Hamburg. Die Kampagne „High fährt nicht – high lässt fahren“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) wurde bei den Public Marketing Awards in Hamburg mit sechs Auszeichnungen geehrt. Die Initiative adressiert gezielt die Risiken von Cannabis im Straßenverkehr, insbesondere bei jungen Verkehrsteilnehmenden zwischen 18 und 24 Jahren.
Sicher unterwegs bleiben mit der Kampagne „High fährt nicht – high lässt fahren“
Die Kampagne sensibilisiert für die Gefahren von Cannabis im Straßenverkehr durch eine Kombination aus humorvollem Storytelling und praktischen Mobilitätsalternativen. Sie vermeidet traditionelle Warnappelle und setzt stattdessen auf positive Anreize wie die Nutzung von Bus und Taxi als sichere Alternativen zum Fahren unter Cannabis-Einfluss.
Zielgruppe und Ansatz der Kampagne
Die Hauptzielgruppe sind junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, die laut DVR als Hochrisikogruppe gelten. Die Kampagne startete am 9. Oktober 2024 und erreichte bis Januar 2026 über 166 Millionen Online- und Offline-Kontakte. Manfred Wirsch, Präsident des DVR, betont:
„Die Auszeichnungen freuen uns sehr. Sie zeigen, dass wir mit unserer Botschaft den richtigen Ton treffen. ›High fährt nicht – high lässt fahren‹ verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger oder Angstappelle, sondern bietet mit humorvollem Unterton sichere Mobilitätsalternativen wie Bus oder Taxi an.“
Hintergrund und gesetzlicher Rahmen
Auslöser der Kampagne ist die Legalisierung von Cannabis zum 1. April 2024, die den privaten Besitz, Anbau und Konsum für Volljährige unter definierten Bedingungen erlaubt. Dies hat dazu geführt, dass mehr Verkehrsteilnehmende möglicherweise unter Drogeneinfluss unterwegs sind. Der DVR sieht darin besondere Herausforderungen für die Verkehrssicherheit.
„Die Legalisierung hat Türen geöffnet, die zuvor geschlossen waren. Legalisierter Konsum bedeutet: mehr Verkehrsteilnehmende unter Drogeneinfluss – und das ist ein Problem. Um diese gefährliche Dynamik zu brechen, haben wir die Kampagne ins Leben gerufen“, so Wirsch.
Roadshow zur direkten Erfahrung der Gefahren
Ein wesentlicher Bestandteil der Kampagne war die deutschlandweite Roadshow von September bis Oktober 2025 mit einem Show-Truck und interaktiven Stationen. Besucherinnen und Besucher konnten mit Simulatorsystemen und Rauschbrillen die Auswirkungen von Cannabis auf Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit direkt erleben. Etwa 1.000 junge Menschen aus Schulen und Betrieben nahmen daran teil. Die Schirmherrschaft übernahm Prof. Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen.
Partner und Auszeichnungen
Die Kampagne wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt und von der Agentur Serviceplan Berlin umgesetzt. Partner der Roadshow war der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS). Neben den sechs Preisen bei den Public Marketing Awards erhielt die Kampagne bereits 2025 vier Auszeichnungen bei den International Healthcare Ad Awards.
Weitere Informationen zur Kampagne sind auf der Website des DVR verfügbar. Ergänzend informiert der DVR mit dem „Blickpunkt: Cannabis im Straßenverkehr (2024)“ über rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte.
Für weitere Sicherheitsinformationen zum Thema Cannabis im Straßenverkehr besuchen Sie regionalupdate.de und offizielle Quellen wie den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).
Ausblick: Weitere Schritte zur Verkehrssicherheit
Der DVR setzt seine Präventionsarbeit fort, um das Bewusstsein für die Risiken von Cannabis im Straßenverkehr zu erhöhen. Mit der erfolgreichen Kampagne und begleitenden Aktionen wie der Roadshow wird die Aufklärung junger Verkehrsteilnehmender intensiviert. Zukünftige Initiativen sollen auf diesen Erfolgen aufbauen und die Vision Zero, das Ziel, Verkehrsunfälle teilweise oder vollständig zu vermeiden, weiter voranbringen.