Studie: 30 Prozent der Berufstätigen arbeiten am Limit

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Ludwigshafen. Fast jede dritte Berufstätige in Deutschland kennt das Phänomen Quiet Cracking Berufstätige, eine stille Erschöpfung im Job, bei der die Betroffenen innerlich ausgelaugt sind, dies aber nach außen nicht zeigen. Besonders betroffen sind junge Erwachsene unter 30 Jahren, wie eine aktuelle Studie der Pronova BKK zeigt.

Erschöpfung im Job stoppen: Wie Quiet Cracking Berufstätige belastet

Die Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK, für die 1.230 Beschäftigte ab 18 Jahren befragt wurden, offenbart, dass 31 Prozent der Erwerbstätigen schon Erfahrungen mit Quiet Cracking Berufstätige gemacht haben. Dabei handelt es sich um einen Zustand, bei dem Menschen trotz innerer Erschöpfung ihre Arbeit weiterhin ausführen. Dieses schleichende Arbeitsleiden ist verbreiteter als innere Kündigung, die 24 Prozent der Befragten erlebt haben.

Ursachen für die stille Überlastung

Dauerhafter Stress, fehlende Wertschätzung und hohe Arbeitsbelastungen prägen den Alltag vieler Arbeitnehmer. Laut der Studie:

  • 42 Prozent der Befragten führen zu viel Stress als Hauptgrund für ihre Unzufriedenheit an,
  • 40 Prozent beklagen mangelnde Anerkennung im Job,
  • 29 Prozent leiden unter Überstunden, Schichtarbeit oder ständiger Erreichbarkeit.

„Quiet Cracking verläuft schleichend und bleibt für Führungskräfte und Kolleg*innen lange unerkannt,“ erklärt Patrizia Thamm, Wirtschaftspsychologin bei der Pronova BKK. „Die Betroffenen funktionieren nach außen weiter, sind innerlich aber bereits erschöpft.“

Rolle der Führungskräfte und Ängste am Arbeitsplatz

Die Angst vor negativen Konsequenzen verhindert oft, dass Betroffene ihre Erschöpfung offenbaren. Viele wollen keine zusätzliche Belastung für das Team sein oder Konflikte vermeiden. Gleichzeitig berichten knapp 25 Prozent der Befragten von Problemen mit ihren Vorgesetzten. Fast 50 Prozent bemängeln, dass Führungskräfte selbst nicht vorleben, was sie einfordern, und empfinden eine ungleiche Behandlung als belastend.

„Anerkennung und Feedback sind entscheidend für psychische Stabilität und mentales Wohlbefinden,“ betont Thamm. „Fehlen diese Faktoren, wachsen Frustration und das Gefühl von Kontrollverlust.“

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Perspektive und Ausblick für Betroffene

In der Region dürfte die stille Überlastung vieler Berufstätiger eine Herausforderung für Unternehmen und Arbeitsklima darstellen. Für Beschäftigte bedeutet dies, regelmäßige Selbstreflexion zu praktizieren, eigene Grenzen zu setzen und Unterstützung im sozialen Umfeld zu suchen. Gespräche mit Kolleg*innen und Führungskräften können der Isolation entgegenwirken.

Vor allem junge Berufstätige der Generation Z sind aufgrund eines anhaltenden Krisenbewusstseins besonders gefährdet. Die Studie empfiehlt, mentale Techniken zu nutzen und realistische Einschätzungen der eigenen Belastung zu entwickeln, um die Erschöpfungsspirale zu durchbrechen.

Weitere Informationen und praktische Hilfen bietet die Studie der Pronova BKK „Arbeiten 2025“. Auch regionalen Arbeitgebern und Führungskräften kommt eine wichtige Rolle beim Schaffen eines wertschätzenden Arbeitsumfeldes zu.

Lesen Sie mehr zu aktuellen Themen rund um Arbeit und Gesundheit auf regionalupdate.de.

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