Deutschlands Hirsche: Wer ist verwandt?

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Hamburg. In deutschen Wäldern und Wiesen sind verschiedene Arten von Hirschen heimisch. Die deutsche hirsche arten unterscheiden sich deutlich in Größe, Lebensraum und Herkunft.

Die Vielfalt der Hirsche

Überblick über heimische Hirscharten

In Deutschland leben sechs Hirscharten, von denen einige dauerhaft hier vorkommen und andere nur zeitweise oder in bestimmten Gebieten. Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist mit bis zu 250 Kilogramm das größte freilebende Landsäugetier. Er gehört zu den Echten Hirschen (Cervinae) und ist vor allem in größeren Waldgebieten zurückgezogen anzutreffen. Die Hirschkuh, also das weibliche Tier, trägt kein Geweih und ist etwa halb so schwer wie der männliche Rothirsch. Während der Brunft legen die Männchen weite Strecken von bis zu 100 Kilometern zurück.

Der Sikahirsch (Cervus nippon) stammt ursprünglich aus Ostasien und lebt mit rund 1.000 Tieren vor allem im Arnsberger Wald. Er unterscheidet sich durch zierlicheren Körperbau und pfeifende Brunftlaute vom Rothirsch. Weil Sikahirsche und Rothirsche sich kreuzen können, betrachtet die EU-Kommission den Sikahirsch als invasiv und fordert eine Kontrolle seiner Verbreitung.

Weitere Arten und Besonderheiten

Zum Artenkreis der Echten Hirsche zählt außerdem der Damhirsch (Dama dama). Er ist kleiner als der Rothirsch, lebt gerne in Rudeln und zeichnet sich durch das schaufelförmige Geweih aus. Das helle Sommerfell mit weißen Flecken macht ihn unverwechselbar. Der Damhirsch ist weltweit verbreitet und wird häufig in Tierparks gehalten.

Das Reh (Capreolus capreolus) zählt zu den Trughirschen (Capreolinae) und ist mit über zwei Millionen Tieren weitverbreitet. Es kann sich nicht mit dem Rothirsch kreuzen. Rehe sind deutlich kleiner, wiegen rund 18 Kilogramm und weisen eine besondere Fortpflanzungsstrategie auf: Nach der Paarung im Sommer ruht die Embryonalentwicklung mehrere Monate, sodass die Kitze erst im Frühsommer zur Welt kommen.

Der Elch (Alces alces) ist mit bis zu 650 Kilogramm das größte Hirschartige in Deutschland, ebenfalls ein Trughirsch. Elche kommen meist nur vorübergehend vor, insbesondere zur Paarungszeit. Ein bekanntes dauerhaftes Exemplar ist Elch „Bert“ südwestlich von Berlin.

Eine weitere Besonderheit ist der Chinesische Muntjak (Muntiacus reevesi), der mit kurzen Geweihspießen und verlängerten Eckzähnen auffällt. Seit 2015 wurden einzelne Tiere in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Diese Art gilt als invasiv und soll sich nicht dauerhaft etablieren.

„Die Verwandtschaftsverhältnisse unter den Hirscharten sind komplex, was oft zu falschen Annahmen führt“, sagte Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung.

  • Rothhirsch: größtes heimisches Landsäugetier, ca. 250.000 Individuen
  • Sikahirsch: ca. 1.000 Tiere, invasiv theo EU
  • Damhirsch: weltweit verbreitet, charakteristisches schaufelartiges Geweih
  • Reh: über 2 Mio. Tiere, Trughirsch, besonders kleine Größe
  • Elch: selten, bis zu 650 kg, am ehesten vorübergehend in Deutschland
  • Muntjak: invasive, kleine Hirschart mit Stoßzähnen

Weitere Informationen zu deutschen Wildtieren finden Sie auf regionalupdate.de und der Website der Deutschen Wildtier Stiftung.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionaler Bezug und Ausblick: Hirscharten in Deutschland verstehen

Die Vielfalt der deutsche hirsche arten prägt nicht nur das Bild der heimischen Natur, sondern hat auch praktische Relevanz für den Naturschutz und die Waldbewirtschaftung. Die großen Bestände von Rothirsch und Reh beeinflussen die Vegetation erheblich, was wiederum Auswirkungen auf Schutzmaßnahmen und jagdliche Nutzung hat. Die Anwesenheit invasiver Hirscharten wie Sikahirsch und Muntjak wird von Experten genau beobachtet, da sie die genetische Vielfalt der heimischen Populationen gefährden können.

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das Wissen um die Hirscharten vor allem ein besseres Verständnis für heimische Tiere und die damit verbundenen ökologischen Wechselwirkungen. Die Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt regelmäßige Beobachtungen und Meldungen von Sichtungen, etwa über örtliche Naturschutzgruppen.

Zukünftige Schritte beinhalten vor allem Maßnahmen zur Kontrolle der invasiven Hirscharten sowie die Förderung des Bewusstseins für die Artenvielfalt im regionalen Umfeld. Die Diskussion um den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Wildbestände bleibt ein aktuelles Thema auf regionaler und nationaler Ebene.

Weitere aktuelle Informationen und Ratgeber gibt es auf regionalupdate.de. Offizielle Leitlinien zur Pflege der heimischen Wildtierpopulation stellt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zur Verfügung.

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