Der große Asien-Städteguide

27 Metropolen, unendliche Möglichkeiten: Der große Asien-Städteguide

Vom Duft frischer Streetfood-Stände in Bangkok bis zum technologischen Puls Tokios – Asiens Metropolen versprechen Kontraste, die auf keinem anderen Kontinent so intensiv erlebbar sind. Hier treffen jahrtausendealte Tempel auf schimmernde Wolkenkratzer, traditionelle Märkte auf hypermoderne Shopping-Malls, spirituelle Ruhe auf pulsierendes Großstadtleben. Doch bei 27 faszinierenden Destinationen zwischen Abu Dhabi und Tokio stellt sich die Frage: Welche Stadt passt zu welchem Reisetyp? Unser Überblick hilft bei der Orientierung.

Die Technologie-Giganten: Wo die Zukunft schon heute lebt

Tokio ist mehr als Japans Hauptstadt – es ist eine Zeitmaschine in die Zukunft. In Shibuya überqueren bis zu 3.000 Menschen gleichzeitig die berühmteste Kreuzung der Welt, während in Akihabara Elektronik-Fans im Paradies wandeln. Für Tokio sollten Reisende mindestens fünf Tage einplanen, um zwischen den ultramodernen Vierteln und traditionellen Tempeln wie dem Senso-ji zu pendeln. Beste Reisezeit: März bis Mai zur Kirschblüte oder September bis November im milden Herbst.

Seoul überrascht mit einer perfekten Balance: Tagsüber locken Paläste wie Gyeongbokgung, abends verwandelt sich das Hongdae-Viertel in eine vibrierende Party-Zone. Der Gangnam-District zeigt Koreas wirtschaftliche Macht, während traditionelle Hanok-Häuser in Bukchon kulturelle Wurzeln bewahren. Ein Geheimtipp: Die nächtlichen Wanderungen auf dem Namsan Tower mit Blick über die erleuchtete Metropole.

Singapur beweist, dass Megacities auch grün sein können. Die Gardens by the Bay mit ihren futuristischen Supertrees sind Instagram-Gold, während der Hawker-Market in Chinatown zeigt, dass erstklassiges Essen nicht teuer sein muss. Drei bis vier Tage reichen für die kompakte Stadtrepublik, die sich perfekt als Stopover auf dem Weg nach Australien eignet.

Die Kulturschätze: Wo Geschichte lebendig wird

Bangkok schläft nie – und das ist gut so. Die thailändische Hauptstadt empfängt Besucher mit goldenen Tempelanlagen wie dem Wat Phra Kaeo, bevor sie sie in das Chaos der Khao San Road entlässt. Der schwimmende Markt Damnoen Saduak (80 Kilometer außerhalb) startet bereits um 7 Uhr morgens, wenn Händler ihre Boote mit frischem Obst und dampfenden Garküchen-Gerichten beladen. Insidertipp: Eine Flussfahrt auf dem Chao Phraya bei Sonnenuntergang zeigt Bangkok von seiner schönsten Seite. Vier bis fünf Tage sollten es mindestens sein.

Peking vereint Chinas imperiale Vergangenheit mit seiner politischen Gegenwart. Die Verbotene Stadt mit ihren 9.999 Räumen erfordert mindestens einen halben Tag, die Chinesische Mauer bei Mutianyu einen weiteren. Kulinarisch führt kein Weg an der Pekingente vorbei – am besten im Quanjude-Restaurant, das seit 1864 das knusprige Nationalgericht serviert. Optimale Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober, wenn extreme Hitze und Kälte ausbleiben.

Hanoi fasziniert mit seiner französisch-vietnamesischen Vergangenheit. Das Old Quarter mit seinen 36 Gildegassen ist ein lebendiges Museum, wo Handwerker noch heute nach jahrhundertealten Traditionen arbeiten. Am Hoan-Kiem-See versammeln sich morgens Einheimische zum Tai Chi, während abends die Bun-Cha-Stände dampfen – jenes Gericht, das Obama und Bourdain gemeinsam aßen. Drei Tage für die Stadt, mindestens fünf mit Ausflug zur Halong-Bucht.

