Berlin. Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat ihr Jahresgutachten vorgelegt, das sich unter anderem mit der Bedeutung von Forschung Innovation Sicherheit in Deutschland befasst. Vor dem Hintergrund steigender geopolitischer Spannungen fordert die EFI eine Verstärkung sicherheitspolitisch relevanter Forschung und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
Jetzt Sicherheit stärken
Ausbau sicherheitspolitisch relevanter Forschungseinrichtungen
Die EFI hebt die Notwendigkeit hervor, die sicherheitspolitisch relevante Forschung und Lehre in Deutschland zu stärken. Dazu sollen ausgewählte Spitzeninstitute entstehen oder ausgebaut werden, die gemeinsam von Bund und den Bundesländern gefördert werden. Ziel ist es, die Expertise zu sicherheitsbezogenen Herausforderungen zu bündeln und einen effektiven Wissenstransfer zur Politik sicherzustellen. Formate wie Auftragsforschung und Dialogveranstaltungen werden als geeignete Mittel genannt.
Erweiterung des Kreises der Forschungsakteure
Neben den etablierten Institutionen sollten laut EFI auch neue Wissenschaftler und Unternehmen verstärkt für sicherheitsrelevante Forschung gewonnen werden. Eine Befragung von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ergab, dass fast 16 Prozent bereits Produkte oder Dienstleistungen für Sicherheit und Verteidigung anbieten. Weitere Betriebe planen eine Ausweitung ihres Portfolios. Das Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding kann hier die Vernetzung fördern, ebenso wie eine Strategie für Unternehmensgründungen aus der Bundeswehr heraus.
Innovationsorientierte Beschaffung für die Bundeswehr verbessern
Die Expertenkommission betont die Bedeutung schneller und innovationsorientierter Beschaffungen für Abschreckung und Verteidigung. Das neue Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz bietet Chancen für einen flexibleren Einsatz von Innovationspartnerschaften und Wettbewerben. Außerdem empfiehlt die EFI, innerhalb des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) eine eigenständige Einheit für innovative Beschaffung mit erhöhter Autonomie zu schaffen. Eine mögliche temporäre Quote für innovationsorientierte Ausgaben könnte die Entwicklung beschleunigen.
Förderung von Sprunginnovationen im Verteidigungsbereich
Die EFI schlägt vor, die Entwicklung von bahnbrechenden Innovationen außerhalb der bestehenden Beschaffungswege durch den Ausbau der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) oder die Gründung einer neuen Agentur zu stärken. Diese könnte mit Agenturen aus EU- und NATO-Staaten kooperieren oder später zu einer europäischen Einrichtung ausgebaut werden.
Blockquote
„In Deutschland sollten die sicherheitspolitisch relevante Forschung und Lehre sowie der damit verbundene Wissenstransfer gestärkt werden“, sagte Prof. Carolin Häussler von der Universität Passau.
Blockquote
„Neue technologische Lösungen zur Bewältigung sicherheitspolitischer Herausforderungen werden nicht notwendigerweise von den etablierten Akteuren hervorgebracht“, erklärte Prof. Irene Bertschek vom ZEW.
Beispielhafte Liste potenzieller Maßnahmen:
- Förderung von Leuchtturmforschungsinstituten für sicherheitspolitische Themen
- Intensivierung des Dialogs zwischen Forschung und Politik
- Ausbau des Innovationszentrums der Bundeswehr in Erding
- Schaffung einer eigenständigen Beschaffungseinheit im BAAINBw
- Einführung einer Quote für innovationsorientierte Bundeswehrbeschaffungen
- Ausbau oder Gründung einer Agentur für Sprunginnovationen
Weitere Informationen zur Expertenkommission finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite der EFI unter e-fi.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Schlussfolgerungen und regionale Bedeutung
Die Empfehlungen der EFI zur Stärkung von Forschung Innovation Sicherheit bieten wichtige Impulse für den deutschen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Für Regionen wie Berlin und Passau, wo führende Forschende tätig sind, könnte dies zu verstärkten Investitionen und neuen Kooperationsmöglichkeiten führen. Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes erhalten damit Anreize, ihre Aktivitäten im Sicherheitsbereich auszubauen, was zusätzliche Arbeitsplätze schaffen kann. Das Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding steht exemplarisch für regionale Infrastruktur, die Forschung, Innovation und Verteidigung verknüpft. Künftige Umsetzungsschritte umfassen die Gestaltung der Förderstrukturen und die operative Umsetzung des Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetzes.
Für interessierte Bürgerinnen und Bürger sind die Entwicklungen von Bedeutung, da sie langfristig zur Sicherheit und technologischen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beitragen. Die engen Verbindungen zwischen Forschung, Wirtschaft und Sicherheitspolitik verdeutlichen die wachsende Komplexität moderner Verteidigungsstrategien.
Weitere Beiträge zum Thema finden Sie auf regionalupdate.de. Informationen zur EU-Verteidigungsforschung bietet die Europäische Kommission auf ec.europa.eu.