun mit anderen kirchlichen Vertretern fort, die den Domgottesdienst für Karnevalisten leiten.
Die Absage der Begegnungen mit Woelki ist Folge eines vergangenen Bruchs, der 2022 öffentlich sichtbar wurde. Aufgrund von Kritik am Umgang Woelkis mit dem Missbrauchsskandal war der Kardinal damals nicht zur Prinzenproklamation eingeladen worden. Seitdem wurde keine Einladung in den Gürzenich ausgesprochen. Das Festkomitee kritisierte zudem öffentlich die von Woelki veranlasste Abmahnung eines Pfarrers, der gleichgeschlechtliche Paare segnete. Woelkis Amtsleiter warf dem Kölner Karneval 2023 eine Verunglimpfung Jesu Christi durch einen Mottowagen im Rosenmontagszug vor.
Wechsel zu anderen kirchlichen Vertretern
Das Dreigestirn trifft nun katholischen Stadtdechanten Robert Kleine und evangelischen Stadtsuperintendenten Bernhard Seiger. Diese beiden gestalten den Domgottesdienst speziell für Karnevalisten und sind auch bei der Proklamation des Dreigestirns präsent. Eine feste Einladungspraxis gebe es jedoch nicht, erläuterte Michael Kramp. Die katholische Kirche bleibt aber ein Bestandteil des Kölner Karnevals.
Keine Reaktion von Kardinal Woelki
Fragen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ zu einer möglichen erneuten Einladung oder zu Woelkis Karnevalsbesuchen beantwortete der Kardinal nicht.
„Eine automatische Einladungspraxis gibt es nicht“, sagte Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees.
- Letzter Besuch des Dreigestirns beim Erzbischof: 2020
- Bruch sichtbar seit 2022 wegen Umgang mit Missbrauchsskandal
- Öffentliche Kritik an Woelki 2023 wegen Abmahnung eines Pfarrers
- Woelkis Amtsleiter warf Verunglimpfung Jesu Christi vor
Weitere Informationen zum Kölner Karneval finden Sie bei regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Webseite des Festkomitees Kölner Karneval.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für Köln und den Karneval in der Stadt
Das angespannte Verhältnis zwischen dem Kölner Karneval Dreigestirn und dem Erzbischof spiegelt eine anhaltende Spannung zwischen gesellschaftlichen Gruppen und der Kirche wider. Für viele in Köln ist der Karneval ein wichtiger kultureller und sozialer Anker. Die Entscheidung, auf den Besuch beim Kardinal zu verzichten und stattdessen andere kirchliche Vertreter einzubinden, zeigt einen pragmatischen Umgang mit den Herausforderungen.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass der Karneval weiterhin die traditionelle Nähe zur Kirche wahrt, jedoch Anpassungen im Umgang mit kirchlichen Repräsentanten vornimmt. Das Festkomitee und die beteiligten Institutionen planen weitere Maßnahmen, um den Karneval als verbindendes Ereignis in Köln zu erhalten und Gleichgewicht zwischen verschiedenen Erwartungen zu schaffen.
Interessierte können sich bei regionalupdate.de über aktuelle Entwicklungen im Kölner Karneval informieren. Die Festkomitees geben voraussichtlich zu Beginn der nächsten Session weitere Details zum Programm und den Beteiligten bekannt.