Die Wüsten-Oasen: Superlative in der Hitze

Dubai und Abu Dhabi liefern sich ein architektonisches Wettrennen. Während Dubai mit dem Burj Khalifa (828 Meter) den höchsten Turm der Welt besitzt, kontert Abu Dhabi mit der prächtigen Scheich-Zayid-Moschee, die 40.000 Gläubige fasst und deren Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen bestehen. Dubai punktet mit Shopping-Exzessen in der Dubai Mall und Strandclubs, Abu Dhabi mit kultureller Raffinesse durch den Louvre und das Guggenheim Museum (in Planung). Die beste Reisezeit liegt zwischen November und März, wenn die Temperaturen auf angenehme 25 Grad fallen.

Doha hat durch die Fußball-WM 2022 massiv investiert und präsentiert sich als aufstrebende Kulturmetropole. Das Museum für Islamische Kunst von Star-Architekt I.M. Pei ist ein Muss, ebenso der traditionelle Souq Waqif, wo Gewürzdüfte und Händlerrufe an vergangene Zeiten erinnern. Ein Geheimtipp: Die künstliche Insel The Pearl mit mediterranem Flair.

Die Megacities: Wo Massen zur Energie werden

Mumbai schläft vier Stunden pro Tag – so heißt es. Bollywood-Studios, koloniale Architektur am Gateway of India, der bunte Chor Bazaar und Slums neben Milliardärs-Residenzen machen Indiens Finanzmetropole zu einem Ort der extremen Kontraste. Streetfood-Liebhaber finden hier das beste Pav Bhaji und Vada Pav des Landes. Wer Mumbai verstehen will, braucht eine dicke Haut und mindestens drei intensive Tage.

Delhi teilt sich in Alt und Neu: Old Delhi mit dem roten Fort und dem chaotischen Chandni Chowk-Markt versus New Delhi mit seinen britischen Prachtstraßen und dem India Gate. Der Lotus-Tempel bietet mitten im Trubel eine Oase der Stille. Beste Reisezeit: Oktober bis März, im Sommer klettern die Temperaturen über 45 Grad.

Jakarta wird häufig unterschätzt, dabei bietet Indonesiens Hauptstadt eine faszinierende Mischung aus javanischer Tradition und Moderne. Die Altstadt Kota Tua erinnert an die niederländische Kolonialzeit, während die Istiqlal-Moschee als größte Südostasiens beeindruckt. Shopping-Fans zieht es in die Grand Indonesia Mall, Foodies in das Viertel Kemang mit seinen internationalen Restaurants.

Die Geheimtipps: Jenseits der ausgetretenen Pfade

Almaty in Kasachstan überrascht mit sowjetischem Charme und atemberaubender Bergkulisse. Die Stadt am Fuße des Tian-Shan-Gebirges ist Ausgangspunkt für Wanderungen zum Big Almaty Lake und bietet mit dem Medeo-Eislaufstadion ein Stück Olympiageschichte. Im Grünen Basar stapeln sich Früchte und Nüsse aus ganz Zentralasien.

Baku in Aserbaidschan nennt sich das „Dubai am Kaspischen Meer“ – nicht zu Unrecht. Die Flame Towers dominieren die Skyline, während die Altstadt Icherisheher UNESCO-Welterbe ist. Besonders reizvoll: Die Mischung aus persischer, russischer und türkischer Kultur. Wer im Frühjahr kommt, erlebt die Stadt in voller Blüte.

Colombo ist Sri Lankas pulsierende Hauptstadt und oft nur Durchgangsstation – zu Unrecht. Der Gangaramaya-Tempel vereint buddhistische, hinduistische und koloniale Architektur, das Viertel Pettah ist ein Sinnesrausch aus Farben und Gerüchen. Insider-Tipp: Sonnenuntergang am Galle Face Green mit knusprigen Isso Wade (Garnelen-Fritters).

