Familie H. kam nicht mehr mit Ole zurecht und musste die Polizei rufen. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7880 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Der Fall Ole: Wie Security in der Jugendhilfe zur Gefahr wird

Magdeburg. Die Reportage „exactly“ des MDR bringt den Fall von Ole H. aus Magdeburg ins öffentliche Gespräch. Der Jugendliche gilt als „Systemsprenger“ und wird in der Jugendhilfe seit Jahren von Security-Kräften rund um die Uhr begleitet. Die Fokus-Keyphrase Security Jugendhilfe Magdeburg beschreibt eine zunehmend kontroverse Praxis, die nun auch juristisch Beachtung findet.

Security in Jugendhilfe

In Magdeburg wird der Fall von Ole H. intensiv diskutiert, weil zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Die Vorwürfe betreffen einen Vorfall in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, bei dem der damals 14-Jährige nach Angaben der Anklage misshandelt wurde.

Die Anzahl der Einsätze von Security in Einrichtungen der Jugendhilfe steigt bundesweit, um Jugendliche mit schwierigem Verhalten zu beaufsichtigen. Dabei handelt es sich oft um sogenannte „Systemsprenger“, die in herkömmlichen Betreuungskonzepten kaum zu integrieren sind. Die Rolle der Sicherheitsdienste ist dabei umstritten, da ihr Umgang mit den Jugendlichen oft wenig transparent und vorwiegend physisch restriktiv erfolgt.

Dokumentation: Vorwürfe gegen Security-Mitarbeiter

Aus Klinikdokumentationen, die der MDR-Reportage vorliegen, gehen mehrere Vorfälle hervor, bei denen Ole H. mehrfach körperlich überwältigt wurde. Beobachtet wurden unter anderem häufige „Zu-Boden-Bring“-Manöver und eine Anwendung von körperlicher Gewalt, die sich teils auch gegen geringe Auslöser richtete. In einem Fall soll der Kopf des Jugendlichen sogar in seinen eigenen Urin eingetaucht worden sein.

„Ungesteuerter Security-Einsatz in der Jugendhilfe birgt ein extremes Risiko für Machtmissbrauch. Das ist potenziell Kindesmisshandlung – und löst keines der Probleme“, warnte Professor Menno Baumann, Experte für Intensivpädagogik und Gewaltforschung.

Zudem berichten eine Therapeutin und eine ehemalige Pädagogin in der Reportage von unzureichender Qualifikation der Sicherheitskräfte sowie fehlender Kontrolle durch die Jugendhilfeeinrichtungen. Dies führt dazu, dass Pädagogen oft keinen oder nur sehr begrenzten Einfluss auf die Maßnahmen der Security haben.

Warum Security in der Jugendhilfe?

Die Begleitung von Jugendlichen wie Ole durch Security stellt eine Reaktion auf die Herausforderungen dar, die sogenannte „Systemsprenger“ mit sich bringen. Die traditionellen pädagogischen Methoden stoßen oftmals an ihre Grenzen.

Allerdings wirft der Fall die kritische Frage auf, ob Sicherheitsdienste für Aufgaben in der Jugendhilfe geeignet sind und in welchem Rahmen körperliche Eingriffe erlaubt sein dürfen. Die Debatte umfasst auch das Ausmaß an Ruhigstellung und den verantwortlichen Umgang mit Macht sowie den Schutz der betroffenen Jugendlichen.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Fazit und regionale Bedeutung

Der Fall Ole H. aus Magdeburg wirft ein Licht auf eine problematische Praxis innerhalb der Jugendhilfe, die auch in der Region Sachsen-Anhalt intensiv diskutiert wird. Für Familien, Betroffene und Fachkräfte stehen Fragen nach dem Schutz von Jugendlichen, der Qualifikation von Sicherheitskräften und der Transparenz von Maßnahmen im Vordergrund.

Der aktuelle Prozess gegen die Security-Mitarbeiter vor dem Amtsgericht Magdeburg könnte wegweisend sein. Verstärkt wird der öffentliche Diskurs durch die MDR-Reportage, die in der ARD Mediathek abrufbar ist. Für Interessierte bietet sich zudem die Möglichkeit, sich auf regionalupdate.de weiter über soziale Themen in der Region zu informieren.

Weitere Informationen und Hintergründe zum sensiblen Thema finden sich auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe.

Die Debatte wird voraussichtlich zu einer verstärkten Überprüfung der Sicherheitsdienste in der Jugendhilfe führen, verbunden mit Forderungen nach klaren Richtlinien, Ausbildung und einer besseren pädagogischen Zusammenarbeit.

„Der unkontrollierte Einsatz von Security in der Jugendhilfe gefährdet nicht nur das Wohl der Jugendlichen, sondern erhöht das Konfliktpotenzial in den Einrichtungen,“ so Fachleute.

Die Region beobachtet die Entwicklungen aufmerksam, da auch hier ähnliche Fälle und Diskussionen über den Einsatz von Security-Kräften in der Jugendhilfe aktuell sind.

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