EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Shein wegen umweltschädlicher Praktiken

Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt das von der Europäischen Kommission eingeleitete Verfahren Shein Umwelthilfe als wichtigen Schritt gegen mutmaßlich illegale und umweltschädliche Praktiken des Ultra-Fast-Fashion-Konzerns Shein.

EU stoppt Fast-Fashion

Die Europäische Kommission hat ein Verfahren gegen Shein gestartet, das von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) als überfällige Maßnahme bewertet wird. Die DUH wirft dem Unternehmen vor, Verbraucherinnen und Verbraucher mit irreführender Klimawerbung zu täuschen und das europäische Recht systematisch zu verletzen. Bereits im Januar 2026 erzielte die DUH einen ersten rechtlichen Erfolg, indem sie Greenwashing-Werbung des Unternehmens stoppen konnte.

Rechtlicher Hintergrund und Vorwürfe

Shein steht besonders wegen unzureichender Informationen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen in der Kritik. Die Klimaemissionen des Konzerns stiegen laut Angaben innerhalb eines Jahres um 23 Prozent. Darüber hinaus laufen weitere Verfahren gegen den Betreiber Infinite Styles Services Co. Ltd. wegen angeblich verbrauchertäuschender Versprechen wie „lokal“, „umweltfreundlich“ und „100 % natürlich“ beworbener Produkte.

„Wir begrüßen ausdrücklich das Vorgehen der EU-Kommission gegen Shein. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass eine milliardenschwere Online-Plattform mutmaßlich systematisch gegen europäisches Recht verstößt – auf Kosten von Umwelt und Verbraucherinnen und Verbrauchern“, sagte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe.

Forderungen der Deutschen Umwelthilfe

Die DUH fordert Umweltminister Robert Habeck zu einem konsequenten Vorgehen bei der Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien auf. Dabei müssten auch internationale Online-Plattformen wie Shein einbezogen und bei Verstößen sanktioniert werden. Ziel sei, das Geschäftsmodell der Ultra-Fast-Fashion zu beenden und einen Übergang zu langlebiger, reparierbarer und wiederverwendbarer Mode zu fördern.

  • Einbeziehung aller Online-Plattformen in die Herstellerverantwortung
  • Festlegung von Sanktionen bei Verstößen gegen Umweltvorgaben
  • Förderung nachhaltiger Modealternativen

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung des Verfahrens für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland

Das Verfahren gegen Shein hat auch für Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland Relevanz. Der zunehmende Online-Handel mit günstiger und schnell produzierter Bekleidung trägt erheblich zu Umweltbelastungen bei. Die Durchsetzung verbindlicher Umweltvorgaben durch die EU und nationale Behörden soll sicherstellen, dass Umwelt- und Verbraucherschutz gewahrt bleiben. Mit der Erweiterten Herstellerverantwortung sollen Unternehmen stärker für die Umweltauswirkungen ihrer Produkte verantwortlich gemacht werden.

Die DUH plant weiterhin, rechtliche Schritte gegen irreführende Werbeversprechen von Shein einzuleiten und die Öffentlichkeit über nachhaltige Textilmodelle zu informieren. Weitere Informationen zur Arbeit der Deutschen Umwelthilfe finden Interessierte unter regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite der DUH duh.de.


Mehr zum rechtlichen Erfolg gegen Shein

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Threads
X

Weitere Artikel