Die Finanzmetropolen: Wo Geld die Skyline formt

Hongkong thront zwischen Victoria Harbour und steilen Hügeln. Eine Fahrt mit dem historischen Star Ferry für umgerechnet 30 Cent bietet die beste Skyline-Aussicht Asiens. Während Central und Admiralty Business-Herz sind, zeigt Mong Kok das authentische Hongkong mit Neonlichtern und Garküchen. Der Peak Tram zur Victoria Peak-Spitze ist touristisch, aber spektakulär.

Singapur schafft den Spagat zwischen strikten Regeln und kulinarischer Freiheit. Während Kaugummi-Kauen bestraft wird, feiert die Food-Szene in den Hawker-Centern die asiatische Vielfalt. Das Marina Bay Sands mit seinem Infinity-Pool ist zum Wahrzeichen geworden, doch das multikulturelle Viertel Little India zeigt Singapurs echte Seele.

Shanghai ist Chinas Fenster zur Welt. Der Bund mit seinen kolonialen Gebäuden blickt hinüber nach Pudong, wo der Shanghai Tower 632 Meter in den Himmel ragt. Die Altstadt rund um den Yu-Garten bewahrt traditionelles Flair, während das French Concession-Viertel mit Boutiquen und Cafés zum Flanieren einlädt. Abends gehört die Nanjing Road den Shoppern und Neon-Liebhabern.

Praktische Planung: Was Reisende wissen sollten

Die richtige Reisezeit variiert erheblich: Während Südostasien zwischen November und März am angenehmsten ist, bieten Nordostasien-Destinationen wie Seoul und Tokio im Frühling zur Kirschblüte und im Herbst optimale Bedingungen. Die Golfstaaten sind zwischen November und März erträglich, im Sommer wird es extrem heiß.

Budget-technisch lassen sich drei Kategorien bilden: Günstig (Bangkok, Hanoi, Delhi, Jakarta – unter 50 Euro pro Tag möglich), mittel (Kuala Lumpur, Manila, Taipeh – 70-100 Euro), teuer (Tokio, Singapur, Hongkong, Dubai – ab 150 Euro aufwärts). In den meisten Städten empfehlen sich Metro-Systeme oder Apps wie Grab, Gojek oder DiDi für günstige Fortbewegung.

Visa-Bestimmungen prüfen sollten Reisende unbedingt beim Auswärtigen Amt. Während Thailand, Malaysia und Singapur oft visafrei für EU-Bürger sind, benötigen Indien, China und Vietnam Visa im Voraus. Die Einreisebestimmungen ändern sich regelmäßig, besonders nach der Pandemie.

Gesundheitlich sind für Südostasien oft Hepatitis A/B-Impfungen sowie Malaria-Prophylaxe für ländliche Regionen empfohlen. Eine Auslandskrankenversicherung ist unverzichtbar.

Welche Stadt für welchen Typ?

Erstbesucher in Asien starten am besten in Bangkok oder Singapur – beide bieten perfekte Infrastruktur und kulturellen Reichtum. Technik-Fans zieht es nach Tokio oder Seoul, Luxus-Liebhaber nach Dubai oder Singapur. Wer authentische Erlebnisse sucht, findet sie in Hanoi, Colombo oder Almaty. Geschichtsinteressierte werden in Peking, Delhi oder Istanbul (geografisch zwischen Europa und Asien) fündig.

Die Metropolen Asiens sind keine schnellen Zwischenstopps, sondern Welten für sich. Jede Stadt erzählt ihre eigene Geschichte aus Tradition und Moderne, aus globalem Einfluss und lokaler Identität. Die Auswahl ist riesig – und genau das macht die Faszination aus. Egal ob Tempel-Hopping in Bangkok, Wolkenkratzer-Bestaunen in Shanghai oder Wüsten-Glamour in Dubai: Asiens Städte liefern Erinnerungen fürs Leben.

Weitere Informationen: Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise finden Sie beim Auswärtigen Amt unter www.auswaertiges-amt.de. Detaillierte Tipps zu einzelnen Destinationen bietet regionalupdate.de in der Rubrik Reisen.

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