Berlin. Die umstrittene Entenmastanlage „Cairina 2000“ in Brandenburg steht weiter im Fokus von Tierschutzdebatten. Trotz vorangegangener Vorwürfe wegen tierquälerischer Zustände bleiben die Produkte des Schlachthofs „Dithmarscher Geflügel“ aus dieser Anlage aktuell in Berliner Supermärkten wie Kaufland und online bei REWE erhältlich. Die Fokus-Keyphrase tierquaelerei entenmast brandenburg greift ein anhaltendes Problem in der regionalen Tierhaltung auf.
Tierqualerei stoppen jetzt
Zusammenarbeit zwischen Mastbetrieb und Schlachthof
Der Schlachthof „Dithmarscher Geflügel“ bestätigte gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Entenmastanlage „Cairina 2000“. Diese Anlage hatte bereits 2023 wegen massiver Tierschutzverstöße für Schlagzeilen gesorgt. Die zuständigen Behörden hatten damals eine Strafanzeige eingestellt. Aktuelles Bild- und Filmmaterial von Animal Rights Watch e.V. (ARIWA), veröffentlicht durch den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), dokumentiert weiterhin zahlreiche Misshandlungen von Enten.
Die Produkte der betroffenen Mastanlage sind nach eigenen Angaben von Händlern wie REWE, EDEKA und Kaufland zwar vorübergehend nicht neu eingekauft worden. Dennoch befindet sich noch eine Überproduktion aus der Weihnachtszeit im Handel. So sind die Waren in Berliner Kaufland-Filialen und online bei REWE unverändert erhältlich.
Schwere Vorwürfe gegen die Haltungsbedingungen
Animal Rights Watch e.V. kritisiert vor allem die Gitterbodenhaltung als besonders qualvoll für die Tiere. Die Enten leben bei „Cairina 2000“ ohne Einstreu ausschließlich auf Metallgittern, was zu schmerzhaften Verletzungen und Deformationen an Füßen und Beinen führt. Die ständige Dunkelheit mit Rotlicht soll blutige Verletzungen unter den Tieren verhindern, erhöht aber das Leid zusätzlich.
„Die Haltungsform ist an sich bereits extrem tierquälerisch. Die Enten müssen mit ihren empfindlichen Füßen ausschließlich auf Metallgitterböden leben. In der gesamten Anlage gibt es keine Einstreu oder eine andere weiche Unterlage, was bei vielen Tieren zu Schmerzen sowie deformierten Beinen und Füßen führt“, so Anna Schubert, Agrarreferentin von ARIWA.
Hinzu kommen Berichte über aktive Misshandlungen, darunter 1.900 dokumentierte Übergriffe gegen die Enten in der jüngsten Aufnahme.
Kritik an Handelsunternehmen und geplante Verbesserungen
Der Schlachthof und der Handel hatten Ende 2025 bereits Kritik wegen Misshandlungen von Enten und Gänsen beim Verladen erhalten. „Dithmarscher Geflügel“ hatte daraufhin öffentlich angekündigt, die Tierschutzstandards bis zum Saisonbeginn im Sommer zu verbessern. ARIWA fordert von den Supermarktketten jedoch eine dauerhafte Einstellung der Zusammenarbeit mit dem Betrieb.
„Zwei Jahre nach den ersten Vorwürfen mussten wir feststellen, dass die Tiere weiterhin misshandelt werden. Der Handel muss hier Konsequenzen ziehen und darf die Belieferung nicht nur vorübergehend stoppen“, betont Anna Schubert.
Weitere Informationen und Materialien zur Thematik stellt ARIWA auf www.ariwa.org bereit.
Ausblick: Nächste Schritte in der Debatte um tierquaelerei entenmast brandenburg
Die öffentliche Diskussion um die missbräuchlichen Bedingungen in der Entenmastanlage „Cairina 2000“ hält an. Der Schlachthof plant die Umsetzung verbesserter Tierschutzvorgaben bis zum Sommer, während Händler wie REWE und Kaufland erneut Gespräche mit dem Betrieb führen wollen.
Bis dahin fordert die Tierrechtsorganisation ARIWA eine konsequente und dauerhafte Beendigung der Zusammenarbeit. Verbraucher können sich auf regionalupdate.de weiter über die Entwicklungen informieren und erhalten viele Hinweise zum verantwortungsvollen Einkauf. Für fundierte Informationen zum Thema Tierschutz in der Landwirtschaft empfiehlt sich unter anderem die Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft BMEL.
