Die ukrainische Bevölkerung erlebt den fünften Kriegswinter. Kinder und ihre Familien sind extremen Belastungen ausgesetzt: Raketen- und Drohnenangriffe zerstören Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser. Strom, Licht und Wärme fehlen. In Teilen des Landes ist die Energieversorgungslage katastrophal, auch wegen ausbleibender US-Entwicklungsgelder. Humanitäre Hilfe ist vielerorts dringend nötig, doch auch die wird von den Streichungen beeinträchtigt. Serhii Lukashov, nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Ukraine, sagt: "Die Finanzierungsstopps haben nationale Hilfsorganisationen schwer getroffen. Darunter leiden vor allem die Kinder - angesichts einer ganzen Generation kriegstraumatisierter, vertriebener und verschleppter Kinder muss ihr Schutz Vorrang haben." (Foto nur zur Verwendung im Kontext der SOS-Kinderdörfer weltweit) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/1658 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Stopp US-Entwicklungshilfe erschwert Hilfe in Ukraine

Kiew. Der Stopp US Entwicklungshilfe trifft in der Ukraine insbesondere Kinder und ihre Familien inmitten des fünften Kriegswinters hart. Wegen ausbleibender Fördermittel sind viele Hilfsangebote gefährdet, die Psychosoziales, Schutzräume und Soforthilfe bereitstellen.

Kinder in Gefahr: Auswirkungen des Stopp US Entwicklungshilfe in der Ukraine

Die Ukraine kämpft weiterhin mit den Folgen des Krieges, der bereits den fünften Winter geprägt hat. Insbesondere durch den Stopp US Entwicklungshilfe verschärft sich die Lage zusätzlich für vulnerable Gruppen. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren im Jahr 2025 rund 12,7 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter etwa zwei Millionen Kinder. Die Zahl der Binnenvertriebenen betrug 3,7 Millionen.

Zahlreiche nationale NGOs, die über 70 Prozent der Hilfsangebote in der Ukraine stellen, sehen sich nun mit erheblichen finanziellen Problemen konfrontiert. So konnte beispielsweise die Organisation „League of Social Workers of Ukraine“ ihre Projekte in zwölf Regionen einstellen. Ebenfalls betroffen sind mobile Soforthilfe-Teams im Frontgebiet, die nicht weiter finanziert werden können. Die SOS-Kinderdörfer Ukraine unterstützen das Netzwerk „Ukrainian Child Rights Network“ (UCRN), dessen Mitglieder durch verlorene Finanzmittel von über 340.000 US-Dollar zusätzlichen Belastungen ausgesetzt sind.

Schutzräume als wichtige Anlaufstellen

Schutzräume für Kinder bieten neben Nahrung und medizinischer Versorgung auch psychosoziale Betreuung. Sie schaffen einen sicheren Ort, an dem die Kinder spielen und lernen können. Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer Ukraine, betont die Bedeutung dieser Einrichtungen:

„Die Schutzräume sind mehr als nur Notunterkünfte: Sie sind ein Ort, an dem Kinder spielen und lernen, einfach Kind sein können“, sagte Lukashov.

Herausforderungen bei der Bekämpfung von Zwangsdeportationen

Die finanzielle Situation beeinträchtigt auch ein wichtiges Kinderschutz-Projekt zur Bekämpfung der Zwangsdeportationen ukrainischer Kinder durch russische Besatzungsbehörden. Nach Schätzungen sind rund 1,6 Millionen Kinder bedroht, bis zu 20.000 Kinder sollen bereits unrechtmäßig verschleppt worden sein. Familien werden über ihre Rechte informiert und zur Rettung deportierter Kinder unterstützt. Durch den Stopp der Fördermittel ist die Arbeit dieses Projektes ins Stocken geraten.

„Das Projekt hat entscheidend dazu beigetragen, die enorme Informationslücke zu schließen, die bei den Familien besteht“, so Lukashov.

  • 70 % der Hilfsorganisationen sind nationale NGOs
  • Etwa 12.7 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe (2025)
  • 3.7 Millionen Menschen sind Binnenvertriebene
  • Über 340.000 US-Dollar an Fördergeldern gingen verloren

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Ausblick auf die humanitäre Situation in der Ukraine

Die Einstufung der Ukraine als stark betroffener Bereich durch den Stopp US Entwicklungshilfe hat direkte Folgen für die Versorgung der Bevölkerung. Besonders betroffen sind Schutzangebote für Kinder und Familien, die angesichts fortgesetzter Kriegsereignisse dringend auf Unterstützung angewiesen bleiben. Die Finanzierung der SOS-Kinderdörfer erfolgt zwar unabhängig von USAID-Mitteln, doch viele andere Initiativen sind auf diese Gelder angewiesen.

Für Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine ist die Sicherung der humanitären Hilfe essenziell für den Alltag. Notwendige psychosoziale Versorgung und Schutzräume helfen, die Folgen des Krieges abzumildern. Geplant sind derzeit dringend notwendige Pläne, durch die europäische Gebergemeinschaft verstärkt Verantwortung zu übernehmen und die Förderung mit politischen und ethischen Bedingungen zu verbinden, um langfristige Hilfe und Korruptionsprävention zu unterstützen.

Weitere Informationen zu Hilfsangeboten und der aktuellen Lage in der Ukraine finden sich bei den SOS-Kinderdörfern Deutschland und auf der Seite der Vereinten Nationen.


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