Bonn. Am 12. Februar 2026 jährt sich zum 50. Mal die Einführung der Indikationslösung im Abtreibungsrecht in Deutschland. Die Diskussion um die bislang rund 6,5 Millionen Abtreibungen im Rahmen der Indikationslösung Abtreibungen Umdenken fordert, steht im Mittelpunkt aktueller gesellschaftlicher Debatten.
Zeit für Umdenken: Indikationslösung Abtreibungen Umdenken
Die Indikationslösung trat 1976 in Kraft, nachdem das Bundesverfassungsgericht 1975 die damalige Regelung für unzulässig erklärt hatte. Seitdem sind Abtreibungen unter bestimmten medizinischen, ethischen oder sozialen Bedingungen straffrei möglich. Nach Schätzungen wurden seitdem etwa 6,5 Millionen Schwangerschaften abgebrochen, was etwa 260.000 Grundschulklassen entspricht.
Rechtliche und gesellschaftliche Perspektiven
Das bestehende Abtreibungsrecht gilt als politischer Kompromiss, der das Lebensrecht anerkennt, jedoch nicht in dem Maße schützt, wie es verfassungsrechtlich möglich wäre. Die Wirksamkeit des Lebensschutzes hänge maßgeblich von der gesellschaftlichen Haltung ab, heißt es. Es fehle eine Kultur, in der Schwangere in Konfliktsituationen umfassende Hilfe erhielten und das ungeborene Leben als wertvoll wahrgenommen werde.
„Ein wirksames Schutzkonzept des ungeborenen Lebens sieht anders aus,“ sagte Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V.
Kritisch wird bewertet, dass der Staat nicht nur gesetzlich schützen müsse, sondern auch im Bildungs- und Medienbereich das Bewusstsein für den Schutz des ungeborenen Lebens fördern solle. Schulen und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten hätten hier eine besondere Verantwortung, die nicht ausreichend wahrgenommen werde.
Finanzierung und politische Kritik
Die Förderung von Organisationen, die sich für das Recht auf Abtreibung einsetzen, wird von Seiten der ALfA und einiger Politiker kritisch gesehen. Zwischen 2022 und 2025 erhielt die internationale Organisation International Planned Parenthood Bundesmittel in Höhe von 63 Millionen Euro. Einige CDU-Politiker zweifeln an Aussagen der Bundesregierung, dass keine geförderte Organisation ein Recht auf Abtreibung aktiv fordere.
Der hessische Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch verlangte, „eine staatliche Förderung von Akteuren, die gezielt gegen grundlegende verfassungsrechtliche Wertentscheidungen und gegen tragende Positionen der christdemokratischen Programmatik agitieren, zu unterbinden.“
Nächste Schritte im Umgang mit der Indikationslösung
Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. fordert im Zuge des 50-jährigen Jubiläums der Indikationslösung eine grundlegende Umkehr in der Politik und Gesellschaft. Ziel sei der Aufbau einer echten Willkommenskultur für Kinder sowie eine Politik, die dem verfassungsrechtlichen Auftrag zum Schutz des ungeborenen Lebens wirksam nachkomme.
Die ALfA mit rund 11.000 Mitgliedern gehört dem Bundesverband Lebensrecht an und engagiert sich für das uneingeschränkte Lebensrecht aller Menschen – ungeboren oder geboren. Weitere Informationen sind auf der Seite regionalupdate.de sowie auf der Website der ALfA e.V. zu finden. Ergänzende rechtliche Informationen bietet das Bundesverfassungsgericht unter www.bundesverfassungsgericht.de.
Für den weiteren Verlauf sind gesellschaftliche Debatten und politische Entscheidungen zu erwarten, die eine Neubewertung der Indikationslösung und der Schutzmaßnahmen für ungeborene Kinder zum Ziel haben. Termine und Aktionen zum Jubiläum werden von verschiedenen Organisationen angekündigt.